Kommt Surf-Spot nach Hann. Münden?

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Der historische Packhof liegt im Uferbereich der Werra. Die angrenzende Schlagd soll umgestaltet werden. Dafür sind Landes- und Bundesmittel nötig.

Mündener Unternehmer wollen Stadt mit neuem Veranstaltungsort und stehender Welle aufwerten

Hann. Münden. Ginge es nach Unternehmer Jürgen Beute, so könnte in den Packhof so schnell wie möglich ein dauerhafter Gastronomiebetrieb nebst Multifunktionsraum für bis zu 600 Personen entstehen. Genutzt werden könnte die Fläche, so Beute, für Konzerte, Partys und andere Großveranstaltungen: „Eine Stadthalle existiert in Hann. Münden nicht. Mit der Soccerarena ist die letzte wirklich große Veranstaltungshalle verschwunden. Somit gibt es in Hann. Münden nichts mehr was junge Leute anziehen könnte. Aber das brauchen wir“, stellt Beute klar.

Der Unternehmer sieht den Packhof als verwaiste „Top-Location“ an. Vor 15 Jahren organisierte er dort die „Rock- und Bluesnacht“, und ist seitdem Fan der Immobilie. 2017 organisierte Beute, unterstützt von Eckhard Bergmann, 7 Events an 7 Tagen. Viel Lob und Zuspruch gab es an den Veranstaltungsabenden. Danach stand für Beute fest, dass hier etwas passieren muss: „Es ist der letzte Versuch für mich dem Projekt Leben einzuhauchen. Ich hatte schon früher die Idee dafür. Leider wurde sie vom damaligen Bürgermeister stets blockiert. Als Mündener Urgestein möchte ich, dass sich in dieser Richtung endlich etwas bewegt. Ich werde auch nicht jünger – wenn nicht jetzt, wenn dann?“, fragt Beute. Mit Bürgermeister Harald Wegener habe es bereits Gespräche gegeben, ebenso mit dem Bauamt, so der Unternehmer. Auflagen für Brandschutz und Denkmalschutz würden berücksichtigt. Derzeit werde ein Nutzungskonzept erarbeitet. Auch andere Institutionen, wie das Fachwerk5Eck, hätten ein Auge auf den vierstöckigen Packhof geworfen. Vorstellen könne sich Beute eine gemeinsame Unterbringung. Er wolle zwei Ebenen, das Erdgeschoss und das 2. Obergeschoss, nutzen: „Das Konzept wird zeigen, von welcher Stelle wir Fördergelder für das Projekt bekommen können, denn aus baulicher Sicht muss einiges berücksichtigt werden. Fest steht, dass es von wirtschaftlicher Seite zu stemmen sein muss und Förderungen spielen dabei eine wichtige Rolle“, stellt Beute klar. Noch im April könne das Ergebnis der Konzept-Studie vorliegen, dann würden mögliche Förderstellen kontaktiert. Davon hänge ab, wie schnell man mit der Umsetzung voran komme: „Ich rechne fest mit einem positiven Ergebnis. Silvester würde ich bereits gerne im Packhof feiern. Auch wenn dann noch nicht alles fertig sein wird“, stellt sich Beute vor. Die Dauergastronomie soll bis zu 50 Sitzplätze vorhalten. In einem Multifunktionsraum würden 200 Stühle Platz finden beziehungsweise 600 Personen könnten im Stehen Partys feiern. Zu den möglichen Investitionskosten wollte der Unternehmer noch nichts sagen.

Wellenreiten auf der Werra

Teil des Packhof-Plans ist die stehende Welle auf der Werra, die bereits von einem Münchner Planungsbüro für umsetzbar angesehen wird. Lage: direkt gegenüber des historischen Packhofes am Nadelwehr: „Unternehmer Fritz Fehrensen hatte die Idee dafür. Damit würden wir ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der Region erhalten. Die Surfer könnten im Packhof verpflegt und untergebracht werden. Ein Hostel, Umkleidekabinen und Duschen würden dafür eingerichtet. Bei der Umgestaltung der angrenzenden Schlagd würde ein Strand das Thema „Leben am Wasser“ aufgreifen. Es würde das Freizeitleben in Münden komplett umkrempeln“, erklärt Beute. Er und Fehrensen hätten auch die Machbarkeitsstudie für den Packhof in Auftrag gegeben und würden sie aus eigener Tasche finanzieren. Ob der Packhof als Eigentum der Stadt gekauft werden müsse oder in ein Teileigentum übergehe, müsse noch geklärt werden, so Beute, der sich an dieser Stelle herzlich bei Wirtschaftsförderer Tobias Vogeley, dem Landtagsabgeordneten Gerd Hujahn und seinem Vorgänger Ronald Schminke für die Unterstützung bedankt.

+++Komplett "übergeschwappt"+++ Zwischenruf von Mathias Simon+++

„Geht nicht, gibt’s nicht“ – bei einigen Mündener Unternehmern ist dieser Gedanke offenbar fest verankert. Wenn es nach Jürgen Beute geht (siehe Artikel auf Seite 6), könnte man in Zukunft an der Werra Party machen. Fritz Fehrensen geht noch einen Schritt weiter, besser gesagt aufs Wasser und will einen Surf-Spot auf der Werra etablieren. Mit der Umsetzung der innovativen Idee, die man im positiven Sinn als komplett „übergeschwappt“ bezeichnen darf, hätte die Dreiflüssestadt ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der Region und würde für die Belebung der Schlagden sorgen. Denn nicht nur Sportler, sondern auch Schaulustige würde es an den Packhof ziehen, die im Außenbereich die Aktionen der Wellenreiter beobachten könnten. Die Stadtverwaltung tut gut daran diese spannenden Projekte im Rahmen des Möglichen zu unterstützen. Nach dem Wegfall der Soccer Aarena respektive des GuckuksNests gibt es in Hann. Münden keine Location, die die Bezeichnung Veranstaltungshalle verdient. Das Mehr!Generationenhaus kommt am ehesten an die von Beute geplanten Kapazitäten heran, doch das Ambiente am Fluss wäre ein ganz anderes und auch die Nutzung eines Außenbereichs in den warmen Monaten ist gegenüber dem Schlossplatz nicht möglich. Man kann für die Stadt nur die Daumen drücken, dass die Vorhaben umgesetzt werden und gerade für jüngere Generationen etwas entsteht, was nachhaltig genutzt werden kann. Hann. Münden kämpft zwischen den Oberzentren Kassel und Göttingen um Zuzüge und sollte dabei aufpassen, dass demografische Gleichgewicht nicht zu verlieren. Damit sich auch weiterhin junge Menschen und Familien wohlfühlen bedarf es an Angeboten. Wünschenswert wäre in dieser Hinsicht eine Belebung des Doktorwerders. Auch hier sind Investoren gefragt, die das nötige Kleingeld mitbringen und die Infrastruktur weiterentwickeln – ohne sie wird es nicht gehen.

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