Film ab für Elisabeth

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Ariane Trapp als Herzogin Elisabeth begrüßt „ihr Volk“. Dahinter Bürgermeister Harald Wegener, Marie Anne Langefeld alias Kammerfrau Agnes, rechts außen Sabine Lohmann alias Sidonia.

So verlief die Geburtstagsfeier der Herzogin im Reformationsjahr

Hann.Münden. Herzogin Elisabeth (1510 - 1558) war eine herausragende Persönlichkeit. Sie reformierte die Finanzverwaltung, die Rechtsprechung und die Armenfürsorge, schrieb Ratgeber, Liedtexte und Gebete. In ihrem gesamten Fürstentum setzte sie mit ihrem Berater Anton Corvinus die Reformation durch.

Anlässlich ihres Geburtstages luden Julia Bytom, Gleichstellungsbeauftragt der Stadt, Susanne Rieke-Scharrer, Diakonin der Stadtkirchengemeinde und Martina Krug, Leiterin des Städtischen Museums zu einer Veranstaltung ein. Am Freitagspätnachmittag begrüßte Herzogin Elisabeth, alias Ariane Trapp „ihr Volk“ vor dem Welfenschloss. Gegen „allen Widerstand“ hatte sie den „neuen Glauben“ eingeführt, „für Euer Seelenheil“. Danach zeigte Stadtführerin Sabine Lohman als Herzogin Sidonia einen Teil der Gäste das Gemach „Zum Weißen Ross“. Sidonia war die erste Ehefrau Erichs II und Schwiegertochter der Herzogin Elisabeth, von beiden „ungeliebt“. Die zweite Gruppe ging mit Marie Anne Langefeld, gekleidet im Kostüm der Kammerfrau Agnes, ins „Römergemach“. Diese beiden Gemächer sind die „Schatzkästlein“ des Schlosses. Sie sind mit „prächtigen Wandmalereien“ ausgeschmückt. Die dargestellten Personen sind „personifizierte Allegorien“ aus der Antike oder der Bibel. Beispielsweise die „Caritas“, die für Wohltätigkeit steht oder der Midas mit den Eselsohren. Aus Gier und Dummheit hatte er sich gewünscht, dass alles, was er berührte, zu Gold würde. Da das auch die Speisen beinhaltete, drohte er zu verhungern. Weitere Figuren zeigen Tugenden, wie Freigebigkeit, „Wenn du hast, sollst du geben“, Warnungen oder sind Vorbilder. Die aufgemalten Säulen gehören zur „Scheinarchitektur“, sie täuschen Räumlichkeit vor.

Sabine Lohmann als Sidonia vor der „Rose Elisabeth“.

Im Rittersaal zeigten Jörn Helwig und Jonas Schulze ihren Film „Elisabeth – eine Herzogin, die Geschichte schrieb“. Die 16-jährigen Gymnasiasten des Grotefend-Gymnasiums wurden mit diesem Film Landessieger beim Geschichtswettbewerb. Der Geschichtslehrer und Studienrat Hans-Joachim Meyer hatte eine „Geschichtswerkstatt“ als Arbeitsgemeinschaft angeboten. Für die beiden stand fest, „wir wollen einen Film drehen“. Zum 500. Jahrestag der Reformation passte die Mündener Herzogin Elisabeth von Göttingen-Calenberg, die den „neuen Glauben“ in ihrem Fürstentum eingeführt hatte. Ariane Trapp spielte die Herzogin Elisabeth, Marie Anne Langefeld die Kammerfrau Agnes, Klaus Schöbe Erich I und Archivar Stefan Schäfer Corvinus. Museumsleiterin Martina Krug ermöglichte den Dreh in den historischen Gemächern. Die passenden Kostüme kamen von Heike Zimmermann. Ziemlich aufwendig und schwierig war zunächst die Arbeit des Filmschnitts, erzählen die beiden Jugendlichen. Sie sind stolz auf ihr Filmprojekt. „Die ganze Wettbewerbszeit war eine Erfahrung für unser Leben“. Sie lernten nicht nur „tolle Schauspieler und Helfer“ kennen, sondern „einfach tolle Menschen. Dafür sind wir allen Beteiligten sehr dankbar.“ Das Duo Heike Catalan (Violine) und Natalia Walter (Piano) spielten Sonaten von Händel und Mozart. Die Zuhörer applaudierten begeistert. Während einer Pause stärkten sich die Gäste mit Landwein, Brötchen und verschiedenen schmackhaften Käsesorten. Hann. Münden ist der 13. Frauenort in Niedersachsen. In diesen Orten kann man sich auf Spurensuche bedeutender Frauen begeben.

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