Verständigung mit Händen und Füßen auf Mündener Baustelle

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(V.li.) Die französischen Auszubildenden Lucas Gimenez, Lionel Oehler, Emilien Fabron und Lionel Deymier mit Sabine Momm vom Vorstand der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt.

Azubis aus Frankreich helfen bei Haussanierung der Mündener Bürgergenossenschaft

Hann. Münden. Verständigt wird sich mit Händen und Füßen: In der Radbrunnenstraße wirbeln seit zwei Wochen fünf Auszubildende aus Südfrankreich. Die jungen Männer lernen dort an einer Berufsschule, die sich auf Zimmermanns- und Holzarbeiten spezialisiert hat. Noch zwei Wochen sind sie in der Dreiflüssestadt aktiv und werden auch in der Siebenturmstraße arbeiten. Das Gebäude wurde von der Bürgergenossenschaft Mündener Altstadt vor wenigen Tagen erworben, wie Sabine Momm vom Vorstand erklärt: „Die Azubis helfen beim Entrümpeln, schalen die Wände ein, bringen Lehmputz auf und schleifen Holztüren ab. Unser Angestellter Lutz Pötschke zeigt ihnen, was gemacht werden muss und sie setzen es um. Man verständigt sich mit Handzeichen, das funktioniert.“

Untergebracht sind die französischen Helfer im Gästehaus Tanzwerder vom Genossenschaftsvorsitzenden Bernd Demandt. Bei der Versorgung der jungen Männer, Arbeit macht schließlich hungrig, stellten die Fleischerei Schumann, die Bäckerei Mengel und die Mündener Käseecke Lebensmittel bereit.

Es ist das zweite Mal, dass die Berufsschule in Beaucaire, das in der Nähe von Montpellier liegt, Berufsschüler entsendet: „Bereits im vergangenen Herbst halfen Schüler hier in der Radbrunnenstraße bei der Sanierung der Fassade, beim Einbau der neuen Fenster und bei der Aufbereitung der Türen. Es war der erste Einsatz in Hann. Münden“, so Momm. Der Kontakt sei über Phil Oliver Ross zustande gekommen, der Berufsschullehrer habe bei Göttingen gelebt und sei der Liebe wegen nach Südfrankreich gezogen. Als er vor dem 9x24-Projekt zur Denkmal-Kunst gehört habe, sei er auf die Idee gekommen Berufsschulklassen nach Hann. Münden zu entsenden. Hier, so die Idee, könnten sie praktische Erfahrungen sammeln, teilt Momm mit.

Haus in der Siebenturmstraße gekauft

In der Siebenturmstraße hat die Genossenschaft kürzlich das dritte Haus erworben. Möglich wurde das durch einen Informationsabend Anfang März, dem 70 Interessierte im Rathaus besuchten. Hier wurden der Baufortschritt in der Radbrunnenstraße und das Gebäude in der Siebenturmstraße vorgestellt: „Auf einen Schlag traten uns 20 neue Mitglieder bei, die bis zu 30 Genossenschaftsanteile auf einmal erwarben. Damit konnten wir das Gebäude kaufen und werden auch die dringend nötigen Reparaturen am Dach vornehmen können, damit die Immobilie nicht weiter in Mitleidenschaft gezogen wird“, erklärt Bernd Demandt, Vorsitzender der Bürgergenossenschaft. Langsam, so Demandt, nehme die Bürgergenossenschaft Fahrt auf: „Man spürt, dass die Akzeptanz wächst, das wir ernst genommen werden. Die Leute sehen, dass wir jetzt bereits das dritte Haus gekauft haben und merken, dass unser Vorhaben, Immobilien vor dem Verfall zu retten, richtig und wichtig ist.“

Bauwochen laufen noch bis zum 14. April

Gestern haben die Bauwochen begonnen, die noch bis zum 14. April andauern. Freiwillige Helfer sind herzlich willkommen. „Es haben sich bereits einige Personen angekündigt, die uns tatkräftig unterstützen möchten. Wir gehen aber davon aus, dass sich weitere noch spontan dazu entscheiden uns zu helfen. Wir können jede Hand gebrauchen – wir haben ja jetzt zwei Häuser, auf die wir die Leute verteilen können“, freut sich Demandt.

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