Das große Krabbeln

Grundschule hat hartnckige, ungebetene Gste Von HEIDI TRAEGERWitzenhausen. Wenn nicht alle an einem Strang ziehen, bleibt uns das P

Grundschule hat hartnckige, ungebetene Gste

Von HEIDI TRAEGERWitzenhausen. Wenn nicht alle an einem Strang ziehen, bleibt uns das Problem mit den Lusen noch lnger erhalten, befrchtet Schulleiterin Astrid Khler. Das Gesundheitsamt war bereits vor Ort, die Schulbcherei, die mit Sofas ausgestattet ist, wurde grndlich gereinigt und war vorsorglich mehrere Tage geschlossen. Die Schule appelliert immer wieder an die Elternschaft, die Kontrollen ernst zu nehmen und Flle zu melden. Schulleiterin Khler hat sogar schon persnlich Kontrollen in ihrer Klasse durchgefhrt. Der durchschlagende Erfolg blieb bisher aus. Zwei bis drei Flle gibt es seit November in jeweils mehreren Klassen. In der Faschingswoche waren zwlf Kinder gemeldet. Eltern kontrollieren nicht regelmigProblematisch sind jedoch die nicht gemeldeten Flle, besttigt die Schulleiterin. ber die Grnde kann auch sie nur spekulieren: Vielleicht spielt Scham eine Rolle. Aber am wahrscheinlichsten ist: viele Eltern kontrollieren nicht regelmig oder erkennen den Befall einfach nicht. Denn die Bilder von den Nissen in den Broschren haben in der Praxis nur einen sehr geringen Wiedererkennungswert. Was auf dem Papier riesig erscheint, ist in Wirklichkeit nur so gro wie ein Sandkorn. Da hilft nur der Weg zum Arzt oder Gesundheitsamt, um Klarheit zu schaffen. Juckreiz, wo kein Juckreiz istBei vielen reicht die Erwhnung von Kopflusen aus, um Juckreiz zu provozieren. Dabei lst zumindest der Erstbefall mit Kopflusen oft gar keinen Juckreiz aus. Das macht das Ganze so tckisch. Man mu schon genau hinsehen, um die Eier der Luse (Nissen), die Larven oder die erwachsenen, fortpflanzungsfhigen Luse zu entdecken.

Das Auftreten von Lusen ist vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen, die von Kindern besucht werden, weit verbreitet. Da, wo oft zum Tuscheln, Raufen oder Kuscheln die Kpfe zusammengesteckt werden, fhlen sich die Insekten, die zwar sehr flink auf ihren sechs Beinen unterwegs sind, aber weder springen noch fliegen knnen, am wohlsten.

Dann spazieren sie von Kopf zu Kopf. Eine Infektion durch gemeinsam benutzte Gegenstnde (Kissen, Mtzen, Kuscheltiere) ist mglich, aber eher selten. Kein Problem mangelnder HygieneSinnvoll wre es, alle Kinder vorbeugend regelmig zu kontrollieren. Aber wer tut das schon ohne Anfangsverdacht? Gerade deshalb ist ein offener Umgang mit dem Thema so wichtig. Leider besitzen die blutsaugenden Insekten einen hohen Ekelfaktor. Vllig zu Unrecht glauben immer noch viele Menschen, Kopfluse htten etwas mit mangelnder Hygiene zu tun. Dabei kann wirklich jeder Kopfluse bekommen, egal wie oft er seine Haare wscht, die Kleidung wechselt oder die Wohnung putzt.

Die meisten Kinder haben irgendwann einmal Luse. Regelmig zieren Plakate mit der Aufschrift: Wir haben Luse die Tren von Kindergrten, zirkulieren Elternbriefe und Infobroschren in den Schulen. Eltern in der Pflicht: Lusebefall meldenDann sind die Eltern in der Verantwortung, wie die Leiterin des Gesundheitsamtes in Eschwege, Ellen Futtig, betont: Nach dem deutschen Infektionsschutzgesetz (IfSG) haben alle Eltern die Pflicht, ihre Kinder auf Luse zu kontrollieren, bei Befall unverzglich mit einem geeigneten Mittel aus der Apotheke zu behandeln und die Kindertagessttte oder die Schule zu benachrichtigen. Das Kind darf die Gemeinschaftseinrichtungen erst wieder besuchen, wenn keine lebenden Luse mehr nachgewiesen werden knnen. Im Wiederholungsfall muss ein Arzt die Lausfreiheit attestieren. Wir werden zwar normalerweise bei Lusebefall von den Einrichtungen informiert, aber auch wir erhalten nur im Wiederholungsfall personenbezogene Daten.

Luse! Was ist zu tun?

Dr. med. Ellen Koch-Bttner bekommt in letzter Zeit viele kleine Patienten mit (Verdacht auf) Lusebefall vorgestellt. Sie kennt die Probleme der Eltern, die ungebetenen Gste zu identifizieren: Nissen sind klein. Eine Lupe und helles Licht erleichtern die Suche. Nissen werden oft mit Schuppen verwechselt. Nissen haften sehr fest an einer Seite vom Haar. Schuppen umschlieen oft das ganze Haar. Auf jeden Fall lassen sie sich leicht abstreifen, Nissen jedoch nicht. Ausgewachsene Luse sind lichtscheu und krabbeln bei einer Untersuchung meist schnell davon.

Empfehlung der Deutschen Pediculosis (Kopflaus) Gesellschaft e.V. ( www.pediculsis-gesellschaft.de ): Feuchtes Haar reichlich mit handelsblicher Haarsplung einreiben und mit dem Nissenkamm Strhne fr Strhne auskmmen. Die Splung (egal welche Sorte) behindert die Atmung der Luse. Sie werden bewegungsunfhig und lassen sich auskmmen. Den Kamm auf Kchenpapier ausstreichen und die ausgekmmte Splung auf Luse untersuchen.

Apotheker Michael Schfer, Rbezahl-Apotheke wei, was manchmal schief geht und rt: Die Anwendungsvorschriften mssen genau eingehalten werden. Unbedingt auf eine ausreichende Einwirkzeit (zirka 30 bis 45 Minuten) achten. Kein Mittel ttet mit 100 prozentiger Sicherheit die Eier ab. Bedingt durch den Entwicklungszyklus der Luse ist daher oft eine zweite Behandlung nach acht Tagen erforderlich. In jedem Fall aber mssen die Kontrollen ber einen lngeren Zeitraum fortgefhrt werden. Auerdem sollen inzwischen Resistenzen gegen bestimmte Mittel beobachtet worden sein.

Bei Unsicherheiten zum Arzt gehen oder erfahrene Bekannte nachschauen lassen. Das Gesundheitsamt Eschwege bert unter Telefon 05651/9592-30/-31/-32.

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