Gimter Sporthalle gesperrt

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Die Gimter Sporthalle ist bis auf weiteres gesperrt.

Marode Hallendecke zwingt zur Schließung: Harter Schlag für Schule und Verein im Jubiläumsjahr

Hann. Münden. Seit dem 8. März bleibt die Tür der Sporthalle Gimte für Schul- Kindergartenkinder und Mitglieder von Sportvereinen geschlossen. „Bei dem Austausch der Deckenlampen stellte ein Elektriker fest, dass die abgehangene Holzdecke – eine Balkenkonstruktion, gehalten von Drahtseilen – nicht mehr sicher befestigt ist. Die Stadt beauftragte einen Statiker den Schaden zu beurteilen und der konnte die Sicherheit nicht garantieren. Es kam zur Schließung. Bis auf weiteres“, fasste es Jens Wilhelm, Leiter der benachbarten Grundschule, das Dilemma zusammen. Nun, so Wilhelm, versuche man an Nachbarschulen Ersatzzeiten für den Schulsport zu organisieren: „Die Schulkinder werden dann mit dem Bus in eine andere Halle gefahren“, erklärt der Schulleiter. Er zeigte sich über die Ereignisse nicht überrascht: „Es ist ein Untergang mit Ansage. Ich habe der Stadt als Träger seit meinem Antritt in 2006 jedes Jahr darauf aufmerksam gemacht, dass die Halle auf dem Sanierungsplan ganz oben steht und sie zum Handeln aufgefordert.“ Sanierung oder Neubau sei Wilhelm egal gewesen, hauptsache, es hätte sich etwas getan. Nun scheint es dafür zu spät. Finanziell gesehen würde sich eher ein Neubau anbieten – der sei mit 1,7 Mio. Euro gerade mal 300.000 Euro teurer als eine Ausbesserung. An Verwaltung und Stadtrat stellt Wilhelm klare Forderungen, will eine „schnelle“ Lösung: „Ich erwarte, dass noch im aktuellen Haushalt der Stadt die nötigen Planungskosten eingestellt werden und hoffe, dass spätesten Anfang 2020 mit dem Bau begonnen wird.“

TuSpo: „Katastrophe“ im Jubiläumsjahr

Ein Zettel an der Eingangstür klärt auf.

Die Sporthalle sei auch außerhalb des Schulsports stark frequentiert. Jeden Tag würde sie von 15 bis 22 Uhr genutzt. Leidtragende Vereine sind der SV Schedetal und vor allem der TuSpo Weser Gimte. Dessen Erster Vorsitzender Thomas Hartmann teilte auf Anfrage mit: „Für uns ist das eine echte Katastrophe. Nicht nur viele unserer Sparten trainieren dort. Anfang Mai war die erste große Veranstaltung in unserem Jubiläumsjahr geplant. 100 Jahre feiern wir in 2019. Nun müssen wir nach anderen Austragungsorten suchen, was viel Mehrarbeit für uns bedeutet. Wir möchten kein Event platzen lassen.“ Der TuSpo zähle aktuell 650 Mitglieder, sei einer der wenigen Vereine, die im Landkreis Göttingen noch wachsen würden – und nun das. Neben Fußball biete der Verein viel Breitensport in verschienden Sparten an. In der Gimter Sporthalle hätte man bislang ein großes Sportangebot vor allem für den Nachwuchs vorhalten können. „Auch wir hatten den Rat darauf hingewiesen, dass die Halle Sanierungsbedürftig ist und am besten neu gebaut werden sollte“, so Hartmann.

Wie hoch der Schaden in der Turnhalle ist und ob eine schnelle Lösung des Problems möglich ist, konnte man seitens der Verwaltung nicht beantworten. Julia Bytom, Pressesprecherin der Stadt, teilte mit, dass „notwendige Maßnahmen erst vorgenommen werden können, wenn der abschließende Bericht des Statikers vorliegt. Bis dahin muss die Halle geschlossen bleiben.“ Die Absenkung der Decke sei aufgetreten, „weil beim Bau der Halle im Jahr 1975 eine Konstruktion für die abgehängte Decke gewählt wurde, die nicht zugelassen ist.“ Aktuell suche die Verwaltung nach Ausweichmöglichkeiten für die Nutzer. Die Stadtverwaltung bitte um Verständnis. „Nach Vorliegen des Untersuchungsergebnisses wird versucht, eine pragmatische Lösung für die Halle zu finden“, so Bytom abschließend.

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