Jüdische Händler im Blickpunkt

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Werbung des Schusters: Eine der zahlreichen Anzeigen jüdischer Geschäftsinhaber in den Mündenschen Nachrichten von 1894.

Mündener Bürger gedenken den Opfern des Nationalsozialismus

Hann. Münden. Am Samstag, 27. Januar, laden die Stadt Hann. Münden, die Mündener Geschichtsvereine unter Leitung des Vereines „Erinnerung und Mahnung“ zu einer Gedenkveranstaltung und einem anschließenden Rundgang durch die Stadt ein. Beginn ist um 15 Uhr an der Gedenkstele an der Südseite des Rathauses mit einer Rede des Bürgermeisters Harald Wegener. Im Anschluss bietet sich Gelegenheit zu einem Rundgang durch die Altstadt unter dem Thema „Kauf doch mal bei Rosenberg! – die jüdische Geschäftswelt vor 1933 in Münden“. Unter der Leitung von Stadtarchivar Stefan Schäfer soll an einigen Beispielen die einstige Bedeutung jüdischer Händler für die Dreiflüssestadt hervorgehoben werden. Vor den Verfolgungen durch die Nationalsozialisten lebten rund 100 Personen jüdischen Glaubens in Münden, deren Familien ganz überwiegend Handel trieben. Sie hießen unter anderem Blankenberg, Edinger, Feilmann, Grünklee, Hammerschlag, Katzenstein, Lipschütz, Löwenthal, Madelong, Meyer, Proskauer, Rosenberg, Schwalm und Sommerfeld. Hinter den meisten Familien stehen hingegen vergleichsweise kleine Betriebe. Familie Rosenberg arbeitete sich jedoch zum führenden Textilhändler in Münden empor. Wenn es auch vor 1933 immer wieder mal zu antisemitischen Vorfällen in der Stadt gekommen ist, so waren die zumeist Jahrzehnte lang existierende Geschäfte bei ihren Kunden sehr beliebt.

An Schicksale erinnern

Vor einigen Gebäude, in denen sich die Geschäfte und zumeist auch die Wohnsitze der Familien befanden, soll das wirtschaftliche Leben der Betriebe erläutert und an das Schicksal erinnert werden, das neben dem wirtschaftlichen und menschlichen Herausdrängen aus Münden, Exil und Neuanfang oder physische Vernichtung bedeutete. Erwachsene Männer werden um das Tragen einer Kopfbedeckung zum Gedenken an der Stele gebeten.

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