Frühlingserwachen am Arbeitsmarkt

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Landkreis Göttingen. Der Frühling hat Einzug auf dem Arbeitsmarkt gehalten. Die Zahl der Arbeitslosen sank im März auf 15.720, damit waren 575  (3

Landkreis Göttingen. Der Frühling hat Einzug auf dem Arbeitsmarkt gehalten. Die Zahl der Arbeitslosen sank im März auf 15.720, damit waren 575  (3,5 Prozent) weniger Menschen arbeitslos gemeldet als im Februar. Dass es sich bei der Belebung nicht um ein kurzfristiges laues Lüftchen sondern um einen steten Aufwind handelt, verdeutlicht ein Blick auf den Vorjahresmonat: Im Vergleich zum März 2011 sank die Arbeitslosigkeit binnen Jahresfrist um 2.325 (12,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag im März bei 7 Prozent und damit 1,1 Prozentpunkte unter der Quote des Vorjahresmonats. "Der Markt zieht wieder an, das sieht man nicht nur an den gesunkenen Arbeitslosenzahlen, sondern auch an dem deutlich gestiegenen Bedarf an Arbeitskräften", erläuterte Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen.

"Im Vergleich zum letzten Jahr liegt Ostern 2012 deutlich früher. Erfahrungsgemäß warten viele Arbeitgeber diesen Termin noch ab, bevor sie ihren Personalbedarf realisieren, wir rechnen im April daher mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit."Bestätigt wird die Aussage des Agenturchefs durch einen Blick auf die Entwicklung derStellenangebote im März. Im zurückliegenden Monat meldeten Unternehmen und Verwaltung 1.075 Stellen bei der Agentur für Arbeit. Das waren 169 mehr als im Vormonat und 164 mehr als im März 2011. Arbeitsuchende konnten sich im März auf insgesamt 2.089 gemeldete Stellen im Raum Südniedersachsen bewerben, 1.806 davon waren sozialversicherungspflichtig. Nach wie vor werden insbesondere Fachkräfte in den Bereichen der Metallbe- und -verarbeitung, im Elektronikbereich sowie der Altenpflege gesucht. Aber auch aus dem Hotel-und Gaststättengewerbe war eine rege Nachfrage zu verzeichnen.

Während Fachkräfte also in vielen Branchen stark nachgefragt sind, wird es für Arbeit-nehmer ohne Ausbildung zukünftig immer schwieriger werden, einen entsprechenden Arbeitsplatz zu finden. Der Anteil der Arbeitsverhältnisse Ungelernter an allen sozial-versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen liegt in Südniedersachsen lediglich bei 13,2Prozent – Tendenz sinkend. Für Arbeitsuchende ohne Berufsausbildung besteht somit ein hohes Risiko für Eintritt und Verbleib in Arbeitslosigkeit.Die Arbeitsagentur werde, so der Agenturchef, vor diesem Hintergrund nicht müde, immer wieder bei Unternehmen und bei den jungen Menschen selbst für Berufsausbil-dung zu werben. Keineswegs chancenlos sieht Gläser junge Menschen, die noch keine Ausbildungszusage haben: "Wer jetzt noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, soll-te den Kopf nicht in den Sand stecken, die Auswahlverfahren, gerade in kleineren Un-ternehmen, sind vielerorts noch längst nicht abgeschlossen." Empfehlenswert sei ins-besondere der direkte Kontakt zu den Betrieben – der zum Beispiel in lockerer Atmo-sphäre auf dem Northeimer BerufsInfoMarkt am 21. April in der BBS II Northeim gesucht und hergestellt werden könne.

Seit Oktober haben die Betriebe der Region 2.019 Ausbildungsstellen bei der Arbeits-agentur gemeldet, 23 weniger als im vorherigen Jahr. 1.277 offene Lehrstel-len warten noch auf den oder die passende Azubi. Demgegenüber haben sich seit Ok-tober 2.342 Ausbildungsuchende bei der Arbeitsagentur oder den Jobcentern gemeldet, 87  mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Aktuell sind noch 1.278 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Ar-beit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen sol-che Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber z.B. im Rahmen von arbeits-marktpolitischen Maßnahmen gefördert werden1. Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im März 21.437. Damit lag die Unterbeschäftigung um 2.898 unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Göttingen im Jahresverlauf

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Göttingen verlief in den zurückliegenden Monaten mit den regional üblichen, saisonal bedingten Höhen und Tiefen. Seit Februar 2010 werden allerdings aufgrund günstiger konjunktureller Einflüsse konstant die jeweiligen Werte des Vorjahresmonats unterschritten.

Entwicklung in den Landkreisen

Einheitlich verlief die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in den zum Agenturbezirk Göt-tingen zählenden Landkreisen Göttingen, Northeim und Osterode am Harz. In allen Landkreisen sank die Arbeitslosigkeit sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote betrug im Landkreis Göttingen 6,2 Prozent, im Landkreis Northeim 7,3 Prozent und im Landkreis Osterode 9,3 Prozent.In absoluten Zahlen waren im Landkreis Göttingen im März 7.819 Menschen arbeits-los, 273 (3,4 Prozent) weniger als im Februar und 1.827 (18,9 Prozent) weniger als vor ei-nem Jahr. Im Landkreis Northeim sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Februar um 236 (4,4 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahresmonat um 194 (3,7 Prozent). Damit waren kreisweit im März 5.107 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Landkreis Os-terode waren 3.564 Menschen arbeitslos, 107 weniger als im Februar, und 381 weniger als im März 2011.Auch in den Nachbarbezirken der Göttinger Arbeitsagentur sank die Arbeitslosigkeit, die Arbeitslosenquote lag deutlich unter der vom März 2011. In Hildesheim sank die Arbeitslosenquote auf 7,5 Prozent (Vorjahresmonat: 8,4 Prozent) und in Hameln auf 8,3 Prozent (8,7 Prozent), in Goslar betrug die Arbeitslosenquote 9,3 Prozent (9,9 Prozent). Der auf hessischer Seite angrenzende Agenturbezirk Kassel wies eine Arbeitslosenquote von 6,8 Prozent aus (7,2 Prozent), im thü-ringischen Nachbarbezirk Nordhausen lag die Arbeitslosenquote bei 10,2 Prozent (11,4 Prozent).

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