Vernissage von Aneli Fiebach im Mündener Künstlerhaus

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Aneli Fiebach und Ehemann Karl-Heinz Hübner vor dem Bild, „Frühling, Sommer, Herbst und Winter“ in Mischtechnik auf Karton.

Doppeldeutigkeiten wie der Doppel-Donald lassen den Betrachter stutzig werden

Hann. Münden.  Die Zeichnungen und Graphiken von Aneli Fiebach beleuchten das Verhältnis zwischen Mann und Frau, greifen Zeitthemen auf, sind gesellschaftskritisch und witzig-ironisch. Ihre Arbeiten entstehen am Computer, wie das große Selbstportrait und das kleiner dimensionierte Pendant mit spitzem, roten Mund. „Ich nehme mich nicht so ernst“, sagt sie dazu. Der Computer bietet eine „große Palette von Farben“, sie vervollständigt die Bilder per Hand mit Tinte und Kugelschreiber, auch mit Farbe.

Das „erste und niedlichste“ für die Ausstellung gefertigte Bild ist „Es waren zwei Kamelkinder“, erzählt die Künstlerin. Der Betrachter denkt an „Es waren zwei Königskinder“ und an „Romeo und Julia“. Ein Thema, das „jahrtausendealt und gleichzeitig modern ist“, kommentiert Autorin Bernadette Eckhart aus Kassel, die die Ausstellung am Freitag im Künstlerhaus Speckstraße eröffnete. Sie beschreibt die gestalterisch sehr unterschiedlichen Werke. Zu dem Bild, das 13 Frauen darstellt, (Selbstportraits in verschiedenen Positionen), „was wäre, wenn Jesus als Frau zur Welt gekommen wäre?“. Der „Bergsteiger“ ist „dort wo die Luft dünn wird“. Ist Donald Trump „Präsident oder Ente oder Präsident von Entenhausen? Muss man Angst haben um den Weltfrieden oder um das zerschlagene Porzellan?“. Da ist die Äußerung eines Bundestagsmitglieds im Originalton zum Thema „Sozialamt“: „Konzentriert euch doch lieber auf euren inneren Reichtum“. Im deutschen Bundestag viel beklatscht, werden „solche Sätze schnell vergessen, manchmal schaffen sie es in eine Ausstellung“.

US-Präsident als Comic-Ente

In Plissee-Technik ist die „Familie Langhals und die nackte Wahrheit“. Steht man seitlich links vor dem Bild, sind die Personen bekleidet, steht man seitlich rechts, sind sie nackt. Genauso beim „Doppel-Donald“. Von links das Trump-Gesicht, von rechts Donald Duck.

Die Gitarristen Karl-Heinz Hübner und Rainer Driehorst, rechts Autorin Bernadette Eckhart.

20 Bilder sind im Künstlerhaus ausgestellt. Trumps überdimensionierte Kopf „schießt in alle Richtungen“, „Schweine sind schließlich auch nur Menschen“ und „Schickeria“ zeigt vier grinsende, „einflussreiche Männer“, die ihre Geliebten, „einem Orden gleich, am Revers des Eroberers“ heften. „Ein Bild sticht heraus“, sagte die Laudatorin, Hochhäuser, in schöner, geometrischer Form. Die Symmetrie wird aber zerstört. Eine Frau stürzt herab. „Stieß man sie oder fiel sie?“

Aneli Fiebach ist in Santiago de Chile geboren. Mit sechs Jahren kam sie nach Deutschland. Die heute 67-jährige Staufenbergerin studierte in Kassel Industrial Design und war viele Jahre berufstätig. Seit acht Jahren widmet sie sich ausschließlich dem künstlerischen Schaffen. „Ich neige zur Karikatur“, sagt die Künstlerin von sich. „Öl ist nicht mein Ding“ Musikalisch wurde die Ausstellung begleitet von „Twice is Nice“. Karl-Heinz Hübner und Rainer Driehorst sangen zur Gitarre „Wake up little Susi“ von den Everly Brothers und das stimmungsvolle „Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel. Ausstellung „Blickfänger“, Bilder und Graphiken von Aneli Fiebach, vom 14. bis zum 29. Juli im Künstlerhaus, Speckstraße 7. Öffnungszeiten donnerstags, freitags und sonntags von 14 bis 17 Uhr und samstags von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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