Elche ohne Grenzen

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Die Elche erobern ihr neues Terrain.

Hann. Münden. Nordische Erlebnis-Welt mitten in Nordhessen.

Tierpark Sababurg. Den berühmt-berüchtigten Elchtest hat sie längst bestanden, die nordische Erlebniswelt mitten in Hessens Nordspitze: Ole, Emma, Greta und Lina fühlen sich sichtlich wohl in ihrem Refugium, einem eindrucksvollen, naturbelassenen Bereich des Tierparks Sababurg mit Blick über das gesamte Areal. Lediglich mit dem Besucher-Ansturm, der den Elchbullen und die drei Kühe zur offiziellen Einweihung des ausgewiesenen Mittelpunkts der Anlage, der neuen Elch-Lodge, augenscheinlich irritierte, taten sich die scheuen Tiere schwer.

Nach kurzer Peilung vor der Terrasse, von der aus man die Tiere – das ist Bestandteil des Konzepts "Tiere ohne Grenzen" – aus nächster Nähe beobachten kann, verkrümelten sie sich in ein ruhigeres Eckchen des Terrains, das über einen "Pirschpfad" mit dem Rentier-Gehege verbunden ist. "Dieser Pfad beginnt am Rondell und ermöglicht außergewöhnliche Einblicke in den Lebensraum von Elchen und Rentieren", erläutert Uwe Pietsch, Leiter des Eigenbetriebs Jugend- und Freizeit des Landkreises Kassel, zu dem auch der Tierpark gehört. Die Rechnung, die man vor rund sechs Jahren aufstellte, geht, schaut man in die begeisterten Gesichter der Besucher, voll auf. "Wir sagten damals: Wir brauchen Elche", erinnert sich Vizelandrätin Susanne Selbert an die zaghaften Anfänge eines Traums, der mittlerweile Realität wurde. Man setzte bewusst auf die größte Hirschart der Welt, in der Hoffnung, die interessanten Tiere würden punkten und damit gleichzeitig "diese abgelegenen Flächen des herrlichen Tierparkgeländes attraktiver gestalten und unseren Besuchern näher bringen."

Das neue Elchgehege besteht aus einem Haupt-, einem Nacht-, zwei Absperrgehegen und einem Tierhaus – das mit der neuen Elch-Lodge einen eindrucksvollen Mittelpunkt erhielt: Mit rund 300 Quadratmetern Grundfläche und 45 Quadratmetern überdachter Terrasse entstand hier eines der größten Naturstammhäuser, das je in Deutschland gebaut wurde. Ein imposantes Besucherhaus mit urigem Flair. "Baubeginn für dieses wunderbare Haus, das sich mit seinem Gründach gut in die Natur einpasst, war im Oktober 2012", erinnert sich Susanne Selbert. "Wir sind unglaublich stolz auf die Firmen, die beteiligt waren. Man spürt, dass hier mit viel Liebe und richtigem Herzblut für unseren Tierpark gearbeitet wurde." Neben einem Augsburger Zimmerei-Unternehmen, das auf die Arbeit mit Naturstämmen spezialisiert ist – die der Elch-Lodge haben einen Durchmesser von 40 bis 90 Zentimetern – waren zahlreiche regionale Handwerks-Betriebe eingebunden. "Das das Haus so schön ist, hat viel mit dem Planungsbüro zu tun", unterstreicht Selbert.

Herausforderungen

Eine wirklich gute Idee zeichne sich dadurch aus, das die Ausführung von vornherein unmöglich erscheine, formuliert im Gegenzug Architektin Michaela Weinert angesichts der logistischen Herausforderungen, vor die das Projekt das Büro stellte. Die ergeben sich allem voran in Anbetracht der Tatsache, dass man nur frisch geschlagene Stämme verwenden konnte. "So hat sich das Haus jetzt schon um gut sechs Zentimeter gesetzt und wird noch rund fünf Zentimeter runter kommen", schätzt Weinert.

Eine Herausforderung waren allerdings auch die Tiere, die man von der Terrasse der Lodge – so Pietsch – "aus nächster Nähe ohne störenden Zaun in voller Größe sehen kann". "Emma, die erste, stellte uns schon vor große Probleme. Der Tierarzt ging hier ein und aus", erinnert sich Susanne Selbert an den schwierigen Start. Allem voran Reviertierpfleger Maximilian Schwarz sei gefordert gewesen und man habe sich richtig intensiv kümmern müssen. Es hat sich gelohnt. Emma ist genauso quick lebendig wie Greta, Lina und Ole.

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