Gutachten fehlt noch

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Hann. Münden. WWS informiert Ratsmitglieder in Sondersitzung über ein mögliches Schwergutterminal am Weserpark.

Hann. Münden. Während einer 90-minütigen von CDU und BürgerForum einberufenen Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses erläuterten Rolf Bilstein, Chef der Mündener Wirtschaftsförderung (WWS), und Verkehrsexperte Dr. Joachim Koch von der Railistics GmbH den anwesenden Fraktionsvertretern von Grünen, CDU, BürgerForum und Linken die Möglichkeit auf dem Gelände des Weserparks ein Schwergutterminal errichten zu können (wir berichteten). Ausschussvorsitzender Dr. Joachim Atzert (SPD) appellierte vorab an die Anwesenden, das Projekt nicht zu zerreden, zusammen zu stehen und das Beste für die Stadt herauszuholen.Koch, der bundesweit und international Gutachten erstellt, um Verkehrssituationen zu verbessern, unterstrich, dass in Nordhessen und Südniedersachen Unternehmen existierten, die die Weser als Wasserstraße unbedingt bräuchten, um ihre Schwergüter transportieren zu können. Die abgelasteten Straßenbrücken würden dafür kaum noch in Frage kommen, Güter nur über große Umwege ihre Ziele, überwiegend Häfen im Norden Deutschland zur weiteren Verschiffung ins Ausland, erreichen können. Koch stellte das wirtschaftliche Potential, die wachsende Wirtschaftskraft und die konkurrenzlose Alleinstellung eines Schwergutterminals in Münden hervor und betonte, dass ein Investor bereits gefunden sei. Der Logistiker wolle viel Geld in die Hand nehmen, Arbeitsplätze schaffen und andere Projekte sogar zurückstellen, um jenes in Münden voranzubringen.

Bei dem Projekt auf dem Weserparkgelände handele es sich um eine 180 Meter lange, 15 Meter hohe und 30 Meter breite Montagehalle mit integriertem Kran, der das Schwergut auf die Schiffe hieven würde. Bislang müsste man sich mit teuren Mobilkränen aus Polen oder den Niederlanden behelfen, die an der historischen Weserumschlagstelle Teile der Unternehmen Richter, Alstom oder VW verladen würden. Kostenpunkt: Je 30.000 Euro pro Verladung.

Kategorie C muss her

Die Weser müsste für das Projekt die Kategorisierung C wieder erlangen, damit der Investor Planungssicherheit habe. Entsprechende Gespräche mit den Ministerien in Hannover und Wiesbaden habe es laut Bilstein bereits gegeben. Dank der positiven Wirtschaftszahlen hätte diese signalisiert die Weser bei der nächsten Kategorisierung zu berücksichtigen. Auch Minister Olaf Lies, der sich vor wenigen Wochen die Situation vor Ort anschaute, habe mündlich eine Projektförderung in Aussicht gestellt.

Burhenne: "Müssen von Projekt Kenntnis haben"

Bürgermeister Klaus Burhenne kritisierte, dass die WWS noch nicht mit dem Eigentümer des Geländes, der Stadt, gesprochen habe. "Sie planen eine Garage in Nachbars Garten, ohne den Besitzer gefragt zu haben. Deshalb ist diese Sitzung heute sehr wichtig", wetterte Burhenne. Je später er und die Verwaltung von solchen Projekten erfahre, desto länger würden die Vorbereitungen dauern. "Nicht, weil wir es verhindern wollen, sondern weil wir einfach nichts davon wissen", so Burhenne.Siegfried Pflum, Leiter Fachdienst Stadtplanung, informierte aus Sicht der Verwaltung darüber, welche Dinge im Vorfeld eines Terminalbaus noch geklärt werden sollten. Demnach müsste der "Hafen" in den Nutzungszusammenhang eingefügt, das Gelände erschlossen, der Flächennutzungsplan angepasst und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. In Sachen Hochwasserschutz fehle ein sogenannten hydraulisches Gutachten erstellt, welches die Ausrichtung des Schwergutterminals vorgeben könnte, um eventuelle Probleme bei Hochwasser zu vermeiden. Experten seien damit beauftragt worden ein entsprechendes Gutachten auszuarbeiten.

IG Oberweser trägt Kosten

Bilstein stellte klar, dass es mit der historischen Weserumschlagstelle und mit einem weiteren Standort, den er nicht nennen wollte, zwei Alternativlagen gebe. Die Angst einiger Ratsmitglieder, dass die Stadt auf entstehenden Kosten sitzen bleibe, entkräftete der WWS-Chef. Bislang seien alle Kosten von der Interessengemeinschaft Oberweser übernommen worden, deren Mitglieder regionalen Unternehmen und Gemeinden sind. Vorstandsmitglied dieser IG, Harald Plünnecke, bezeichnete Hann. Münden als wichtigsten Standort eines Terminals überhaupt. "Hann. Münden muss Dreh- und Angelpunkt werden, sonst klappt es nicht mit der Oberweser." Plünnecke bedauerte, dass sich Bürgermeister Burhenne trotz Anfrage nicht schon eher an der Umsetzung der Idee beteiligt habe. Schließlich würden in der Region mehrere tausend Arbeitsplätze davon abhängen und der Investor dazu bereit sein einen zweistellige Millionenbetrag in die Hand zu nehmen. Es sei eine große Chance, die sich die Dreiflüssestadt nicht entgehen lassen sollte.

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