Große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung nach Hausbrand – Verein übergibt 2.500 Euro

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Stockten den gesammelten Betrag für die Betroffenen um 700 Euro auf: (v.li.) Nicole Lindel, Marco Hepe und Robert Maaßen vom Verein „Rock for Tolerance“ mit den Betroffenen Nadine Wotapek, Kevin Steffan und Christine Redding, die sich für die Geld-, wie auch die Sachspenden von Mündener Bürgern bedanken.

Die Betroffenen haben fast alles verloren, sind aber sehr dankbar, dass es nicht noch schlimmer kam

Hann. Münden.  Von einem auf den anderen Tag war es für die Bewohner des Hauses in der Veckerhäger Straße 48 nichts mehr wie es war: Mitte September brannte in einer Nacht abgestellter Sperrmüll vor der Hausfassade. Die Auswirkung auf die Räume im Erdgeschoss waren verheerend, der meiste Hausrat ging verloren. Die 14 Bewohner flüchteten ins Freie oder wurden von eintreffenden Polizeibeamten evakuiert, bevor die Feuerwehr wenig später mit den Löscharbeiten begann. Was nicht den Flammen zum Opfer fiel, wurde zum Großteil durch das Löschwasser zerstört. Den Schaden schätzte die Polizei später auf 150.000 Euro.

Bewohner hatten keine Hausratversicherung

Was die Situation verschärfte war die Tatsache, dass keiner der Bewohner über eine Hausratversicherung verfügte: „Wir mussten beim Einzug eine Haftpflichtversicherung abschließen. Die ersetzt uns aber nicht die Dinge, die uns beim Brand verloren gingen“, blickt Kevin Steffan zurück. Er war einer der Mieter des momentan unbewohnbaren Hauses, kam kurzfristig in Staufenberg unter. Weitere Betroffene sind Christine Redding und Nadine Wotapek. Während Redding zu ihrem Vater zog, fand Wotapek eine neue Wohnung in der Innenstadt. Bei den anderen beiden gestalte sich die Wohnungssuche schwieriger: „Bezahlbarer Wohnraum in Hann. Münden ist rar“, bedauert Redding. Sie habe die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben etwas neues zu finden und suche weiter.

Verein startete umgehend einen Spendenaufruf

Wenige Stunden nach dem Brand rief der Verein Rock for Tolerance (RFT), der im Sommer das Musikfestival auf dem Tanzwerder veranstaltet, via Facebook dazu auf für die Betroffenen des Hausbrandes zu spenden. „Der Verein meldete sich sofort bei uns und bot seine Hilfe an. Marco Hepe half uns sogar beim Ausräumen“, erinnert sich Steffan. „Wir waren uns einig, dass wir helfen wollten. Ein Spendenaufruf lag da nahe. Wir waren überrascht, wie groß die Anteilnahme war und immer noch ist“, teilt Robert Maaßen, RFT-Vorsitzender, mit

Und auch die tatsächliche Hilfsbereitschaft aus der Mündener Bevölkerung sei groß gewesen: „Sehr viele Menschen traten mit dem Angebot an uns heran Dinge zu spenden, die sie nicht mehr benötigen, zum Beispiel Möbel. Jemand stellte eine komplette Schlafzimmereinrichtung und ein Kinderbett zur Verfügung. Das alles war schon sehr bewegend. Doch wir wussten im ersten Augenblick nicht wohin damit, denn wir hatten unsere vier Wände ja verloren. Und bevor wir etwas Neues gefunden hatten, konnten wir größere Sachspenden nicht annehmen. Die Garagen, in denen wir einiges unterbringen konnten, quillen mittlerweile über. Wir sind aber allen Unterstützern unendlich dankbar“, so Redding.

Derweil ging die Spendenaktion von RFT weiter. Am Ende kamen 1.800 Euro zusammen, die der Verein aus seinem Spendenpool um 700 Euro aufstockte. Das Geld wurde in der vergangenen Woche offiziell übergeben. Der Betrag soll nun unter den Betroffenen aufgeteilt werden – je nachdem wer wie viel benötige, denn nicht alle habe es gleich schwer getroffen, informiert Steffan. Darauf habe man sich auch mit dem Verein verständigt. Marco Hepe (RFT-Finanzvorstand), dankt allen Spendern für die Unterstützung, in welcher Form auch immer die aussah: „Wer Geld gespendet hat, kann sich unter rft@5eck.de bei uns melden, wenn man eine Zuwendungsbestätigung benötigt.“

Nachdem das Feuer gelöscht war, nahmen Beamte der Kriminalpolizei die Ermittlungen auf. Vermutet wurde zunächst Brandstiftung. Auf Nachfrage gab Dirk Schneider, Leiter des Mündener Polizeikommissariats bekannt, dass sich die Brundursache aller wahrscheinlichkeit nach nicht ermitteln lässt. Vor Weihnachten sollen die Ermittlungen abgeschlossen sein.

RFT-Spendentopf noch gut gefüllt

Im Spenden-Topf des Vereins „Rock for Tolerance“ befinden sich derzeit noch 5.700 Euro, die für soziale Zwecke bestimmt sind. Wenn Vereine und Einrichtung bei ihren Projekten unterstützt werden möchten kann sich via Facebook oder per E-Mail rft@5eck.de zu den Verantwortlichen Kontakt aufnehmen. Wer den Verein unterstützen möchte, kann dies unter Rock for Toleance e.V., IBAN DE93 2605 1450 0165 1179 20 tun.

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