Integration von Flüchtlingen soll gefördert werden

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(V.li.) Ekkahart Bouchon, Galerie Dreiklang, Magdalene Günther, Geschäftsführerin GAB, Liridona Kurtej, Ahmad Ahmad, Katharina Imke, Sozialarbeiterin, Masoud Hoseini und Antje Scholz, Standort- und Projektleitung.

Leuchtturmprojekt bei der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen mbH

Hann.Münden.  Flüchtlinge in die Gesellschaft integrieren, asylsuchende Personen mit Aufenthaltserlaubnis und Langzeitarbeitslose mit Migrationshintergrund in betriebliche Ausbildung zu vermitteln, sind Ziele eines Leuchtturmprojektes, das zurzeit bei der GAB durchgeführt wird. An zwei Standorten, in Hann. Münden in der Kurhessenstraße 13 und in Wollershausen, stehen jeweils 50 Plätze zur Verfügung.

In einem Pressegespräch erläuterte Magdalene Günther, Geschäftsführerin der GAB, das Leuchtturmprojekt „Blogger at work“ des Europäischen Sozialfonds (ESF). Die von dem Projekt ausgehende Signalwirkung für zahlreiche Folgevorhaben soll „via Social Media“ öffentliche Bekanntheit erreichen. Ein Blogger macht auf Veranstaltungen aufmerksam, wie einem Stand beim „Frühlingserwachen am 9. April“, berichtet über „relevante Projektaktivitäten“, Konzerte oder Kunstworkshops. Die sämtlich freiwilligen Teilnehmer am Projekt sind aufgeteilt in drei Gruppen, Frauen, jüngere und ältere Männer. Während diejenigen in Wollershausen in der Einrichtung wohnen, sind die 25 Teilnehmer aus Münden dezentral untergebracht. Weitere 25 Plätze sind noch offen. Das IFuB (Integrierte Flüchtlingsunterkunft und Begegnungszentrum) im ehemaligen Vereinskrankenhaus wird in Kürze fertiggestellt und ungefähr 200 Flüchtlingen Unterkunft bieten. Es wird ein offenes Haus der Begegnung sein mit Bistro, Jugendraum, Werkstätten, Besprechungsräumen, Außenterrasse und Kinderspielplatz. Ziel ist es, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts „durch persönliche und berufliche Bindung in Münden bleiben“, so Magdalene Günther.

Zwei Jahre dauerndes Projekt Das Leuchtturmprojekt läuft über 23 Monate mit einer Nachbetreuung von vier Monaten. Die erste Phase begann am 1. Oktober 2016 und endet zum 31. März 2017. In dieser „Stabilisierungsphase“ wurde und wird auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer eingegangen. Themen sind Gesundheit, Beruf und Sprache. Zur Verfügung stehen ein Physiotherapeut, eine Ergotherapeutin, „Anleiter“ für Tischlerei, Hauswirtschaft und Altenpflege, sowie Dolmetscher für Arabisch und Farsi, bei Bedarf auch weitere Übersetzer. Jede Trainingseinheit umfasst zwei Stunden, täglich in der Zeit von 9 bis 15.30 Uhr.

In der zweiten zwölfmonatigen Qualifizierungsphase vom 1. April 2017 bis 31. März 2018 liegen die Schwerpunkte auf „Home, Health & Care“, „Handwork“ und „Culture Club“. Auf dem Programm steht berufsfeldbezogener Sprachunterricht, betriebliche Qualifizierung und als innovatives Teilprojekt „Blogger at Work“.

Masoud Hoseini und Ahmad Ahmad bei der Fertigung von „variabler Kunst“.

Die dritte „Vertiefungsphase“ vom 1. April bis 31. August 2018 ist der Vorbereitung auf den Erwerb eines Zertifikates innerhalb der Teilprojekte gewidmet. „Grundlagen der häuslichen und kultursensiblen Altenpflege im Berufsfeld Pflege“, „Verlegen von Beton-Platten & Gehölze Pflanzen im Berufsfeld GALA“ und „Gästebetreuung und Warenwirtschaft im Berufsfeld Gastro“. „Wir wollen zeigen, wie Prüfung in Deutschland funktioniert“, erklärt Antje Scholz, Standort- und Projektleiterin der GAB. Danach betreut die Sozialarbeiterin Katharina Imke vier Monate lang die Teilnehmer, die sich in Ausbildung befinden. In einem Kreativworkshop unter Leitung von Ekkahart Bouchon und Nina Geling der Galerie Dreiklang haben die Gruppenmitglieder Bilder gemalt und Holzarbeiten selber entwickelt und hergestellt, zum Beispiel Holzpuzzle. „In jedem steckt ein Künstler“, erklärt Bouchon und lobt deren „große Begeisterung“.

Finanziert wird das Leuchtturmprojekt vom Wirtschaftsministerium aus dem Europäischem Sozialfonds in Kooperation mit dem Landkreis Göttingen, der unter anderem die Nachbetreuung, die Unterhalts- und Fahrtkosten übernimmt.

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