Das Quartier mitgestalten

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V.l. hinten: Tobias Timm Weserbergland Klimaschutzagentur, Doreen Fragel Leiterin der gemeinnützigen Energieagentur Region Göttingen e.V., Andreas Steege, Weserbergland Klimaschutzagentur, Nicole Berner, Ansprechpartnerin der Stadt Hann. Münden, und Patrick Spies, Energieagentur Göttingen. Vorn Bürgermeister Harald Wegener und Jens Steinhoff, Geschäftsführer der VHM.

Stadt ruft in Neumünden zur Bürgerbeteiligung auf

Hann. Münden. Wie wichtig Klimaschutz ist, erklärte Doreen Fragel bei einer Veranstaltung am Freitag in der Brüder-Grimm-Schule. Die Leiterin der gemeinnützigen Energieagentur Region Göttingen e.V., sprach über die Folgen des Klimawandels, „Brände, Eisschmelze, der Tornado 2007, das Elbehochwasser 2013, Dürre in Niedersachsen 2015“. Die Ursachen seien „Verbrennung fossiler Rohstoffe, globale Entwaldung, industrielle Landwirtschaft“. Hierzu gehört auch der alarmierende Rückgang der blütenbestäubenden Insektenpopulation um 75 Prozent. Die Energieagentur wurde 2009 von Stadt und Landkreis Göttingen gegründet. Sie verkauft keine Produkte, sondern berät „neutral, unabhängig und kostenlos Verbraucher, Kommunen und Unternehmen“ über Energieeinsparung und -effizienz. Die Umsetzung erfolgt durch Architekten, Techniker, Installateure. Der Einladung zur Bürgerversammlung waren zahlreiche Neumündener gefolgt. Bürgermeister Harald Wegener erläuterte die Hintergründe. Die Stadt Hann. Münden hat ein Förderprogramm der KfW-Bankengruppe in Anspruch genommen und die Energieagentur beauftragt, ein sogenanntes „Integriertes energetisches Stadtquartierskonzept“ zu entwickeln. Zu dem Stadtquartier gehört ein Teil Neumündens. Es wird begrenzt durch die „Wildemannschlucht im Norden, die Wilhelmshäuser Straße im Osten, den Wohn- und Gewerbeparkt Fuldablick im Süden und die Pionierstraße im Westen“. Leider gab es „Zwänge“, das Quartier abzugrenzen, so Wegener. Projektleiter der Agentur, Patrick Spiess, sagte, das Angebot sei für alle, man solle sich nicht von der Abgrenzung abschrecken lassen, „jeder der Interesse hat kann kommen“. Fragel erläuterte das Konzept. In Phase eins werden Ideen, Wünsche und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger gesammelt, Gebäudedaten analysiert, Projekte entwickelt und ein Bericht geschrieben. Die Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, ihr Quartier mitzugestalten und sich in einem noch zu bildenden Bürgerrat zu beteiligen. Nach einem Jahr folgt Phase zwei mit einem dreijährigen „Sanierungsmanagement“. Dies kann um weitere zwei Jahre verlängert werden. In den nächsten Tagen werden Fragebögen in die Briefkästen verteilt, die ausgefüllten Daten seien geschützt.

Ideen aufgeschrieben

Die Anwesenden wurden aufgefordert, ihre Ideen, Wünsche und Anregungen aufzuschreiben. Neben zahlreichen Fragen im Privatbereich, wie „Wärmedämmung, Schutz vor Schlagregen, Fachwerk abdichten“ gab es Anregungen zum Quartier. „Zu wenig Parkplätze“, „fehlende Busverbindung zum Hochbad“ und dort „große Wasserlöcher“ auf der Straße. „Könnte der obere Friedhofsteil, wenn 2024 von den Gräbern geräumt, als Promenade genutzt werden?“. Weitere Themen waren Sicherheit, fehlende Informationen zu C.F. Schröder und dem ehemaligen Vereinskrankenhaus, eine Alten-WG gründen. Mit Bürgermeister Wegener direkt besprochen wurde die unsichere Querung bei der „Haarnadelkurve“ Wilhelmshäuser Straße/Tillyschanzenweg, mangelnde Spielplätze mit Klettergerüsten für größere Kinder, zu wenig Grün. Gewünscht wird eine bessere Anbindung an den Nahverkehr. Wegener versprach „die Verwaltung habe ein offenes Ohr für Fragen und Anregungen“. Ansprechpartner sind Nicole Berner, Stadt Hann. Münden, 05541-753241, berner@hann.muenden.de und Patrick Spies, Energieagentur Region Göttingen, 0551-38421332, spies@energieagentur-goettingen.de. Das Projekt begleiten ferner die Klimaschutzagentur Weserbergland, Target, ZEBAU und Plan Zwei (Stadtplanung und Architektur). Partner sind die Versorgungsbetriebe Hann. Münden. Die KfW hat bereits 700 Quartiere gefördert, beispielsweise 2016 Adelebsen.

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