Mündener Stadtrat will ein Mehrgenerationenhaus

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Das Geschwister-Scholl-Haus, Hann. Münden soll zum Mehrgenerationenhaus werden.

Mündener Rat nickt Teilnahme am Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus ab

Hann. Münden. Das Geschwister-Scholl-Haus wird ab dem 1. April zu einem Mehrgenerationenhaus. Das hat der Stadtrat in der vergangenen Woche entschieden und damit die Unterstützung von Seiten der Stadt – Gebäudekosten und Sachleistungen – im Wert von 5.000 Euro zugesichert. Jährliche Zuschüsse für das Projekt fließen vom Bund in Höhe von 30.000 Euro und vom Land in Höhe von 5.000 Euro mit ein. Die Förderlaufzeit beträgt dreieinhalb Jahre, die Fördermittel müssen jährlich neu beantragt werden. Mit dem Fördergeld sollen die Personalkosten einer Koordinatorin (halbe Stelle) finanziert werden (wir berichteten). Die Gleichstellungsbeauftragte Julia Bytom bat den Rat um seine Zustimmung. Das Mehrgenerationenhaus soll ein zusätzliche Angebote für Menschen aus aller Altersschichten und Glaubensrichtungen schaffen.

,Kooperieren mit IfuB’

„Mehrgenerationsarbeit wird, ohne dass das Wort jemals für das Geschwister-Scholl-Haus benutzt wurde, bereits seit Jahren geleistet. Dort passiert seit vielen Jahren schon das, was in anderen Städten erst nach Einrichtung eines Mehrgenerationshauses angeboten wird. Bei unserem Projekt „Mehrgenerationshaus“ wird es vielmehr darum gehen, die vorhandene Arbeit und Angebote zu bündeln, neu zu strukturieren und weiterzuentwickeln“, erklärte Ratsfrau Gudrun Surup (SPD). Dazu gehöre auch die Koordination mit der Neumündener Flüchtlingsunterkunft „IfuB“, die vor wenigen Tagen „ans Netz gegangen“ sei. Hier müsse noch ein ausgereiftes Konzept vorgelegt werden, denn die Unterlagen, die den Ratsmitgliedern zur Verfügung gestellt worden seien, gäben nur eine Grobübersicht über das, was hier in den nächsten Jahren weiterentwickelt werde.

„Trotz der vielen Überlegungen in den Fraktionen, im interfraktionellen Austausch konnten nicht alle Ängste gänzlich der halben Stelle ausgeräumt werden. Argumente wie „ist die Stelle erst eingerichtet, muss sie über das Ende der Projektlaufzeit finanziert werden“, prägten ein Teil der Bedenken. Hier wurde mit der Verwaltung abgeklärt, dass es sich um einen befristeten Stellenanteil von 50 Prozent handeln wird, diese Stelle ist zunächst bis 2018 befristet, was der angespannten Mündener Haushaltssituation laut Finanzierungsplan keine weitere Belastung bringt“, so Surup. Dr. Manfred Albrecht (Münden Aktiv) begrüßte das Projekt. Das Geschwister-Scholl-Haus sei gut frequentiert. Auch von Jugendlichen, die abends eine Aufenthaltsmöglichkeit bräuchten. Der Ratsherr forderte deshalb, die Einrichtung abends länger zu öffnen. Die Abstimmung pro Mehrgenerationenhaus erfolgte mit großer Mehrheit. Lediglich der Ratsvorsitzende Dr. Wilfried Kraft (SPD) enthielt sich.

Gleichstellungsbeauftragte stellt erste Ideen vor

„Das Geschwister-Scholl-Haus ist für die Förderperiode 2017 bis 2020 der vom Bund anerkannte Ort um mit einem zusätzlichen Angebot im Mehrgenerationenhaus (MGH), die bestehende intensive Kinder- und Jugendarbeit sinnvoll mit Bezug auf die sich veränderten Strukturen durch den demografischen Wandel und Zuzug von Menschen mit Fluchterfahrung zu erweitern“, freut sich Mündens Gleichstellungsbeauftragte Julia Bytom. Im Moment gehe es darum, alle Unterstützungsmöglichkeiten (Stadtjugendring, Vereine, Verbände, DRK, AWO, Diakonie, Arbeit und Leben usw.) anzusprechen, ob die Möglichkeit der Durchführung eines MGHs gemeinsam machbar ist. Erste Gespräche seien bereits geführt worden, weitere müssten folgen.

„Was ab April gezielt geplant und angeboten werden kann, soll ist mit Unterstützung einer MGH-Koordinierungsstelle im GSH entwickelt werden. Geplant sind neue Projekte, besonders im Sinne der Bewältigung der Auswirkungen des demografischen Wandels in Hann. Münden. Jung und Alt, Menschen jeden Alters, aus der Stadt Hann. Münden treffen sich an einem zentralen Ort, der auch aus den Ortschaften mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden kann. Jede und jeder ist willkommen, um im neuen Konzept des MGHs Begegnungen, Hilfe, Begleitung und Beratung in allen Alters- und Lebenslagen im Miteinander zu leben und erleben zu können“, so Bytom weiter. Im Vorfeld besprochen mit den Mitarbeitern im GSH und mit dem Stadtjugendring seien Projekte, wie eine Ehrenamtsbörse „Jung hilft Alt“, eine Anlaufstelle für Senioren bei Alltagsfragen, Leseförderung, Erzählcafé, Einstiegsvorträge bei tagesaktuellen Problemthemen und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit durch im Haus und in der Stadt vorhandene soziale, pädagogische, kulturelle und sportliche Angebote. „Hann. Münden ist nicht nur bunt und vielfältig, sondern auch ideenreich und hilfsbereit. Ein Mehrgenerationenhaus wird mit der gelebten Vielfalt wachsen und dafür wird auch die Bereitschaft der Bevölkerung benötigt, sich auf das neue Konzept einzulassen und mitzumachen. Das Ziel ist, mit dem geförderten Mehrgenerationshaus ein Haus der offenen Begegnung, der Kooperationen und des Miteinanders in Hann. Münden zu unterstützen. Das gilt auch für die Mitbürgerinnen und Mitbürger die durch die Flüchtlingsunterkunft in Neumünden neu zu uns kommen werden“, erklärt Bytom abschließend.

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