Hilfe und Herz für Tiere wie Kater ,Willi’

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Susanne Messow mit Kater „Willi“, der in der Gemarkung Wiershausen von aufmerksamen Einwohnern gefunden und an den Mündener Tierschutzverein übergeben wurde. Hier wird er wieder aufgepeppelt.

Mündener Tierschutzverein kümmert sich um Fundtiere und feiert im Sommer sein 30-jähriges Bestehen

Hann. Münden. Freudig schnurrend schmiegt sich ein schwarzer Kater um die Beine von Susanne Messow. Als seine rechte Körperseite zum Vorschein kommt, ist unweigerlich eine blutrote Fleischwunde an seinem Hals zu sehen. Die Verletzung hält ihn nicht davon ab, von seinem Übergangs-Frauchen einige Leckerlis zu schnorren, ehe er sich auf seinen Liegeplatz zurückzieht. Messow hat den etwa dreijährigen Kater „Willie“ getauft, „weil er vom Dorf kommt“, wie sie sagt. Aufmerksame Wiershäuser hatten ihn „Auf dem Eichsfeld“ entdeckt und zunächst vergeblich versucht einzufangen, denn seine klaffende Wunde am Hals fiel sofort auf. „Schließlich gelang es, Willi anzulocken und hierher zu bringen“, so die Schedenerin, die im sechsköpfigen Vorstand des Tierschutzvereins Hann. Münden tätig ist. Sie hat „Willi“ einstweilen bei sich aufgenommen. „Man kennt uns und ruft uns an, wenn Fundhunde oder -katzen aufgegriffen werden. Dann kümmern wir uns“, informiert Messow. Zu wem Willi gehört, weiß sie nicht, er sei weder gechipt noch tätowiert. Mit ihm ging sie sofort zum Tierarzt. Woher seine Wunde stammt, lässt sich nur vermuten. Vielleicht ist er an einem Stacheldrahtzaun hängen geblieben oder er hatte Ärger mit Artgenossen. „Die Wunde sieht aber schlimmer aus als sie ist. Ich glaube, dass er die letzte Zeit im Freien verbracht hat, denn wir haben beim Arzt an seinem Körper 15 Zecken entdeckt, die wir entfernt haben. Oder aber sein Herrchen oder Frauchen haben sich nicht richtig um ihn gekümmert“, mutmaßt Messow. Vom Tierarzt bekam Willi zunächst Antibiotika verschrieben. Später wurde die Wunde genäht und Medikamente verabreicht, die Harnkristallen entgegenwirken.

Kater „Willi“ geht es schon viel besser.

 „Mit der weiteren Behandlung kam so schnell eine hohe dreistellige Summe zusammen, zumal wir ihn auch kastrieren ließen“, so Messow. Ihr Verein appelliere ständig an Katzenbesitzer, Samtpfoten sterilisieren zu lassen, denn vor allem Katzen würden sich oft unkontrolliert vermehren: „Deshalb fordern wir auch eine Kastrationspflicht, so wie sie es schon in Witzenhausen gibt.“ Auch wenn man den schwarzen Kater nicht gleich jemanden zuordnen kann, wird der Verein zunächst nach seinem richtigen Zuhause suchen und – wenn das nichts bringt – ihn an Menschen vermitteln, die nach einer Katze suchen. „Das machen wir ausschließlich nach Zahlung einer Schutzgebühr und nachdem wir uns die Interessenten ganz genau angesehen haben. Wir wollen schließlich, dass es den Tieren in Zukunft gut geht“, erklärt Messow, die selten eine Absage erteilen muss. In den meisten Fällen gebe es für Mensch und Tier ein Happy End. Eine gute Voraussetzung wäre: „Wenn die Katze nicht gesundheitlich beeinträchtigt ist, sollte sie die Möglichkeit zum Freigang haben. Das ist uns sehr wichtig“, so Messow. Was oft vorkomme sei, dass der Verein auf den hohen Tierarztkosten sitzen bleibe, egal ob das Fundtier vermittelt werde oder man den Besitzer ausfindig machen könne. „Wir können keinen dazu zwingen, die Rechnungen zu übernehmen, tun das selbst aber gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten“, so die Kassenwartin.

Im Sommer wird das runde Jubiläum gefeiert

Finanziell trägt sich der Tierschutzverein durch die Beitragszahlungen seiner 103 Mitglieder, durch Spenden und Aktionen, wie zum 30-jährigen Bestehen, das am 25. August dieses Jahres im Laubacher Dorfgemeinschaftshaus gefeiert werden soll. Kaffee- und Kuchenverkauf zu besonderen Anlässen, aber auch mehrere Futter-Sammelstellen in Hann. Münden helfen dem Verein ungemein bei der Finanzierung von Tierarztbehandlungen. Der Mündener Tierschutzverein verfügt über zwei private Pflegestellen, die je nach Auslastung Katzen aufnehmen können. Bei Hunden gestalte sich die Aufnahme schwieriger. In der Regel würden sie in einem Tierheim unterkommen. Die Kosten für die zeitweilige Unterbringung würde auch vom Verein übernommen. Übrigens unterstützt er Geringverdiener bei der Katzenkastration: „Bis zu einer Einkommensgrenze von 1.000 Euro übernehmen wir den Großteil der Sterilisationskosten. Voraussetzung dafür ist ein Einkommensnachweis und die Zahlung eines Eigenanteils in Höhe von 15 Euro“, erklärt Messow und räumt gleichzeitig mit Irrglauben auf: „Wofür wir nicht zuständig sind: Tiere die tot am Straßenrand liegen. Das ist Angelegenheit der Stadt. Auch offensichtlich verwahrloste Tiere können wir den Besitzern nicht einfach wegnehmen. Da sind uns rechtlich Grenzen gesetzt. Da darf nur das Veterinäramt einschreiten.“ Wie es mit „Willi“ weitergeht, wird sich zeigen. Laut der Tierschützerin sei es nur eine Frage der Zeit bis er wieder in sein altes oder auch neues Zuhause ziehen könne. „So oder so, die Katzen bleiben oft nur wenige Tage bei uns. Es gibt in und um Hann. Münden sehr viele Menschen, die Tiere lieben. Und „Willi“ ist inzwischen wieder gut drauf kuschelt viel und frisst gut“, so Messow. Ein weiteres Tier, das der Verein gerettet hat.

Kontakt zum Verein

Wer für den Mündener Tierschutzverein spenden, ihm beitreten (Jahresbeitrag ab 15 Euro), einen Antrag auf einen Kastrationszuschuss stellen oder ihm als Pflegestelle zur Seite stehen möchte, kann sich unter E-Mail info@tierschutzverein-hmue.de oder 0159-01503690 melden.

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