„Es geht uns alle an”

Ein Turm an der A7 soll frs Werratal werben Ideengeber Wolfgang Dovidat im InterviewVon MATHIAS SIMONWerra-Meiner-Kreis. Nachdem

Ein Turm an der A7 soll frs Werratal werben Ideengeber Wolfgang Dovidat im Interview

Von MATHIAS SIMONWerra-Meiner-Kreis. Nachdem alle Versuche gescheitert sind, die an der A 7 bezeichnete Drammetal-Abfahrt zur A 38 zu Gunsten des Werra-Meiner-Kreises umzubenennen, machen Wolfgang und Dennis Dovidat zum wiederholten Male auf ihre Idee aufmerksam. Die Betreiber des Burghotels Witzenhausen befrworten mit Nachdruck, einen Werbeturm mit der Aufschrift Nchste Ausfahrt... Werratal direkt an der A7 errichten zu lassen. Damit wrden Reisende in den Kreis gelockt, um als Touristen hier auch mal die eine oder andere Nacht zu verweilen und Geld in der Region zu lassen. Der MARKTSPIEGEL sprach mit einem der Ideengeber des Werbetrgers, Wolfgang Dovidat.MARKTSPIEGEL: Herr Dovidat, ein 15 Meter hoher Turm mit einer Werbeflche von 10 mal 10 Metern wrde Ihren Berechnungen nach gut und gerne 180.000 Euro kosten. Ist das nicht ein bisschen viel Geld fr den Kreis?Wolfgang Dovidat: Keineswegs. Es wre eine dauerhafte Investition. Schauen Sie: Im vergangenen Jahr kostete uns die Werbung auf der Grnen Woche in Berlin mit Stand, Personal etc. rund 125.000 Euro. Bisher hat sich allerdings noch kein einziger Tourist aus Berlin bei mir blicken lassen. Auerdem war es eine zeitlich begrenzte Aktion der Turm hingegen wrde dauerhaft werben, Tag und Nacht. Einen Teil der Werbeflche knnte man, zum Beispiel an Burger King oder Mc Donalds, brigens vermieten und damit die Kosten fr den Bau reduzieren.

MS: Laut Gesetz ist das Werben mit solchen Tafeln an Autobahnen aber verboten...Dovidat: Ich bitte Sie! Wenn man auf der Autobahn reist, sieht man doch berall Werbetrme stehen. In Dessau wirbt sogar ein Gebilde mit der Aufschrift An Dessau kommt keiner vorbei fr den Standort warum soll das denn hier nicht gehen? Man muss nur wollen.

MS: Manche Witzenhuser halten den Werbe-Turm fr berflssig und wollen stattdessen das Autobahnschild an der Abfahrt Hedemnden mit dem Zusatz Werratal versehen. Wie stehen Sie dazu?Dovidat: Tja, das sind Leute, die keinerlei Hintergrundwissen besitzen. Das wurde doch alles schon diskutiert: Die Autobahnabfahrt befindet sich in Niedersachsen. Ergo entscheidet nicht Hessen wie die Abfahrt genannt wird. Ich habe da ganz oben angefragt. Sogar bei Roland Koch nichts zu machen. Jetzt mssen wir uns selbst helfen.

MS: Der Werbe-Turm msste also auch auf hessischem Boden stehen. Wie knnte das gehen? Dovidat: Ich nenne Ihnen aus dem Stehgreif drei Personen, die in Hessen direkt an der A7 Land besitzen. Ein Kontakt besteht bereits. Daran soll es nicht scheitern.

MS: Was sagen denn die Entscheidungstrger zu ihrer Idee?Dovidat: Unser Kreisbeigeordneter Henry Thiele oder Landrat Stefan Reu haben alle Informationen vorliegen. Ebenso die Wirtschaftsfrderung zwecks Finanzierung. Bisher habe ich aber noch keine befriedigende Antwort erhalten.

MS: rgert Sie das?Dovidat: Wenn ich bedenke, das wir schon soviel Zeit mit der geforderten nderung des Autobahnschildes Drammetal vergeudet haben und uns die Zeit wegrennt, dann ja. Vieles in der Region hngt vom Tourismus ab. Es sind ja noch nicht mal mehr die Hotels alleine, die von den Besuchern leben. Auf Grund des konomischen Kreislaufes wirkt sich das auf alle Betriebe hier aus sogar auf die Metzgerei um die Ecke. Es geht also alle etwas an.

MS: Wie sieht es denn ganz konkret bei Ihnen mit den Buchungen aus?Dovidat: Bis vor drei Jahren waren 30 Prozent unserer Kunden Transit-Gste, 50 Prozent Firmenbesucher, Monteure oder Gste der Universitt und nur 20 Prozent waren Touristen, fr die die Werbung der touristsichen Vereine und Verbnde betrieben wird. Mit einem kreisweiten und personellen Aufwand von zirka 1 Million Euro.

MS: Und heute?Dovidat: Seit dem Umbau der Autobahnabfahrt Friedland in Autobahnkreuz Drammetal sind nachweislich 30 Prozent also alle Transit-Reisenden ausgefallen. Fr uns ist das eine ganz bittere Pille.

MS: Sie nannten das Beispiel mit der Werbetafel in Dessau. Ist Ihnen an der A7 ein Fall bekannt, bei dem eine Tafel fr Werbezwecke eingesetzt wird?Dovidat: Ja. Ende 2004 hat Niedersachsens Landrat Reinhard Schermann einen 45 Meter hohen Werbemasten fr den Autohof bei Lutterberg genehmigt. Das war wegen der Umweltauflagen bestimmt nicht einfach. Doch manchmal heiligt der Zweck eben die Mittel. Manchmal ist es eben wichtiger, Arbeitspltze zu sichern als die Nistpltze seltener Vogelarten. Wie gesagt, man muss nur wollen.

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