Heilen mit Homöopathie

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Dr. med. Markus Wiesenauer (li.) und Dr. Jens Herbort, Apotheker und Inhaber der Rosen Apotheke.

Die Rosen Apotheke hatte Experte für Fachvortrag in der Evangelisch-reformierten Kirche gewinnen können

Hann.Münden. Zurück zu den Naturheilverfahren? Der Vortrag „Homöopathie für den Notfall in Freizeit, Haushalt und Alltag“ von Dr. med. Markus Wiesenauer, einem „Top-Experten für Homöopathie“ stieß auf großes Interesse. Die Evangelisch-reformierten Kirche in der Burgstraße war am Donnerstag voll besetzt. Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie und Naturheilverfahren, seit 29 Jahren in eigener Praxis tätig. Ebenso Autor von Fachbüchern und medizinischen Ratgebern. Er „hat Pharmazie studiert und mehrere Preise bekommen“, so Dr. Jens Herbort, Apotheker und Inhaber der Rosen Apotheke, der den Gast aus Baden-Württemberg eingeladen hatte.

Kein Fachchinesisch

Leicht verständlich, mit humorvollen Pointen gewürzt, stellte er einzelne Arzneimittel, ihre Dosierung und Anwendungsbeispiele vor. Dabei betonte er jeweils, dass die medizinische Verordnung eines Arztes eingehalten werden müsse. Homöopathie sei ergänzend zur Schulmedizin zu sehen. Bei Aussagen wie „damit müssen Sie leben“ könne man gut mit Homöopathie behandeln. Auch unterstützten die homöopathischen Mittel die Selbstheilungskräfte. Es sei nicht „Globuli oder Tod, sondern sowohl als auch“. Blutergüsse schwellen schneller ab mit Arnica D6. Der deutsche Name „Bergwohlverleih“ rührt daher, dass diese Pflanze „auf dem Berg wächst“. Es gibt zwei typische Darreichungsformen, Globuli und Tabletten, wobei Globuli eher was für Frauen, Tabletten was für Männer sei. Auch ist die Einnahmedauer unterschiedlich. Ein „offenes Bein, das über einen längeren Zeitraum entstanden ist, braucht auch länger zur Heilung“. Die mehrmonatige Behandlung müsse „kurmäßig“ erfolgen; drei Wochen Calendula D6 (Ringelblume), drei Wochen Pause, dann wieder Calendula, jeweils im Wechsel bis Heilung erfolgt ist.

Wiesenauer nannte in seinem Vortrag verschiedene homöopathische Mittel, die für Frauen und Männer, für Kinder, bei Schwangerschaft und sogar bei Tieren angewandt werden können. Beispielsweise Calcium phosphoricum D12 (Kalziumphosphat) bei Wachstumsschmerzen von Kindern, aber auch bei verzögerter Heilung eines Knochenbruchs, Ruta graveolens D6 (Gartenraute) bei müden Augen durch Bildschirmarbeit oder bei der sogenannten Computermaus, einer Sehnenscheidenentzündung. Ferner Hekla lava D6 (Asche de Hekla-Vulkans) bei nachlassender Knochendichte oder bei einem Fersensporn. Ledum D6 (Sumpfporst) hilft beim Zeckenbiss und Nux vomica D6 (Brechnuss) lindert die Nebenwirkungen einer Chemotherapie bei Krebspatienten. Bei Nahrungsmittelunverträglichkeit auf Reisen empfiehlt er Okoubaka D3, das von einem schwarzafrikanischen Rindenbaum gewonnen wird. Auch helfe es bei Durchfall, einer Begleiterscheinung bei der Einnahme von Antibiotika. Acidum phosphoricum D12, stammt aus Phosphorsäure, ist gut für die Seele, baut die Menschen nach einem Burnout wieder auf und Staphisagria D12 (aus Körnern des Stephanskrauts) stärkt die Seele gegen Mobbing. Immer wieder betonte der Humanmediziner die Notwendigkeit, den ärztlichen Verordnungen zu folgen, beziehungsweise bei akuten Problemen zum Arzt zu gehen.

Vor 221 Jahren hat der Arzt, Apotheker und Wissenschaftler Dr. Christian Samuel Hahnemann die Homöopathie begründet. Die Heilmittel werden „Schritt für Schritt verarbeitet, die Gifte verlieren ihre Wirkung“. D6 bedeutet die sechsmalige Verarbeitung, D12 die zwölfmalige.

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