Erfolgreicher Erhalt eines Mündener Fachwerk-Juwels

„Die Postscheune ist eine echte Bereicherung für die Stadt“: (V.li.) Inhaber Dr. Jens Herbort, Inga Hansen, Betreiberin der „Floralen Manufaktur“ und Architekt Thomas Volkmer.
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„Die Postscheune ist eine echte Bereicherung für die Stadt“: (V.li.) Inhaber Dr. Jens Herbort, Inga Hansen, Betreiberin der „Floralen Manufaktur“ und Architekt Thomas Volkmer.

Die Postscheune in Hann. Münden öffnet am Sonntag, 26. Juni - dem Tag der Architektur.

Hann. Münden. Offene Decken, alte Balken, historische Mauern – in der ehemaligen Postscheune, in dem heute die "Florale Manufaktur" von Inga Hansen zu finden ist, kann man sich am kommenden Sonntag genauer umsehen. Dann stehen am Tag der Architektur nicht Blumen, sondern ihre Behausung in der Wallstraße 7 im Vordergrund. Im Oktober 2012 wurde die sanierten drei zusammenhängenden Immobilien, die barrierefrei zugänglich sind, fertiggestellt. Mieterin Inga Hansen, Inhaber Dr. Jens Herbort und Architekt Thomas Volkmer vom gleichnamigen  Mündener Architekturbüro steckten vor fünf Jahren die Köpfe zusammen als es darum ging die ehemalige Werkstatt, die aus einer sprichwörtlichen Scheune hervorging, zu sanieren. "Ursprünglich wurden hier vom Lizenzinhaber der Thurn und Taxis-Post im 19. Jahrhundert Pferde und Kutschen untergestellt. Daher auch der Name Postscheune. Später befand sich in den Gebäuden eine Autowerkstatt, danach eine Elektrowerkstatt", informiert Herbort, der den Komplex 2001 übernahm. Erst zehn Jahre später wurden die Pläne etwas aus dem leer stehenden Räumen zu machen, umgesetzt. In nur einem halben Jahr wurden sie saniert. Dabei kam Hansens Kreativität zum Einsatz: "Ich wollte früher eigentlich Innenarchitektur studieren. Dazu kam es zwar nie, aber dafür konnte ich meine Ideen bei diesem Projekt voll einbringen."

Heute staunen die Kunden der "Floralen Manufaktur" über deren liebevoll umgesetzte Sanierung. Die Bezeichnung "Tradition trifft Moderne" ist dabei durchaus zutreffend, denn moderne Elemente, die teilweise auch wegen Brandschutzauflagen nötig waren, wurden in das Gebäude integriert. Dabei blieb der historische Charme erhalten. Das Fachwerk wurde an manchen Ecken freigelegt, alter Dielenboden blieb liegen genauso wie Betonplatten im Erdgeschoss. Somit entsteht eine rustikale Atmosphäre, die Besucher sofort in ihren Bann zieht: "Manche Kundinnen kommen einfach nur vorbei, um abzuschalten und den Alltagsstress loszuwerden", lacht Hansen. Das liegt nicht zuletzt auch an dem Detailreichtum, der Dank alten Möbeln und ausgefallenen Accessoires grenzenlos scheint. Hier entdeckt man immer etwas Neues.

Kontrast von Alt und Neu

Aber das bauliche Juwel kostete den Bauherren viel Schweiß und Nerven. In nur einem halben Jahr wurden die Ideen in die Tat umgesetzt. "Sanierung und Umbau fanden unter weitestgehendem Erhalt des Bestandes statt und zeigen sich heute in spannungsreichem Kontrast von Alt und Neu. Das geht natürlich nicht ohne Mut und gegenseitiges Vertrauen. Die Chemie in der Zusammenarbeit hat einfach gepasst. Dadurch kann etwas ganz besonderes entstehen", erklärt Volkmer, der seinen Kollegen Sandra Juwig und Hans-Helmut Renner dankt.So schön die Postscheune heute dasteht – schwierige Entscheidungen begleiteten die Sanierung ständig."Der Abriss des Vorderhauses beispielweise war ein echtes Wagnis, weil es direkt an das Nebengebäude angebaut war. Das wiederum verfügte quasi über keine eigene Außenwand. Hinzu kam die permanente Beachtung des Denkmalschutzes. Die Suche nach Alternativen zu nicht durchsetzbaren Ideen war nicht einfach, aber es hat sich gelohnt", erinnert sich Hansen.Heute prägen die drei ehemaligen Hinterhäuser – alle sind Fachwerkbauten – den Stadtraum und werden am 26. Juni erlebbar. Führungen durch die Immobilien sind um 11, 13 und 15 Uhr geplant. Treffpunkt ist jeweils vor dem Eingang der Postscheune.

Über den Tag der Architektur

Am Tag der Architektur sind 116 Objekte in 55 Orten in ganz Niedersachsen und Bremen geöffnet. Zusammen mit ihren Bauherren bieten Architekten, Innen- und Landschaftsarchitekten sowie Stadtplaner zwischen 11 und 17 Uhr Führungen durch Gebäude und Gärten an und stehen für Gespräche über die Bauvorhaben und Prozesse  bei der Realisierung bereit. Interessierte Besucher können die Chance nutzen, um Fragen zu stellen und sich von zeitgenössischer Architektur inspirieren zu lassen. Auch wenn der Tag der Architektur seit 21 Jahren eine in Niedersachsen fest etablierte Veranstaltung ist, zeigt er jedes Jahr ein anderes Gesicht.   Dieses Jahr sind es vor allem zahlreiche Beispiele zum Thema Wohnen und zur Nachverdichtung der Städte durch neue Wohnprojekte.

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