Familienhebammen sollen helfen

Landrat Bernhard Reuter.
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Landrat Bernhard Reuter.

Landkreis Göttingen. Landrat Bernhard Reuter schlägt dem Kreistag die Einführung des Projektes Familienhebammen vor. Familienhebammen sind staatli

Landkreis Göttingen. Landrat Bernhard Reuter schlägt dem Kreistag die Einführung des Projektes Familienhebammen vor. Familienhebammen sind staatlich examinierte Hebammen mit einer pädagogischen Zusatzqualifikation. Diese versetzt sie in die Lage, die Gesundheit von Mutter und Kind zu fördern. Familien-hebammen helfen nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch während des ersten Lebensjahres eines Kindes.Frauen in schwierigen Lebenslagen sollen möglichst schon während der Schwangerschaft von den Hebammen unterstützt werden. Die Hebammen kümmern sich darum, dass Mütter schwierige individuelle und soziale Lebensumstände meistern. Sie stellen Kontakt zu Behörden her, vermitteln Hilfeleistungen und koordinieren verschiedene Hilfsangebote. Dies kommt den Kindern unmittelbar zugute und nimmt positiven Einfluss auf deren körperliche, gesundheitliche und seelische Entwicklung."Wir wollen Hilfe, die frühzeitig greift", sagt Landrat Reuter. "Es gibt immer mehr Familien in unserer Gesellschaft, die nicht ohne Hilfe auskommen. Unter den schwierigen Lebenslagen der Familie leiden vor allem Kinder. Auch die Kinder wollen wir mit diesem Projekt unterstützen und ihnen einen guten Start ins Leben ermöglichen", erklärt Landrat Reuter, der das Projekt schon in seiner Zeit als Landrat des Landkreises Osterode am Harz dort umgesetzt hat.

Langfristig Kosten sparen

Die Kosten für die Einführung belaufen sich laut Verwaltung auf knapp 140.000 Euro für das Haushaltsjahr 2012. Landrat Reuter hält trotz der knappen Kassen des Landkreises das Geld für äußerst sinnvoll angelegt. "Wir setzen damit einen Schwerpunkt auf die gute Entwicklung unserer Kinder und sparen so langfristig Kosten bei der Jugend- und Sozialhilfe", ist sich Landrat Reuter sicher. "Wir können es uns nicht leisten, diese Hilfe über Familienhebammen nicht zu organisieren", zeigt er sich überzeugt. Der Bund habe außerdem durch das Bundeskinderschutzgesetz eine dauer-hafte Mitfinanzierung der Familien-hebammen in Aussicht gestellt. Die Höhe ist derzeit noch unklar.Nach dem Bundeskinderschutzgesetz vom 22. Dezember sind verbindliche Netzwerkstrukturen im Kinderschutz aufzubauen und weiter zu entwickeln. Die Aufgabe fällt dem Landkreis Göttingen als dem örtlichen Träger der Jugendhilfe zu. Laut Gesetz soll dieses Netzwerk zur Beförderung Früher Hilfen durch den Einsatz von Familienhebammen gestärkt werden.  Der Jugendhilfeausschuss hat am 18. Januar über die Einführung von Familienhebammen beraten und eine Empfehlung vertagt, um noch offene Punkte zu klären, wie etwa den Umfang der Leistungen. Die nächste Sitzung des Ausschusses findet am 8. Februar statt. Sollte der Ausschuss grünes Licht geben, könnte die Einführung von Familien-hebammen durch den Kreistag am 29. Februar beschlossen werden sein.

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