PI Göttingen legt aktuelle Unfallstatistik vor

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Die Zahlen der Verkehrsunfalltoten und Schwerverletzten im Landkreis Göttingen gingen leicht zurück.

Die Polizei beklagt weniger Tote und Verletzte als in 2016

Göttingen. Polizeidirektorin Nicola Simon stellte in der vergangenen Woche die Verkehrsunfallstatistik 2017 für die Stadt und den Landkreis Göttingen sowie die Autobahnen 7 und 38 vor. In Stadt und Landkreis (LK) Göttingen – ohne den bisherigen LK Osterode und ohne die Bundesautobahnbereiche der BAB 7 und BAB 38 – wurden im Jahr 2017 insgesamt 7.287 Verkehrsunfälle polizeilich registriert.

Gegenüber dem Jahr 2016 ist kaum eine Veränderung eingetreten (+ 68), die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden erhöhte sich um 35 auf 1.006 (2016: 971). Das polizeiliche Ziel, Unfälle mit schwerwiegenden Folgen zu reduzieren, konnte aber deutlich erfüllt werden. Im Jahr 2017 wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion (PI) Göttingen 138 Verkehrsunfälle aufgenommen, bei denen Verkehrsteilnehmer schwerverletzt oder getötet wurden. Im Vorjahr waren es noch 176, was einen Rückgang um 21 Prozent entspricht. Die Anzahl der registrierten Wildunfälle hat sich um knapp 10 Prozent von 846 auf 928 erhöht.

Fast die Hälfte der Unfallfluchten aufgeklärt

1.743 Verkehrsunfallfluchten (2016: 1.564) wurden im Jahr 2017 angezeigt, davon konnten 759 Fälle aufgeklärt werden, dieses entspricht einer Aufklärungsquote von ca. 43,5 Prozent. Die Aufklärungsquote bei Verkehrsunfallfluchten, bei denen Personenschaden verursacht wurde, beträgt 59,6 Prozent. Weniger schwerverletzte und getötete Verkehrsteilnehmer 2017 waren in Stadt und Landkreis Göttingen (Altkreis) bei 7 Verkehrsunfällen 7 Unfalltote zu beklagen (2016: 8).

Die Anzahl der Schwerverletzten konnte von 197 im Vorjahr auf 152 im Jahr 2017 reduziert werden, dieses entspricht einem positiven Rückgang von fast 23 Prozent. Bei den Leichtverletzten ist ein leichter Anstieg von 1.056 auf 1.088 zu verzeichnen. Im Landkreis ist ein Rückgang der getöteten Verkehrsteilnehmer von sechs auf vier festzustellen, im Stadtgebiet Göttingen musste ein Anstieg von zwei auf drei verzeichnet werden. Alle drei tödlich verlaufenden Unfälle mit Pkw-Beteiligungen ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften. Nach polizeilichen Erkenntnissen waren jeweils nicht angepasste Geschwindigkeiten zumindest mitursächlich. „Nach wie vor ist zu schnelles Fahren die Hauptunfallursache. Die Unfallfolgen erhöhen sich bei hohen Geschwindigkeiten darüber hinaus um ein Vielfaches. Geschwindigkeitsüberwachungen werden daher auch zukünftig ein wichtiger Bestandteil der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit in der PI Göttingen sein“, kündigte Simon an.

Rückgang der verletzten und getöteten Fahranfänger

Auch wenn die Gesamtzahl der bei Verkehrsunfällen verletzten jungen Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren von 266 auf 282 gestiegen ist, hat sich die Anzahl der Schwerverletzten und Getöteten von 36 auf 20 verringert. Dennoch wurde in dieser Altersgruppe im Jahr 2017 eine 19-jährige Pkw-Fahrerin getötet. Im Vorjahr waren es eine Pkw-Fahrerin und eine junge Frau, die bei einer Fahranfängerin mitgefahren war.

Anzahl der verletzten Senioren gestiegen

In der Altersgruppe der über 65-Jährigen war im Jahr 2017 bei der Anzahl der im Straßenverkehr verletzten und getöteten Verkehrsteilnehmer ein Anstieg von 112 auf 146 zu verzeichnen. Zwei Senioren erlitten im Zuständigkeitsbereich der PI Göttingen tödliche Verletzungen. In einem Fall war ein 96-jähriger Fußgänger von einer 82 Jahre alten Fahrzeugführerin, die in Hann. Münden rückwärts aus einer Parklücke gefahren war, übersehen worden und war später im Krankenhaus seinen bei dem Zusammenstoß erlittenen Verletzungen erlegen. Die Zahl der Schwerverletzten stieg 2017 von 24 auf 28, die Anzahl der leichtverletzten Senioren erhöhte sich von 88 auf 116.

Die erste Veranstaltung in diesem Jahr, durchgeführt von der Verkehrswacht Göttingen und der PI Göttingen, fand am 22.02.2018 statt und war äußerst gut besucht. Juristen, Ärzte, Fahrsicherheitstrainer und der Verkehrssicherheitsberater der Polizei gaben Menschen der "Generation 65 +" und ihren Angehörigen Tipps zur sicheren Teilnahme am Straßenverkehr, zur Verhinderung einer medikamentenbeeinflussten Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit und für das richtige Verhalten nach einem Verkehrsunfall. Angeboten wurden auch persönliche Fahrtrainings. Weitere Veranstaltungen dieser Art werden folgen.

Weniger schwer verletzte und getötete Kradfahrer

Im Jahr 2017 verlor im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen kein Kradfahrer (über 125 ccm) sein Leben. Im Vorjahr mussten noch drei getötete Motorradfahrer verzeichnet werden. Es wurden daher im vergangenen Jahr mehrere Verkehrskontrollen durchgeführt, bei denen die in der Polizeidirektion Göttingen im Jahr 2016 aufgestellte „Spezialisierte Kontrollgruppe Krad“ zum Einsatz gekommen war. Die Anzahl der schwerverletzten Kradfahrer sank von 21 auf 17. Bei den leichtverletzten Motorradfahrern ist jedoch ein Anstieg 37 auf 50 zu registrieren. Frau Simon kündigte daher an, auch im Jahr 2018 Kradkontrollen durchführen zu lassen. Sie ergänzte: „Zu Beginn der Saison sollten die Kradfahrer sich selbst und dem Motorrad eine „Aufwärmphase“ gönnen und besonders aufmerksam und vorsichtig fahren. Auch die anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich erst wieder an die Biker gewöhnen.“

Anstieg der Verkehrsunfälle auf den Aautobahnen

Auf den Autobahnen 7 und 38 im Zuständigkeitsbereich der PI Göttingen wurden im Jahr 2017 insgesamt 1.079 Verkehrsunfälle aufgenommen, dies sind 213 und damit fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden ist ebenfalls ein Anstieg (+12.7 Prozent) zu verzeichnen. Registriert wurden 124 Unfälle, bei denen Personen verletzt worden sind (Vorjahr 110). Bei den Unfällen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 212 Verkehrsteilnehmer verletzt (Vorjahr 172).

Erfreulicherweise verlor kein Verkehrsteilnehmer auf den Bundesautobahnen im Zuständigkeitsbereich der PI Göttingen sein Leben. 2016 waren bei zwei Verkehrsunfällen auf der BAB zwei Unfalltote zu beklagen. Die Zahl der Schwerverletzten verringerte sich von 42 auf 39, bei den Leichtverletzten ist ein Anstieg von 128 auf 173 zu verzeichnen.

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