Die gesunde Basis muss bleiben - Landrat blickte auf die Ärzteversorgung

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Hann. Münden. Mit Blick auf die demografische Entwicklung und die steigende Zahl an hochaltrigen Menschen hatte der Landkreis Göttingen vergangene

Hann. Münden.Mit Blick auf die demografische Entwicklung und die steigende Zahl an hochaltrigen Menschen hatte der Landkreis Göttingen vergangene Woche zu einem Informationsgespräch eingeladen.Im Fokus stand die aktuelle und künftige ärztliche Versorgung im Altkreis Hann. Münden, die  der  Landkreis gewährleistet wissen möchte.Und so hatte Landrat Reinhard Schermann den Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Göttingen, Harald Jeschonek, Dr. Rolf Holbe vom Bezirksauschuss der Kassenärztlichen Vereinigung und den in Hann. Münden tätigen Arzt Dr. Achim Echtermeyer als Vertere der KV Hann. Münden sowie Mündens Bürgermeister Klaus Burhenne ins Rathaus der Dreiflüssestadt eingeladen."Es sind sehr viele Facharztgruppen hier in Hann. Münden, so dass man ein breites Spektum in Anspruch nehmen kann", informiert Harald Jeschonek.Die Hausarztversorgung liegt in Hann. Münden, Staufenberg und Dransfeld mit 30 Ärzten bei 118 Prozent bei den Orthopäden beispielsweise bei 188 Prozent, die Ärzte in den Krankenhäuser sind dabei nicht eingerechnet – das sagt die Statistik der KV, die die Pflicht hat, die ärztliche Versorgung zu gewährleisten.Doch das Durchschnittsalter der Ärzte ist hoch: "Über die Häfte der Ärzte sind über 55 Jahre, 12 über 60, so dass hier ein Hausärztebedarf da ist, und es wichtig ist, sich um Nachwuchs zu kümmern", meinte Jeschonek. "Die Nachwuchszahlen sind zu gering", sagte auch Dr. Echtermeyer. "Die Ärztearbeitslosigkeit war schon immer gering, jetzt ist sie bei null."Und Schermann fragte die Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung, wie sie sicherstellen, dass in den nächsten 10 bis 15 Jahren die Versorgung noch nach dem erforderlichen Standard erfüllt werde.Dafür macht die KV Informationskampagnen an der UMG. Propagiert werde, dass die Hausärztemedizin auf dem Lande viel interessanter ist als die Hochleistungsmedizin an den Unikliniken. "Auch werden seit eineinhalb Jahren regelmäßige Sprechstunden für Medizinstudenten durchgeführt", informierte Jeschonek.  Die Entwicklung gehe auch zu Gemeinschaftspraxen, so sei die Selbsständigkeit einfacher zu händeln.Einen gewissen Engpass gäbe es in Zukunft in Staufenberg,   so Jeschonek, da müsse nun geworben werden und auch die Gemeinde sei gefordert entsprechende Bedingungen zur Verfügung zu stellen."Es gibt eine ausgezeichnete Versorgung in Altkreis Münden weit über 100 Prozent, in bestimmten Bereichen sogar über 400 Prozent", fasste Schermann erfreut zusammen. "Ich glaube wir sind mit den Ärzten gut besetzt und qualitativ sogar überbesetzt", so auch Burhenne."Wir stehen gut da, aber man muss auch die Perspektive sehen und die gesunde Basis erhalten", ergänzte Schermann.

Zwischenruf von Antje Schumacher

Gut, dass man sich beim Landkreis Göttingen, der Stadt Hann. Münden und der Kassenärztlichen Vereinigung schon jetzt Gedanken über die Zukunft der ärztlichen Versorgung macht. Zwar gibt es momentan im Altkreis Münden noch keinen Engpass, sondern eher ein gutes Angebot für den Patienten und sogar in vielen Bereichen ein "luxeriöses" Überangebot, doch der Blick nach vorn ist wichtig. Der Landarzt habe ein viel spannenderes und umfangreicheres Arbeitsfeld, dort werde die richtige Medizin praktiziert, wirbt die Kassenärztliche Vereinigung.  Der Hausarzt ist doch der Mensch, den man sich als erstes im Krankheitsfall anvertraut. Auch die Gemeinden sollten sich Gedanken machen, wie sie den jungen Ärztinnen  oder Ärzten die Praxis auf dem Lande versüßen können.Gerade nicht mobile, alte Menschen brauchen den Arzt im Ort, der im Notfall auch auf einen Hausbesuch vorbeikommen kann.

Ein Blick aufs pflegerische Angebot

Hann. Münden. Auch auf die pflegerische Versorgung im Landkreis Göttingen wurde bei dem Informationsgespräch zu dem Landrat Schermann am Donnerstag eingeladen hatte, geblickt. Es ist eine ausreichende ambulante, teilstationäre und vollstationäre Versorgungsstruktur vorhanden, auch Essen auf Rädern und Hausnotrufsysteme. Bisher gäbe es im Altkreis Münden noch keine  Einrichtung, die ausschließlich Kurzzeitpflege anbiete, diese werde  jedoch von den Alten- und Pflegeeinrichtungen übernommen. Neben den zwei ambulanten Hospizdiensten in Hann. Münden sei nun auch mit dem Bau der ersten stationären Hospizeinrichtung begonnen.

Der Landkreis hat die Funktion der Heimaufsicht. Doch: "Leben daheim, statt im Heim, das ist der Grundsatz den wir verfolgen", sagte Landrat Reinhard Schermann bei dem Informationsgespräch im Hann. Münden. Und so wolle  man  die Nachbarschaftshilfe die schon bei den Modellprojekten  in Gemeinde Friedland und Rosdorf unterstützt wurde, weiter voranbringen, der Kreistag hat die Freigabe von weiteren Mitteln beschlossen. Die Samtgemeinde Dransfeld, die Stadt Hann. Münden und die Gemeinden Staufenberg haben vereinbart, gemeinsam den Aufbau einer ehrenamtlichen Nachbarschaftshilfe in enger Kooperation mit der Sozialstation Hann. Münden durchzuführen.Auch biete der Landkreis mit mit seinem Pflegestützpunkt einmal im Monat und zusätzlich nach Bedarf Sprechtage in den Räumlichkeiten des Jobcenters in Auefeld 10 an.

Auch die Angebotslandkarte helfe über  Hilfs- und Unterstüzungsleistungen  im Landkreis Göttingen zu informieren, die kostenlos unter anderem im Rathaus Münden und beim Landkreis erhältlich ist.

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