,Ich bin kein Mann der großen Abschiede’

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Landrat aus Leidenschaft: Reinhard Schermanns Amtszeit endet nach über acht Jahren Landkreis Göttingen. Am Montag sitzt Reinhard Schermann das letz

Landrat aus Leidenschaft: Reinhard Schermanns Amtszeit endet nach über acht Jahren

Landkreis Göttingen. Am Montag sitzt Reinhard Schermann das letzte Mal an seinem Schreibtisch im Kreishaus in Göttingen, denn für den Landrat ist Schluss.Auf achteinhalb Jahre Amtszeit mit Akten und Terminen kann er zurückblicken. Und am Montag verabschiedet er sich – gewollt im kleinen Rahmen  – von seinen Mitarbeitern im Kreishaus. "Ich bin nicht der Mann, der große Abschiede macht", sagt er.Bei der Wahl am 11. September zum Landrat war Schermann (CDU) nicht mehr angetreten. Die Altersgrenze für eine Wiederwahl  hatte er mit seinen 68 Jahren überschritten, jetzt geht er in den Ruhestand.

Schlanke Verwaltung

Doch der in Oberschlesien geborene und heute in der Gemeinde Gleichen lebende Mann hatte fast ein Jahrzehnt lang das Wohl des Landkreises immer fest im Blick, als ein Landrat aus Leidenschaft. Eingesetzt hat er sich für die Stärkung des ländlichen Raums, die  Gründung  einer Wirtschaftsförderung lag ihm am Herzen und auch den Ausbau des Landkreises zur Wissen- und Innovationsregion und eine "schlanke Verwaltung" waren Schwerpunkte seiner Arbeit.Vorher war er elf Jahre beim Landkreis als Dezernent und davor in hochrangigen Positionen in den Kultusministerien von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt tätig.

"Der Landkreis ist jetzt auf Erfolgskurs und im Kommunenvergleich vorn mit dabei", resümiert er. Weniger Arbeitslosigkeit, Verbesserung der Infrastruktur durch Gewerbeflächen und den Ausbau zum  schnellem Internet zählt er unter anderem zu den Erfolgen seines Engagements. Wie auch den Aufbau des Kreises als Radler-, Wander- und Kulturregion.Wichtige Themen waren und sind  für ihn immernoch der Ausbau des Römerlagers zu einer Erlebniswelt, er favorisiert eine Museumslandschaft Südniedersachsen und auch die Fortsetzung der Energiewende mit dem Ausbau der Wasserkraft-Nutzung. "Das sind alles Themen, die ich gern noch umgesetzt hätte", sagt er und seine Stimme klingt ein wenig wehmütig.  "Insgesamt  nehme ich aber die  vielen Gespräche mit dem Menschen im Kreis  und die gemeinsamen Erfolgserlebnisse  als wertvolle Erinnerungen mit."

Beim Blick in die Zukunft warnt er vor einer Großkreisbildung, weil sie für die Bürger seiner Meinung nach keine Vorteile bringe. Doch die Geschicke des Landkreises liegen ab 1. November nun in anderen Händen.  Die Übergabe an seinen Nachfolger, den 56-jährigen Bernhard Reuter (SPD) aus Herzberg am Harz, hat Schermann bereits erledigt.Und was hat Reinhard Schermann jetzt geplant? "Von Planwirtschaft halte ich nichts", sagt  er. Anfragen aus Wirtschaft, Verbänden und Orgnisationen liegen vor. Aber bisher hat sich der scheidende Landrat statt Akten zu wälzen, insbesondere wandern, lesen und radfahren vorgenommen.

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