Eberlein: Erst berühmt, dann vergessen

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eschäftsführerin des Vereins Gustav-Eberlein-Forschung Elgard Steinmüller bedankt sich bei Archivar Stefan Schäfer für den informativen Vortrag.

Stadtarchivar Stefan Schäfer blickte auf die Talente des Mündener Künstlers zurück

Hann.Münden. Begleitend zur Museumsausstellung anlässlich des 170. Geburtstags von Gustav Heinrich Eberlein gab es am Donnerstag im Welfenschloss einen Vortrag von Archivar Stefan Schäfer. Wie wirkten sich unruhige Zeiten auf das Schaffenswerk des Künstlers aus? Eberlein, Bildhauer, Maler und Poet wurde am 14. Juli 1847 in Spiekershausen geboren und kam mit acht Jahren nach Münden. Mit 14 Jahren machte er eine Lehre als „Goldarbeiter“, danach eine dreijährige Kunstausbildung in Nürnberg. Neben dem chronologischen Lebenslauf Eberleins und dessen zahlreichen Werken berichtete Schäfer auch über das Zeitgeschehen. In Meyers Konversationslexikon von 1903 wird Eberlein ausführlich beschrieben. Er hatte zahlreiche Denkmäler geschaffen. Er war „hochpopulär“. Es war die Zeit des „Bildungsbürgertums“, das sich mit der Antike auseinandersetzte. Dann folgte der erste Weltkrieg, Wirtschaftskrise, der Aufbruch in die „Modernität“ mit dem Bauhaus-Stil. Die Kunst hatte sich weiterentwickelt. 50 Jahre später wird er im „Brockhaus nicht einmal erwähnt. Im Mündener Schloss hatte Eberlein ein Museum eingerichtet. Dort waren die Gipsoriginale fast aller seiner Skulpturen ausgestellt. Ungefähr 350 seiner Werke hatte der Künstler Münden geschenkt.

1937 hieß es „Kampf dem Kitsch“, es wurde „entrümpelt“. Gipsskulpturen wurden zerschlagen und dienten 1962 als „Fußbodenpacklage“. Das Denkmal mit „Mundenia“ zur Erinnerung der acht gefallenen Mündener Soldaten im Französisch/Deutschen Krieg 1870/1871 wurde 1955 als „Schrott“ demontiert, weil es „rostete“. Einige seiner Werke blieben erhalten, einige wurden wiederhergestellt und sind in berühmten Museen zu sehen. Im Mündener Museum sind es 21 Exponate, wie beispielsweise „Das Leid“, das sich mit Tod und Schmerz auseinandersetzt. Das Relief im Tillyschanzenturm wurde restauriert. Am Schlesierplatz steht die Skulptur „Gottvater haucht Adam den Odem ein“. Auf der Weserliedanlage sind die Bronzetafeln vom Dichter Franz von Dingelstedt und Komponist Gustav Pressel. Erste Vorsitzende des Vereins „Gustav-Eberlein-Forschung e.V.“ ist Rosemarie Münder, die das Amt 2015 von Prof. Rolf Grimm übernommen hat. Der Vortrag von Stefan Schäfer „Auswirkungen unruhiger Zeiten – auch in Hann. Münden“ wurde realisiert in Kooperation mit dem Heimat und Geschichtsverein Sydekum. Erster Vorsitzender ist Wulf Richter.

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