Gimte feierte den Ausnahmezustand

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Die Hechtgarde gab sich als die Hexengruppe aus.

Karneval in der Weserberglandhalle u.a. mit den "Hechtköppen", der "Teufelsgarde" und den "Hermann Sisters".

Gimte. Die Weserberglandhalle Auefeld war am Wochenende wieder bunt geschmückt und für die Karnevalstage zur „Hechthalle“ umgetauft. Am Samstagabend, zu Beginn der Prunksitzung, fegte Katja Müller, als Putzfrau, mit einem Besen die Bühne und machte darauf aufmerksam, dass beim Elferrat ein Mann fehle. Der bisherige Präsident Henner Schminke war verhindert. Alles Männer und dass mal eine Frau Präsidentin würde, meinte sie, „bis das einmal sein wird, das kann noch dauern“. Das Publikum pflichtete Beifall. Dann die Überraschung: Silvia Lotze ist der neue Präsident, „die Präsidentenfrau“. Sie wird es künftig jedes Jahr sein.

Von Büttenreden und Tanzeinlagen

Das folgende Programm war abwechslungsreich. Büttenredner Stefan Götze erzählte als „geplagter Tanzschüler“ über seine Erlebnisse mit den tanzfreudigen Damen eines Altersheimes, Elvira Dörhage über die ihres Rentner-Ehemanns und Matthias Dockenfuß über seinen Kuraufenthalt. Er schließt mit den Worten „ich geh nie mehr auf Kur, was ich brauche, finde ich hier im Saal“. Die „Hechtköppe“ Marco Scheidemann und Carsten Müller erinnerten in ihrem Jahresrückblick an die Mündener „Highlights“. Sie sangen zu bekannten Melodien passende Texte. Da hieß es Mündener Windpark ade, „die ganze Scheiße scheiterte an der Einflugschneise“, Fusion der Stadtsparkasse, „in den Harz sollte man wandern, getroffen hat es nur uns, nicht die andern“. Zur blauen Brücke, „über Hängebrücken sollt ihr gehen“, die Gimter Wehr in Not „und ist das (Diesel)-Auto noch so ranzig, vielleicht gibt’s ja ein neues 2020“. Dazwischen die vom Publikum begeistert aufgenommenen Tänzerinnen in ihren bunten Kostümen. Die „Hechtgarde“ in blau-weißen, die „Teufelsgarde“ in rot-schwarzen und die „Drachengarde“, die ihr fünfjähriges Bühnenjubiläum feiert, in schwarz-goldenen Outfits. Als „DraVil“ tanzten die sechzehn „Mädels“ der Drachen- und Teufelsgarde gemeinsam in blauen, grünen, roten und lila Gewändern zu „Pigale, Pigale, so heißt die große Mausefalle mitten in Paris“. Die „Bande ohne Namen“, das sind Marco und Sabrina Scheidemann, Karsten und Katja Müller, Meike von der Ehe und Karsten Lotze, führten einen Sketch „ohne Worte“ auf. Während eines „Kinobesuches“ muss ein Liebespärchen auf entfernten Plätzen sitzen. Die sich daraus ergebenden Situationen drückten Darstellerinnen und Darsteller mimisch gekonnt aus. Die Schwestern Anja Schmidt, in Schwarz gekleidet, und Melanie Sachse in Rot, präsentierten als „Hermann Sisters“ in ihrem „einmaligen Auftritt der großen Hitparade“ Ohrwürmer. Goethes Hexeneinmaleins „Du musst verstehn! Aus Eins mach’ Zehn, Und Zwei lass gehn, Und Drei mach’ gleich, So bist Du reich…..“ gab den Auftakt zum „schaurigen“ Hexentanz mit Besen auf nebeliger Bühne. Die neun „Hexen“ der Hechtgarde sahen wirklich furchterregend aus und wurden bejubelt.

Die Teufelsgarde machte ihrem Namen alle Ehre.

Die „Seven Hearts“ in kurzen Jeans mit schwarzen T-Shirts, fragten in ihrem Song „wie heißt die Mutter von Nicki Lauda“ und das Publikum antwortete lautstark „Mama Lauda“. Zum Schluss kamen die „Let’s Ten“. Diesmal als Roboter fest verankert auf dem (Bühnen)boden mit „Stromanschluss“. Man sah nur die bunten Reflektions-Streifen auf dem schwarzen Hintergrund. Mit eckigen Bewegungen „tanzten“ sie auf der Stelle. Die zwei Techniker in ihren weißen Overalls wurden beim Einloggen ins System mit „willkommen bei Gimte Industries, wir wünschen Ihnen einen schönen Arbeitstag“ durch eine Computerstimme begrüßt. Bei der „Funktionsprüfung“ reagierten die Roboter jedoch nicht wie gewünscht, sie spielten „verrückt“. Da half nur, die Stromzufuhr zu kappen, also Stecker ziehen. Für die Schunkelrunden zwischendurch und den Tanz nach Mitternacht sorgte die „Four-Men-Band“. Für die Technik waren Torsten und Mika Lotze und Dirk Neumann zuständig, für die Bühne „Markus und Alexander“. Zeremonienmeister Michael Witwer geleitete die Akteure zu und von der Bühne.

Ehrengäste waren u.a. Landtagsabgeordneter Gerd Hujahn, Mündens Bürgermeister Harald Wegener, jeweils mit Gattin, Nortrud Riemann mit Mann, der Gimter Ortsbürgermeister Peter Katzwinkel und Pastorin Barbara Lüskow.

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