Fledermaus kann aufatmen

Hessen, Bad Sooden-Allendorf und IG Hundelhausen unterzeichnen Naturschutz-VertragBad Sooden-Allendorf. Nach fast zweijhriger Verhandlung in der

Hessen, Bad Sooden-Allendorf und

IG Hundelhausen unterzeichnen Naturschutz-Vertrag

Bad Sooden-Allendorf. Nach fast zweijhriger Verhandlung in der Pilotphase des Vertragsnaturschutzes haben Umweltminister Wilhelm Dietzel und Waldbesitzerprsident Michael Freiherr von der Tann vor den Augen der Vertreter des Hessischen Waldbesitzerverbandes, der Waldinteressengemeinschaft Hundelshausen, der Stiftung Natura 2000, Brgermeisterin Angela Fischer und Regierungsprdient Lutz Klein wichtige nderungen und Anpassungen des Rahmenvertrages fr den Naturschutz im Wald unterschrieben. Damit kommt endlich Bewegung zwischen dem Land Hessen und einzelnen privaten und kommunalen Waldbesitzern.

Heute ist ein guter Tag fr den Naturschutz und die Waldbesitzer, so von der Tann. Er gratulierte dem Brgermeister der Stadt Bad Sooden-Allendorf (etwa 1.500 Hektar Wald im FFH-Gebiet) und den Waldinteressenten Hundelshausen (138 Hektar mit 78 Anteilseignern), die gleich im Anschluss mit dem Umweltminister einen Naturschutzvertrag fr den Stadtwald und den Interessentenwald abschlieen konnten. Die Badestadt und der Witzenhuser Ortsteil werden aus den Erlsen der Stiftung Natura 2000 bei ihren Naturschutz-Bemhungen finanziell untersttzt.

Lange Anlaufphase

Bereits im November 2002 haben der Hessische Umweltminister, der Waldbesitzerverband, der Stdte- und Gemeindebund und der Stdtetag den Rahmenvertrag fr den Naturschutz im Wald abgeschlossen. Er regelt die Bedingung und ist die Grundlage fr Naturschutzvertrge zwischen Waldbesitzern und dem Land. Das Land verpflichtet sich, in solchen vertraglich geschtzten Gebieten (Werra- und Werratal sind im FFH-Gebiet mit 24.000 Hektar vertreten, hessenweit sind es 440.000 Hektar) auf hoheitliche Schutzmanahmen, wie Verordnungen, zu verzichten und den Naturschutz im Wald mit dem Waldeigentmer gemeinsam zu organisieren.

Waldbesitzer verpflichten sich in dem Vertrag, bestimmte Leistungen zum Schutz von Arten und Lebensrumen zu bernehmen. Im Fall der Badestadt ist es der Erhalt von Bechsteinfledermaus (zirka 500 Exemplare, siehe Zusatz-Info) und seinen Verwandten Groes Mausohr (zirka 3.000 Exemplare). Da beispielsweise die Bechsteinfledermaus nicht in Bebuden, sondern in alten Baumhhlen haust, ist ein aktiver Naturschutz von Laubholzgebieten unerlsslich, erklrt Helmut Herbort vom Regierungsprsidium Kassel, zustndig fr die Schutzgebiete im Werra-Meiner-Kreis.

Waldbesitzer sollen dabei fachlich eng mit Naturschutzbehrden und -Experten zusammenarbeiten und seien an den fr das jeweilige Schutzgebiet aufgestellten Managementplan gebunden.

Mehr Rcksicht der Behrden

Wie von der Tann bemerkte erforderten Vertrge stndige Kommunikation und Abstimmung und frdern so das gegenseitige Verstndnis fr die Belange des Vertragspartners. Die Folge dieser Kooperation sei mehr Akzeptanz fr den Naturschutz bei den Waldeigentmern und mehr Rcksicht in den Behrden und Sensibilitt fr die Belange der Grundeigentmer.

Noch im Jahr 1996 wurde ber einen gesetzlichen Vorrang des Naturschutzes auf 10 Prozent der Landesflche heftig gestritten. Mit der Ausweisung der FFH- und Vogelschutzgebiete in Hessen sind rund 21 Prozent der Landesflche dem Naturschutz gewidmet. Damit hat sich die Flche naturschutzrechtlich ausgewiesener Schutzgebiete in Hessen in zehn Jahren fast verdoppelt.

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