Mit Helm am Hang

Kasseler Rechtsexperte: Ohne Versicherung erst gar nicht auf die PisteVon ANDREAS BERNHARDWerra-Meiner-Kreis. Ski fahren ist gefhrlich. 4

Kasseler Rechtsexperte: Ohne Versicherung erst gar nicht auf die Piste

Von ANDREAS BERNHARD

Werra-Meiner-Kreis. Ski fahren ist gefhrlich. 44 000 deutsche Wintersportler verletzten sich in der Saison 2006/2007. Das zeigt die Statistik der Auswertungsstelle fr Skiunflle (ASU). 6 500 davon mussten in Krankenhuser gebracht werden. Aber wohl noch kein Ski-Unfall machte solche Schlagzeilen, wie der des thringischen Ministerprsidenten Dieter Althaus, bei dem eine mit ihm kollidierte Ski-Fahrerin tdlich verletzt wurde. Eine Folge: Der Absatz an Ski-Helmen stieg sprunghaft an. Doch das alleine reicht nicht, so der Kasseler Rechtsanwalt und Strafrechtsspezialist Jorg Estorf. Er betont: Pisten haben zwar keine Verkehrsschilder, sind deshalb aber noch lange kein rechtsfreier Raum. Viele Freizeitsportler unterschtzten aber die enormen Gefahren. Die betreffen nicht nur die eigene Gesundheit und die anderer, sondern auch die mglichen juristischen Folgen. Sollte ein Unfallbeteiligter sterben, wie im Fall Althaus, droht nach deutschem Recht eine Freiheitsstrafe von bis zu fnf Jahren, erklrt der Jurist. Doch auch wenn es bei Verletzungen bleibt, knnen die Konsequenzen sehr gravierend sein.Vergleichbar mit der Straenverkehrsordnung gelten auf allen Ski-Pisten die Verhaltensregeln des internationalen Skiverbandes (FIS).Nach diesen richten sich auch die Gerichte. Kommt es zu einem Unfall mit einem weiteren Beteiligten gilt auch hier: Vorbeikommende sind zur Hilfeleistung verpflichtet, Zeugen werden gesucht, Blutproben knnen entnommen werden, wenn ntig fertigen Sachverstndige ein Gutachten an.Bei Snowboardern nehmen die Richter brigens in der Regel eine hhere Haftungsquote an, da man davon ausgeht, dass diese ein hheres Gefhrdungspotential haben.

Wer keine Haftpflichtversicherung hat, sollte sich erst gar keine Skier anschnallen, so Jorg Estorf. Fr den Eigenschutz rt er zustzlich zu einer Unfallversicherung. Geht es ins Ausland muss die Krankenversicherung geprft werden. Die gesetzlichen Krankenkassen bernehmen im Ernstfall nur die Kosten fr Vertragsrzte im Gastland, so der Rechtsexperte, doch welcher Verletzte im Schnee hat hier eine echte Wahlmglichkeit? Am Besten ist es natrlich Pisten-Unflle zu vermeiden. Die Einfhrung eines Ski-Fhrerscheins ist fr mich durchaus diskussionswrdig, sagt Estorf.Auerdem msse die Politik jetzt darber nachdenken, ob es nicht sinnvoll ist eine Helmpflicht fr Ski-Fahrer einzufhren.

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