Jugendaustausch: Gäste aus Israel hatten Freude an moderner Kunst

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(Hinten, v.li.) Yannick Stryga, Martina Görtler, Luisa Dlugowski, Frank Stryga mit vier von insgesamt 18 Gästen (vorne, v.li.) Matah Asher, Mishel Primak, Ruth Kalili, Galia Uziel (beides Betreuerinnen) und zwei der Mündener Jugendlichen aus den Gastfamilien, Mariola Jerrentrup und Enno Müller.

18 Israelis nahmen am 30. Jugendaustausch zwischen Holon und Hann. Münden teil

Hann. Münden. Elf abwechslungsreiche Tage verbrachten 16 Jugendliche aus Mündens Partnerstadt Holon mit ihren zwei Betreuerinnen in Deutschland und natürlich auch in der Dreiflüssestadt. Schon bei der Ankunft in Berlin wurden sie herzlich von Mündener Jugendlichen am Flughafen empfangen. In der Bundeshauptstadt verbrachten sie zusammen vier Tage in einem Hostel. Hier hatte man viel Spaß und lernte sich näher kennen. Aber es gab auch ernste Momente, zum Beispiel beim Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen. Die übrigen Tage verlebte man in Hann. Münden und Umgebung. Geschlafen wurde in den Räumen des Geschwister-Scholl-Hauses (GSH), ehe man am letzten Wochenende in die Gastfamilien zog. Hier konnten die Israelis die deutsche Lebensweisen näher kennen lernen und Freundschaften vertiefen. Zum Programm zählte ein gemeinsames Frühstück mit Bürgermeister Harald Wegener, ein Besuch des Heideparks in Soltau, ein Abstecher auf die Kasseler documenta und eine Reise zum Landkreis nach Göttingen und das Treffen mit Kreisrat Marcel Riethig. Da die Schule in Niedersachsen schon wieder begonnen hatte, durfte auch ein Besuch des Unterrichts am Grotefend-Gymnasium nicht fehlen. Traurig wurde es am vergangenen Sonntag bei der Abschlussfeier im GSH, denn es sollte vor der Abreise die letzte gemeinsame Zeit werden. Am Montag ging es für die Gäste von Frankfurt aus wieder in die Heimat zurück.

Ausgearbeitet hatten das Programm, das vom Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Frank Stryga und der Geschäftsführerin des Stadtjugendrings Martina Görtler begleitet wurde, Luisa Dlugowski, Lisa Stenzel, Bastian Becker und Yannick Stryga vom Vorstandsteam des Partnerschaftsvereins. Aber was hatte den Israelis am besten gefallen? „Das Fachwerk und die netten Menschen Mündens sowie der Besuch der documenta und die Achterbahnfahrten im Freizeitpark“, resümierte der 15-jährige Matah. Generell sei es allein schon wegen der unterschiedlichen Bevölkerungszahlen in Münden viel ruhiger (Holon zählt 200.000 Einwohner, die Red.) und ein krasser Gegensatz zu Tel Aviv (450.000 Einwohner, hat Holon als Vorstadt), eine Metrople, die niemals schläft, meinte Mishel (15). Bewegend sei der Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen gewesen: „Wir wollen uns natürlich auch mit der Geschichte beider Länder auseinandersetzen. Wir haben keine Verantwortung dafür, was im 2. Weltkrieg passiert ist. Aber wir haben die Verantwortung, dass man das Geschehene nicht vergisst“, so Luisa Dlugowski.

Ein Wochenende zu Gast bei Mündener Familien

Moderne Kunst gab es auf der Kasseler documenta zu sehen.

Gefreut hatten sich die Gäste besonders auf den Aufenthalt in den Gastfamilien, wie denen von Mariola Jerrentrup und Enno Müller. Es gab vielfältige Freizeitmöglichkeiten, wie der Besuch des Tierparks Sababurg, Minigolfspielen oder ein Abstecher zur Weserbeleuchtung in Reinhardshagen. Die Zeit in Münden hätte nach Matahs Geschmack auch ruhig noch etwas länger dauern können, denn als Fan moderner Kunst hätte er sich bei der documenta nach etwas genauer umgeschaut und im allgemeinen das ruhige Leben in Deutschland genossen.

Finanziert wird der Austausch der Jugendlichen durch das Deutsch-Israelische Förderprogramm, den Landkreis Göttingen, der Stadt Hann. Münden und dem Partnerschaftsverein, der sich um die Restfinanzierung durch Spenden kümmert. Der Austausch findet immer im Wechsel statt. So werden im Herbst zwölf Jugendliche aus Münden zehn Tage in Israel verbringen. Es war übrigens der 30. Austausch mit Israel. Im kommenden Jahr findet dann das 30-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft statt, darauf freut sich der Vorstand des Partnerschaftsvereins schon besonders.

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