Haschkekse, Lalülala und ein toter Hamster

Merke: Geschenkte Kekse können’s in sich haben...
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Merke: Geschenkte Kekse können’s in sich haben...

Kurios: Polizei Göttingen blickt auf kuriose Einsätze 2014 zurück.

Göttingen.  Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter allen Menschen aus der Region. So auch hinter den Polizeibeamten im Landkreis Göttingen. An dieser Stelle nehmen wir uns die Zeit, um auf die kuriosesten Fälle in 2014 zurückzublicken, die den oftmals ernsten Alltag der Beamten einmal in einem anderen, erhellendem Licht zeigen. Eine kleine Auswahl hat die Mündener Rundschau für Sie zusammengestellt:

- Enormer Durst muss es wohl gewesen sein, der einen 57 Jahre alten Mann dazu trieb im Juli gleich in zwei Nächten hintereinander in denselben Göttinger Getränkehandel einzubrechen.  Bei den Taten erbeutete der Dieb paketeweise kleine Schnapsflaschen mit Namen wie "Kleiner Keiler", "Kümmerling" und "Lalülala". Am Morgen nach dem zweiten Einbruch gab es dann ein böses Erwachen, denn das echte "Lalülala" kam um die Ecke: Eingenickt in einer Bushaltestelle sitzend, umgeben von einigen leeren und auch noch gefüllten Fläschchen mit besagten Namen, wurde eine Funkstreife auf dem mutmaßlichen Dieb aufmerksam. In Anbetracht des Leergutes fiel bei den Ermittlern schnell der Groschen.  Der alkoholisierte 57-Jährige wurde festgenommen und zur Wache mitgenommen. Er räumte später beide Einbrüche ein.

- "Göttingen – die Stadt, die Wissen schafft": Ungefähr so könnte man betiteln, was sich am Abend des 1. August in der Feldmark zwischen Rosdorf und der Autobahn 7 zutrug und zwei Tüftlern eine Ordnungswidrigkeitenanzeige und eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Luftverkehrsgesetz einbrachte.Getrieben vom Forscherdrang hatten die jungen Studenten an diesem Abend eine im wahrsten Sinne des Wortes zündende Idee. Bevor die Polizei Göttingen allerdings davon Wind bekam,  meldeten mehrere Zeugen über Notruf einen "brennenden Wetterballon", der auf einem Feld nahe der Autobahn niedergegangen war. Sofort rückten Autobahnpolizei und  Feuerwehr aus. Eine Funkstreife traf die beiden Konstrukteure kurze Zeit später auf einem Feldweg an.  Nach dem Ursprung des "unidentifizierten fliegenden Objekts"  befragt, gaben beide an, dass sie an einem benachbarten Baggersee mittels Folie und Einweggrill eine Art "Wetter-Heißluftballon" gebaut und anschließend fliegen gelassen  hätten. In einer geschätzten Höhe von rund 100 Metern flog die Konstruktion danach in westlicher Richtung über die gesamte Ortschaft Rosdorf hinweg.  Offensichtlich selbst überrascht von den Flugfähigkeiten des durchsichtigen  Eigenbaus mit einem Durchmesser von ca. fünf Metern seien sie ihm mit ihren Rädern hinterhergefahren. Nach rund drei Kilometern ging der Ballon nur etwa 200 Meter westlich der vielbefahrenen A 7 zum Glück auf einem Feldweg nieder. Was den beiden Bastlern offenbar nicht bekannt war:  Erlaubt ist ein solches Flugexperiment ohne Genehmigung nicht.

Tierische Todesursache

- Eine Todesermittlungssache der besonderen Art beschäftigte die Polizei Göttingen im November. In einer Wohnung wurde ein kleiner Hamster mit erheblichen Kopfverletzungen tot aufgefunden. Wie er starb ist noch nicht geklärt. Das 3. Fachkommissariat ermittelt. Geschockt von dem grausigen Fund informierte die Besitzerin des Tieres die Polizei. Die Beamten kamen, sahen und rätselten.  In dem erstellten Vorgang liest es sich dann auch wie folgt: "Der tote Hamster befindet sich auf der Ablage eines Schränkchens. Die Verletzung am Kopf dürfte für das Dahinscheiden des Cricetinae (lat. Name) ursächlich sein. Ob es sich um einen Goldhamster oder einen Feldhamster der Familie der Wühler handelt, kann nicht gesagt werden. Die Leichenstarre ist noch nicht ausgeprägt." Die Frau fand den toten Hamster eigenen Angaben zufolge als sie nach Hause kam. Er und ein weiterer Artgenosse konnten sich in einem Zimmer der Wohnung frei bewegen. Die geschockte Göttingerin alarmierte die Polizei, weil sie vermutete, dass ein Unbekannter in ihre Wohnung eingedrungen sei und den Hamster tötete. Ersten Ermittlungen zufolge geht die eingeschaltete Polizei davon aus, dass die Verletzungen am Kopf des kleinen Tieres durch Gegenstände im Zimmer hervorgerufen worden sein könnten. Doch was ist wirklich passiert? "Eine mögliche Version des Tatherganges wäre, dass der zweite Hamster seinen Artgenossen mit einem Gegenstand unglücklich am Kopf getroffen haben könnte (Herumtollen auf dem Tisch und Treffen des darunter befindlichen Tieres mit schwerem Gegenstand)", heißt es im Vorgang.  Ein Unglücksfall also? Die Ermittlungen dauern an.

- Sicherlich gefreut haben dürfte sich ein Göttinger Kioskbesitzer über einen kleinen Beutel mit Keksen, den ihm ein unbekannter Mann am Vormittag des 24. Dezember in seinem Laden zu Weihnachten geschenkt hat. In der Mittagspause ließ sich der Geschäftsmann nach eigenen Schilderungen die Leckerei bei einem Kakao schmecken.  Doch dann kam alles anders.  Rund eine Stunde nach dem Genuss  wurde dem Mann plötzlich fürchterlich übel und er musste sich übergeben.   Auch von Halluzinationen ist die Rede.  Ein Mitarbeiter rief schließlich den Rettungswagen.  Der Kioskbetreiber kam ins Krankenhaus. Die Polizei Göttingen geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass es sich bei dem "Weihnachtsgebäck"  vermutlich um "Haschkekse" gehandelt hat.  Es wurde deshalb ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen Unbekannt eingeleitet.   Der Beutel und ein verbliebener Keks wurden von den Beamten sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an.

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