Die freundliche Heizung

Innovative Holzhackschnitzel-Feuerungsanlage der Beruflichen Schulen und der Gesamtschule vorgestelltVon MATHIAS SIMONWitzenhausen. Als Kind oder Juge

Innovative Holzhackschnitzel-Feuerungsanlage

der Beruflichen Schulen und der Gesamtschule vorgestellt

Von MATHIAS SIMON

Witzenhausen. Als Kind oder Jugendlicher war man immer heilfroh, wenn man in den Wintermonaten noch etwas länger in den Schulräumen verweilen konnte, bevor der Bus endlich kam und einen nach Hause beförderte. Womit die eigene Schule eigentlich beheizt wurde, interessierte wohl die wenigsten Pennäler. Hauptsache sie war da. So wie in den Beruflichen Schulen und der Johannisbergschule. Beide Schulen heizen seit Dezember mit Holzhackschnitzel und haben bis heute 24.000 Liter Heizöl eingespart. Im Jahr belastet man die Umwelt so mit 400 Tonnen Kohlendioxid weniger. Die Biomasse wird in einer rund 550.000 Euro teuren Anlage verfeuert, die eine Wärmeleistung von 520 kW hat. Zum Vergleich: Heizungen in Wohnhäusern bringen eine Wärmeleistung von 15 bis 20 kW.

Bezahlt wird nach Megawattstunden

Durch die hohen Holzpreise spare man laut Aussage von Diplom-Wirtschaftsingenieur Christian Seeger (Idee-Seeger, Hessisch Lichtenau) im Gegensatz zum Heizen mit Öl keinen nennenswerten Betrag. Dafür produziere die Anlage gerade mal 50 Prozent des zulässigen Staubwertes. Neben dem Aspekt der Umweltfreundlichkeit reiht sich der wirtschaftliche ein. Das Geld für die Energie, sprich Holzhackschnitzel, bleibe in der Region. Für die Anlieferung des Brennstoffes sorgt das Unternehmen Teerling aus Einbeck. Es bekam bei der Ausschreibung um die günstigste Holzhackschitzel-Versorgung den Zuschlag. 240 Kubikmeter des Brennstoffes liefert der Forstdienstleister pro Monat an: „Bei den jetzigen Bedingen. Wir hatten einen milden Winter. Bei zweistelligen Minusgraden würde die Anlage mehr verbrauchen“, erklärt Rüdiger Sauerland, Mitarbeiter des Unternehmens. Der Träger dieser Anlage, der Eigenbetrieb „Gebäudemanagement Werra-Meißner-Kreis“, zahle in diesem Fall aber keinen Cent mehr. Denn es wird nicht nach Kubikmeter Holzhackschnitzel, sondern nach Megawattstunden abgrechnet. Ein Kosten-Risiko liege also nicht beim Kunden, sondern dem Zulieferer. Er müsse deshalb zusehen, dass sein zerkleinertes Holz einen hohen Brennwert besitzt.

Im August 2007 wurde mit dem Bau der Anlage begonnen, ehe man sie vier Monate später zum ersten Mal anfeuerte. Seitdem läuft sie Tag und Nacht. Zischenfälle gibt es hin und wieder mal. Dann muss Gerd Dräbing ran. „Es kann schon mal vorkommen, dass zu große Hackschnitzel-Stücke das automatisch laufende Befeuerungssystem blockieren. Es kann sein, dass ich dann nachts raus muss“, erkärt der Hausmeister. Sollte die Anlage zum Stillstand kommen, dann wird eine separate Gasheizung zugeschaltet.Die Kosten für das moderne Heizsystem übernimmt zum größten Teil das Gebäudemanagement des Kreises. Bund und Land steuerten 180.000 Euro dazu.

„Wir sind stolz auf die Anlage in unserer Ausbildungsstätte. Wir gehen hier umweltorientiert vor und benutzen beispielsweise in unserer Cafeteria Mehrweggeschirr. Die Anlage passt in unser Konzept. Und ich bin mir sicher, dass die Anlage in der Region weitere Nachahmer finden wird“, so Bernd Funk, Leiter der Beruflichen Schulen Witzenhausen.

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