Station Hann. Münden: Ehepaar reist mit einem bunten VW durch Deutschland

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Simone Voß und Tom Maxreiter reisen mit einem bunt bemalten Bus durch Deutschland, um den Traum der 10-jährigen Fine, die an einem Hirntumor starb, zu verwirklichen. Und um eine Botschaft zu verbreiten.

Hann. Münden. Wenn Simone Voß und Tom Maxreiter mit ihrem Bus auftauchen, muss man lächeln oder zumindest schmunzeln, denn das Gefährt ist Kunterbunt bemalt. Entchen, Friedenssymbole, Schmetterlinge und Blumen zieren den T3, Baujahr 1983. Doch der lustig gestaltete VW hat einen ernsten Hintergrund, bei genauerer Betrachtung bleibt der Blick an einem Schriftzug hängen: „Du musst nicht unbedingt an Wunder glauben. Es reicht, wenn du sie für möglich hältst.“

Voß ließ das einstige Post-Fahrzeug am 18. Mai von Kindern bemalen. Es ist der Geburtstag ihrer Tochter Wenke, die vor sechs Jahren im Alter von 14 Jahren an einem Hirntumor starb. „Seitdem wird am 18. Mai weiterhin ein Fest gefeiert, auch ohne Wenke. Das war ihr Wunsch“, erklärt Voß. Im vergangenen Mai gab es wieder eine Party und Kids nutzten die Gelegenheit um den Postbus einen neuen Anstrich zu verpassen. Unter ihnen war auch Fine Füllner. Die Zehnjährige litt ebenfalls an einem Hirntumor. Voß kümmerte sich eine Zeit lang um das Mädchen, denn sie ist ehrenamtlich für den Kinderkrebshilfe Dingolfing-Landau-Landshut e.V. tätig, begleitet an Krebs erkrankte Kinder, steht betroffenen Familien zur Seite und leistet mit dem Verein finanzielle Unterstützung. „Wir lindern die Stresssituationen der betroffenen Familien so gut wir können“, fasst es Voß in wenigen Worten zusammen. Ein Teil der Begleitung besteht aus Ablenkung von der Krankheit. Das Bemalen des VW basiert auf dieser Absicht. Mit wetterfester Farbe ließen die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf. Ihr Werk zeigt die Liebe zum Leben. Für Fine war es ein kurzes Leben. Sie starb am 1. Juli an ihrer Krebserkrankung: „Fine war davon überzeugt, dass meine Tochter im Himmel sie von der Erde abholen würde“, sagt Voß.

Die rollende Helga

Fines Todestag hat für Voß und Maxreiter eine besondere Bedeutung. Am 1. Juli 2015 lernten sich die beiden kennen und lieben, heirateten später. Einmal mit einem Bus die Bundesrepublik zu bereisen war ihr großer Traum. Im Mai diesen Jahres hatten sie den Bus namens „Helga“ in Berlin erworben. Maxreiter baute den Innenraum aus. Ein Bett, eine kleine Küche und Hängeschränke machen die einstige Transportfläche wohnlich. Sogar Hund „Hope“ findet in einem Zwischenraum Platz und reist mit. Mitte vergangener Woche legte das Trio auf dem Mündener Campingplatz eine Zwischenstation ein. Gestartet waren sie drei Tage zuvor im Landkreis Dingolfing. Über Bamberg und Roßla ging’s in die Dreiflüssestadt. „Wir entschieden uns spontan zu einem Abstecher nach Hann. Münden und bereuen es nicht. Die Fachwerkstadt ist wirklich sehr schön“, findet Voß.

Bereisen Deutschland mit einem alten VW-Bus: Simone Voß und Tom Maxreiter mit Hund „Hope“.

Ziel der Reise ist die Nordsee. Insgesamt 2.000 Kilometer will das Ehepaar in seinem zweiwöchigen Urlaub mit dem 50 PS starken Diesel zurücklegen und dabei so viel wie möglich von Deutschland sehen. Obwohl erst wenige Tage unterwegs, seien sie schon mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen: „Fast immer werden wir auf unseren bemalten Bus angesprochen und wir erklären dann den ernsten Hintergrund. Viele sind von der Geschichte sehr gerührt. Das soll auch so sein, denn wir möchten auf das Thema aufmerksam machen und möglichst viele dazu bewegen unsere Arbeit zu unterstützen. Nur mit ausreichend finanziellen Mitteln können wir betroffenen Familien und Kindern helfen und sie angemessen auf dem letzten Lebensweg begleiten“, informiert Voß. Ihre Eindrücke der ersten große Reise hält das Ehepaar in einem Logbuch fest. Hier wurde der Umbau des VW bereits dokumentiert. Weitere Erlebnisse sollen folgen. Traurig, dass beide das Erlebte nun nicht mehr an Fine weitergeben können. Trotzdem ist sie und auch Wenke in Gedanken immer dabei. Das werde sich auch nie ändern, so Voß. Der bunte VW-Bus ist der Beweis. Weitere Informationen zur Kinderkrebshilfe Dingolfing-Landau-Landshut gibt es unter www.kinderkrebshilfe-dll.de und auf youtube. Dort ist der bewegende Film „Ein Sommer für Wenke“ zu sehen, in dem die Familie Abschied von der 14-Jährigen nimmt.

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