„Eine Daseinsvorsorge“

Brgermeister Wolfgang Fischer zur bevorstehenden Breitbandversorgung in Neu-EichenbergVon SVEN SCHREIVOGELNeu-Eichenberg. Die Welt wird immer kl

Brgermeister Wolfgang Fischer zur bevorstehenden Breitbandversorgung in Neu-Eichenberg

Von SVEN SCHREIVOGEL

Neu-Eichenberg. Die Welt wird immer kleiner dank moderner Datenleitungen. Eine wichtige Voraussetzung vor allem fr Gewerbetreibende, die in der Provinz arbeiten. Eine dieser Techniken ist die so genannte Breitband-Versorgung, die schnellstmglichen Datenaustausch verspricht. Im Gemeindegebiet von Neu-Eichenberg soll die Technik jetzt eingefhrt werden. Darber sprach der MARKTSPIEGEL mit Brgermeister Wolfgang Fischer.Herr Fischer, das Gemeindegebiet soll demnchst Breitbandversorgung erhalten. Was genau bedeutet das?

Wolfgang Fischer: In der Vergangenheit war lediglich der Neu-Eichenberger Ortsteil Marzhausen aufgrund seiner rumlichen Nhe zum Knoten Friedland optimal mit Breitbandversorgung ausgestattet. Eichenberg (Dorf), Hebenshausen, Berge und Hermannrode hatten eine Flatrate von maximal 1 Megabit/S, Eichenberg (Bahnhof) lediglich 67 bit/s. Die jetzt eingesetzte Technik ermglicht die Versorgung ber das Telefonnetz mit bis zu sechs Megabit/s. Das Produkt der Firma Mega Access GmbH heit nexiu. Bei dieser Technik wird das Signal per Funk ber lokale Sendeantennen in den Orten zu den angeschlossenen Haushalten verteilt. Das Produkt ist VoIP-ready ausgestattet. Das heit, man hat auch die Mglichkeit zur Telefonie mit jedem Anbieter und kann eine feste IP beantragen sowie eigene E-Mail-Adressen und eine echte Flatrate (symmetrisch) ohne Transferlimits. Knnen Sie bitte ein paar Worte dazu sagen, wie es zu diesem Angebot gekommen ist?

Fischer:Bereits Mitte letzten Jahres wurde der Gemeindevorstand durch einen von der SPD-Fraktion eingebrachten Antrag von der Gemeindevertretung beauftragt, sich an der kreisweiten Aktion der Wirtschaftsfrderungsgesell-schaft Werra-Meiner zu beteiligen. Da der Werra-Meiner-Kreis ausgewhlter Pilotkreis des Landes war, wurden Zuschsse in Hhe von 60 Prozent in Aussicht gestellt. Der Gemeindevorstand beschloss dann, dass sich die Gemeinde an dem Interessenbekundungsverfahren beteiligt. Hier gilt mein besonderer Dank Oliver Brunkow von der WFG Werra-Meiner, der das gesamte Verfahren auf den Weg gebracht und die Vertrge vorbereitet hat. Mehrere Anbieter gaben Angebote ab, wobei das Angebot der Fa. Mega Access als das wirtschaftlichste angesehen wurde. In der letzten Sitzung des Gemeindevorstandes wurde der Vertrag zum Ausbau der Breitband-Infrastruktur und Sicherungsabtretungsvertrag fr den Fall der Insolvenz des Auftragnehmers unterzeichnet. Somit kann sofort mit dem Ausbau begonnen werden. Ziel wird es sein, in den nchsten fnf Monaten die Versorgung in allen Ortsteilen anzubieten.Welche Perspektiven ergeben sich aus der Versorgung?

Fischer:Die Breitbandversorgung gehrt heute aus meiner Sicht zur Daseinsvorsorge. Das geschaffene Angebot verbessert die Mglichkeiten fr alle Bevlkerungsschichten, denn durch die fortschreitende Technik gehrt der Internet-Anschluss fast in jeden Haushalt. Fr ansiedlungswillige Firmen wird es ein zustzlicher Anreiz sein, sich hier anzusiedeln, aber auch das in vielen Betrieben angebotene Homeoffice wird fr die Beschftigten jetzt mglich.Erfolgt die Finanzierung durch den Anbieter oder werden dafr ffentliche Mittel bentigt?

Fischer: Bei der flchende-ckenden Ausstattung entsteht eine Deckungslcke von ca. 60.000 Euro entsteht. Die Gemeinde Neu-Eichenberg bernimmt einen Teil der bestehenden Deckungslcke in Hhe von Netto 35.000 Euro. Da ein Teil aus Mitteln des Bundes bezuschusst wird, muss die Gemeinde die Restsumme aus Eigenmitteln im Haushalt bereitstellen.Ist die Versorgung vorerst zeitlich begrenzt? Mit anderen Worten: Gibt es eine Probephase?

Fischer: Das Angebot ist nicht zeitlich begrenzt. Sobald die Firma die Voraussetzungen in den Ortsteilen geschaffen hat und die Vertrge mit den Nutzern abgeschlossen sind, kann mit der Installierung der Komponenten vor Ort begonnen werden.Im Vorfeld wurde ein Fragebogen fr Interessenten verteilt. Knnen Sie bitte was zum Verhltnis berufliche/private Nutzung sagen?

Fischer: Das Interesse der Brger war sehr gro und geht weiter ber die geforderte Teilnehmerzahl hinaus. Die Auswertung des Fragebogens bezglich privater und gewerblicher Nutzung wurde nicht von der Verwaltung der Gemeinde durchgefhrt, so dass hierzu keine verbindliche Aussage getroffen werden kann. Allerdings kann ich aus mndlich vorgetragenen Anfragen besttigen, dass auch die gewerbliche Nutzung (Homeoffice) und die Kontenverwaltung (Homebanking) eine immer wichtigere Funktion einnehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Den Müllsündern den Kampf angesagt

Mündener Rat macht Stadt zur umweltfreundlichen Kommune
Den Müllsündern den Kampf angesagt

20 Jahre TÜV-Station Hann. Münden

Prüfer der Schätzchen: Das teuerste Gefährt war 2,5 Mio. Euro wert
20 Jahre TÜV-Station Hann. Münden

Feuer in Hann. Mündener Kindertagesstätte

Die Leiterin wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in das Klinikum Hann. Münden gebracht.
Feuer in Hann. Mündener Kindertagesstätte

Keine Übertragung von Ratssitzungen im Internet

Mündener Ratsleute lehnen den Antrag von Daniel Bratschek ab
Keine Übertragung von Ratssitzungen im Internet

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.