25 Jahre „Tag des offenen Denkmals“: Wenn alte Gebäude neu entdeckt werden

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(V.li.) Frank Stryga (Vorsitzender Stadtjugendring/Mehr!Generationenhaus), Claudia Schulte (Arts-Factory), Birgit Nolte-Schuster (Kulturfabrik Günter Schuster), Anja Fehrensen (Atelief AF), Bernd Demandt (Denkmalaktivist), Michael Kühlewindt (Vorstandsmitglied der Sparkasse Münden), Thomas Kossert (Hann. Münden Marketing GmbH), Martina Görtler (Geschäftsführung Stadtjugendring/Mehr!Generationenhaus), Matthias Biroth (Hann. Münden Marketing GmbH), Julia Bytom (Gleichstellungsbeauftragte/Mehr!Generationenhaus), Kerstin Kreßner und Burkhard Klapp (Denkmalschutz). 

Der „Tag des offenen Denkmals“ feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Und auch in diesem Jahr erwartet die Besucher des Aktionstages am morgigen Sonnatg ein vielfältiges Angebot an interessanten Gebäuden und Veranstaltungen.

Hann. Münden.  Der „Tag des offenen Denkmals“ feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. „Eine riesengroße Erfolgsgeschichte“, sagt Burkhard Klapp, Denkmalpfleger von Münden, der von Anfang an die bundesweite Aktion mitgestaltet hat. Unter dem Motto „Entdecken was uns verbindet“ werden in Münden am 9. September neun Gebäude mit ihren Besonderheiten vorgestellt.

Eröffnet wird der Tag um 11 Uhr im Geschwister-Scholl-Haus mit einem Jazzfrühstück der „Megaphon Jazz Band“ und den Begrüßungsworten von Mündens Bürgermeister Harald Wegener. Bis 1986 wurde das aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammende Haus als Schule genutzt.

Heute ist es ein „Mehr!Generationenhaus“, offen für Jung und Alt. Es gibt vielseitige Angebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren, abwechslungsreichen Veranstaltungen, einer Caféteria und Übernachtungsmöglichkeiten für Austauschjugendliche aus den Partnerstädten. Zum Tag des offenen Denkmals werden stündliche Führungen durch das Haus angeboten. Gezeigt wird auch ein Klassenzimmer aus dem 19. Jahrhundert. Klassenfotos aus dem 20. Jahrhundert wecken eventuell Erinnerungen bei den „Ehemaligen“. Ein neues Projekt in der großen Holzwerkstatt ist das „Upcycling“ von alten Sachen, zum Beispiel von alten Betten. Auch das „Haus der sozialen Dienste“ war einst eine Knabenschule. Heute ist es Geschäftsstelle der Hann. Münden Marketing GmbH. Dort gibt es einen Gewölbekeller und Fundstücke der Abfallgruben (Kloaken). Präsentation 14 bis 17 Uhr. Im spätgotischen Fachwerkständerbau aus dem Jahr 1528, dem Ochsenkopf, wird heute „musiziert, komponiert, geschrieben und fotografiert“. Führung durch das Haus zu jeder vollen Stunde. Um die St. Blasius Kirche war ein Friedhof. Geistliche, Adelige und städtische Beamte bestattete man im Kirchenraum in „Erdgräbern oder Grüften“. Der Tod war ein ständiger Begleiter. Führung um 11.30 Uhr und 12.30 Uhr.

Ausstellung im Künstlerhaus

Im Künstlerhaus stellt Claudia Schulte bis zum 16. September „Stimmungsbilder“ aus, eine bunte Mischung in Acryl. Vernissage ist am Freitag, 7. September um 19 Uhr. Neu ist die „Kulturfabrik“ von Günter Schuster. In den Räumen der seinerzeitigen Schrotkugelfabrik Haendler und Natermann fertigt er „großformatige Tuchobjekte, Arbeiten auf Papier und anderen Materialien“. Kurzvorstellung um 12 und 15 Uhr. Eine sanierte Wohnung und eine weitere fast fertig sanierte Wohnung können zwischen 11 und 17 Uhr besichtigt werden. Ein Ansprechpartner steht für Fragen zur Verfügung.

Nur von außen anzusehen ist das „kleine, unscheinbare Fachwerkhaus“ in der Ziegelstraße. Die Besitzerin lebt in Kanada und war nicht erreichbar. Es ist das Geburtshaus von Georg Friedrich Grotefend. Der Sprachwissenschaftler, Altertumsforscher, Entzifferer der altpersischen Keilschrift und Namensgeber des Mündener Gymnasiums ist Ehrenbürger der Stadt Hannover. Dort ist seine Büste ausgestellt. Mit Aktionen des Mündener KunstNetz, der Bürgergenossenschaft und dem Fördervereins Mündener Altstadt, soll der Kaufpreis für Grotefends Geburtshaus erwirtschaftet werden. Start ist der Denkmalsonntag.

Neben Verzehr von Kaffee und Kuchen hat jeder Gelegenheit, seinen Namen in Keilschrift auf Tontäfelchen zu schreiben. Wir wollen den Namen Grotefend „dauerhaft in Münden belegen“, so Denkmalaktivist Bernd Demandt. „Wir bezeichnen uns als Grotefans“. Unterstützt wird der Tag des offenen Denkmals u.a. von der Mündener Sparkasse.

Extra-Info:

Geöffnete Gebäude

Beim Tag des offenen Denkmals am 9. September sind von 11 bis 17 Uhr folgende Gebäude geöffnet:

1. Geschwister-Scholl-Haus, Mehr!Generationenhaus, Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 2

2. Haus der sozialen Dienste, Am Plan 2

3. Grotefendhaus, Ziegelstraße 39

4. Kulturfabrik, Radbrunnenstraße 27

5. St. Blasius Kirche, Kirchplatz 6

6. Sanierte Wohnungen, Sydekumstraße 2

7. Sanierte Wohnungen, Lange Straße 1

8. Ochsenkopf, Sydekumstraße 8 9. Künstlerhaus, Speckstraße 7

Außerdem dabei...

Auch das Logenhaus der Freimaurerloge „Pythagoras zu den drei Strömen“ in der Bremer Schlagd 16 ist von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Die Mitglieder der Loge werden Führungen durch das Haus anbieten. Zudem gibt es Kaffee und Kuchen. Zur Ateliereröffnung mit Werkschau laden Dr. Birgit Nolte-Schuster und Günter Schuster von 15 bis 17 Uhr in die Kulturfabrik in der Radbrunnestraße 27 ein.

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