„Fast Gruseln“ mit dem Turm-Gespenst

Das Gespenst am Turm, alias Thorsten Schmook, erzählte die Sagen von Saba-, Trendel- und Bramburg.
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Das Gespenst am Turm, alias Thorsten Schmook, erzählte die Sagen von Saba-, Trendel- und Bramburg.

Kinderfreundliches Sommerfest auf der Tillyschanze

Hann. Münden. Viel Spaß hatten Kinder am Samstagnachmittag beim Tillyschanzen-Sommerfest. In einem großen Sandhaufen waren verschiedene kleinere „Schätze“ vergraben, die ausgebuddelt werden wollten. Während die Erwachsenen gern die von freiwilligen Helfern der VR-Bank gegrillten Wildschweinwürstchen oder Nackensteaks verspeisten, bevorzugten die Kinder frisches Popcorn vom Stand der Arbeiter-Samariter-Jugend. Und das gab es reichlich kostenlos. Dort verwandelten Rebecca Rippe und Silvia Pethran Mädchen und Jungen, je nach Wunsch, in „Prinzessinnen“ oder „Tiger“, auch gab es lustige Motive für die ganz Kleinen. „Es sind spezielle Kinderschminkfarben“, erklärten die ASJler, „hochwertige Gesichtsfarben, ungiftig und leicht wasserlöslich“. Zusätzlich „verschönerten“ sie Kinderarme und -beine mit Tattoos. Die sechsjährigen Zwillinge Erik und Emilia warfen mit Tennisbällen nach den aufgetürmten Dosen, die scheppernd zu Boden fielen.

Kids im Einsatz

In einer Holzwand in Form eines Hauses waren „brennende Fenster“ aufgemalt, die, getroffen von einem Wasserstrahl, nach hinten klappten. Das „brennende Haus“ mit einer Wasserspritze „löschen“ gelang schon dem zweijährigen Jannis. Florian Gude, Kinderfeuerwehrwart der freiwilligen Feuerwehr Münden, half ein bisschen dabei. Er und Betreuer Lukas Messerschmidt laden schon die Kleinsten zu den Spielnachmittagen der Minifeuerwehr ein. „Für die drei bis sechsjährigen steht noch das Spiel im Vordergrund“, sagt Gude, „sie lernen Pflaster anbringen, einen Notruf absetzen“. Bei der Kinderfeuerwehr sind Sechs- bis Zwölfjährige, danach in der Jugendfeuerwehr. Die Freiwillige Feuerwehr veranstaltet außerdem Fahrten, zum Beispiel zur Sababurg. Es gibt Freizeiten und Jugendzeltlager. „Letztes Jahr hatte die Freiwillige Feuerwehr 287 Einsätze“, erzählt Messerschmidt. „Aktuell sind es 166“. Dabei geht es nicht nur um Brände, sondern auch beispielsweise um Verkehrsunfälle oder Tierrettung.

Der zweijährigen Jannis „löscht das Feuer“. Links Mutter Sonja, rechts Kinderfeuerwehrwart Florian Gude.

Zum „Fast Gruseln“ war das Gespenst am Turm. Denn, so sagte es von sich selbst, es sei „nur ein Halbgespenst“. Richtige Gespenster gehen durch Wände, er aber brauche Schlüssel zum Aufschließen des Tillyturms. Bevor die Kinder dann die Treppen nach oben steigen durften, musste jedes so laut und fürchterlich schreien, wie es konnte. Das war gar nicht so leicht und wurde oft mehrere Male geübt. Oben angekommen erwähnte das Gespenst, alias Thorsten Schmook, die hiesigen Märchenorte der Gebrüder Grimm, erzählte die Sagen von Saba-, Trendel- und Bramburg und das unbekanntere Märchen „Die klugen Schneider“.

Jedes Los für 2 Euro gewann. Mündener Geschäfte hatten reichlich gespendet, darunter Gläser, ein Badmintonschläger, eine Küchenmaschine und als Hauptgewinn ein Trekkingrad für Kinder von der Firma Schelp. Die Einnahmen kommen der Schutz- und Fördergemeinschaft Tillyschanze zu Gute. Auch gab es wieder einen Luftballon-Weitflug-Wettbewerb. Gewinnerin des letzteren war die Mündenerin Caroline Gantzer. Ihr Ballon flog 95 Kilometer bis nach Niederjossa. 63 Kilometer bis nach Neuorschen schaffte es der Ballon Noah Hartmann aus Reinhardshagen. Den dritten Platz belegte Magdalen Böling. Ihr Ballon flog nach Kassel. Alle drei erhielten Geldpreise.

Der Oldtimerbus der Reisegesellschaft Arnoldi fuhr im Stundentakt vom Tanzwerder zum Turm und zurück mit Zwischenhalt am Parkplatz „Altes Krankenhaus“. Es gab reichlich gekühlte Getränke und Kaffee und Kuchen der Waldgaststätte. Am Abend „rockte“ Hessens bekannte Steven Stealer Band und stellte auch ihre neue CD vor. Es war das zehnte Konzert der Open Air-Konzertreihe „Rock am Turm“.

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