Fünf Monate auf Bewährung und Geldstrafe für 46-Jährigen

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Bewährungsstrafe: Mann aus dem Altkreis Münden hatte sich "irrtümlich" Kinderpornos auf den Laptop geladen.

Hann. Münden. Wegen des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Schriften ist ein 46-Jähriger aus dem Altkreis Münden am Donnerstag zu einer fünfmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Außerdem muss der Mann 1.800 Euro an die Aktion "Kunderschutz.de" zahlen. Am 9. Februar 2016 hatten Beamte die Wohnung des 46-Jährigen durchsucht und dabei Laptops und eine Festplatte beschlagnahmt. Darauf wurden später 50 illegale Bild- und Videodateien gefunden. Auf seine Spur war das Landeskriminialamt Nordrhein-Westfalen bei der überwachung von Internetportalen gekommen, über die man Filme und TV-Serien herunterladen kann. Die Polizeiinspektion Göttingen wurde für die Ermittlungen vor Ort eingeschaltet.

Der Angeklagte gab vor Gericht an, das belastende Material "irrtümlich und zufällig" mit anderen Dateien heruntergeladen zu haben. Man habe vorher nicht erkennen können, welchen Inhalt die Dateien hatten. Erst als er sich einen Teil des heruntergeldenen Materials angesehen habe, habe er gewusst, um was es sich dabei handelte. Da sei es aber bereits zu spät gewesen. Das Ganze sei ein Fehler gewesen, der ihm sehr leid tue. Er habe die Daten eigendlich umgehend gelöscht. Deswegen sei es ihm auch ein Rätsel gewesen, warum die Bilder und Videos beim Kopieren über die Festplatte auf einen neu gekauften Rechner gelangen konnten. Es sind die Geräte, die die Beamten schließlich mitnahmen und überprüften.

Die Staatsanwaltschaft glaubte den Ausführungen des 46-Jährigen nicht. Er hätte die Dateien effektiv löschen und bei der Polizei anzeigen müssen. Bei der Wohnungsdurchsuchung habe er die Polizisten darauf hingewiesen, dass sich auf den Geräten illegale Daten befinden würden – er habe also die ganze Zeit davon gewusst. Ein weiterer Beweis: Die Bilder und Videos hätten sich in manuell angelegten Ordnern befunden. Der Angeklagte habe sie also bewusst archiviert. Richterin Dr. Christine Kunst erhöhte die von der Staatsanwaltschaft geforderte Freiheitsstrafe aufgrund der Gegebenheiten um zwei auf insgesamt fünf Monate, reduzierte jedoch die Geldstrafe um 200 Euro. Der Mann war nicht vorbestraft.

Angeklagter wohnt mit Tochter zusammen – Jugendamt eingeschaltet

Da der geschiedene 46-Jährige mit seiner 16-jährigen Tochter zusammenwohnen würde, hätte sich auch das Jugendamt eingeschaltet, aber nach Klärung des Sachverhalts keine familiengerichtlichen Maßnahmen eingeleitet. "Wenn Sie allerdings nochmal auffallen, wird das Jugendamt erneut bei Ihnen vorbei kommen und dann ganz genau hinschauen", mahnte Kunst.

Der Mann erklärte sich zu einer freiwiligen DNA-Untersuchung und Speicherung bereit. Er hat außerdem die Kosten des Verfahrens zu tragen. Den Laptop und die Festplatte auf der die belastenden Dateien gefunden wurden, behält die Staatsanwaltschaft ein. Die Geräte werden vernichtet. "Lassen Sie sich das eine Lehre sein. Stellen Sie sich vor, dass es Ihre Tochter auf den Bildern hätte sein können", gab Kunst einen Denkanstoß.

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