Mündener "Kaffeemühle" erhält Fördermittel und dehnt Öffnungszeiten aus

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Haben ein großes Herz für Bedürftige: (v.li.) Isolde Salisbury (kommissarische Schriftführerin des Mündener Hilfe e.V.), Erika Maschke (2. Vorsitzende), Mitarbeiterin Lucie Däumlichen und Elke Unckenbold (Vereinsvorsitzende) in der Küche der Kaffeemühle.

Eine 30-Stunden-Stelle entlastet die Vereinsmitglieder

Hann. Münden.  Ein Kaffee für 30 Cent, ein warmer Aufenthaltsort und ein Ohr zum Zuhören: Die „Kaffeemühle“ in der Mündener Schmiedestraße 11 ist Anlaufstelle für all diejenigen, die am Rande des Existenzminimums leben. Obdachlose sind darunter, aber auch bedürftige Mündener. Seit 1999 betreibt die Mündener Hilfe e.V. die Anlaufstelle in der Dreiflüssestadt, die sich früher in der Mühlenstraße befand und seit 2015 in der Schmiedestraße zu finden ist. Um die Besucher sorgten sich die Mitglieder ehrenamtlich mit einem kleinen Team. Nun gibt es Fördermittel vom Bund, die den Verein entlasten: „Aus dem Förderprogramm soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt konnte eine Stelle mit 30 Wochenstunden geschaffen werden, die befristet ist bis zum 31. Dezember 2018. Dadurch haben wir die Möglichkeit unsere Öffnungszeiten auszudehnen“, informiert Elke Unckenbold, Vorsitzende der Mündener Hilfe. Montags bis donnerstags von 8 bis 15.30 Uhr kümmert sich „die Neue“ Lucie Däumlichen um die Menschen, die die Kaffeemühle ansteuern. Freitags übernimmt ein Mitglied die Betreuung der Einrichtung, die auch Dusch- und Waschmöglichkeiten bietet.

Alkohol ist tabu

„Etwa ein Dutzend Gäste haben wir am Tag hier, davon etwa zwei bis drei Obdachlose, die auf der Durchreise sind. Sie ruhen sich bei uns aus, holen in Gimte ihr Tagesgeld ab und ziehen dann weiter. Für alle, die gar nichts besitzen, gibt es ein kostenfreies Frühstück. Andere zahlen eine kleine Spende“, erklärt die 48-Jährige, die sich laut ihrer Aussage bereits gut eingelebt hat. Reden, so sagt sie, sei das wichtigste. Für ein Gegenüber das aufmerksam zuhöre, seien die Besucher am dankbarsten. Dazu gebe es oft einen Kaffee oder Tee. Alkohol sei verboten, so sehe es die Hausordnung vor. Geraucht werde vor der Tür. Obwohl Däumlichen erst seit einigen Tagen dabei ist, habe sie schon viel Vertrauen zu den Menschen aufbauen können, die oftmals schwere Schicksalsschläge verkraften mussten: „Nicht alle kamen mit der Situation klar und rutschten ab. Wir dürfen auch sie nicht vergessen. Sie brauchen Hilfe. Und obwohl sie es sehr schwer haben, haben viele ihre Freude am Leben nicht verloren.“ Für Unckenbold und ihre Mitglieder ist die Stelle von Däumlichen eine echte Entlastung und ermöglicht auch die Betreuung derjenigen, die ihre staatliche Unterstützung in der Gimter Hallenbadstraße abholen müssen. Der Fußmarsch dorthin, so Unckenbold, sei lang und es vergehe viel Zeit bis man wieder zurück sei. Früher habe sich eine Rückkehr in die Innenstadt nicht gelohnt. Nun, mit den erweiterten Öffnungszeiten, schon. Ohne Spenden, so die Vereinsvorsitzende, sei man auf verlorenem Posten, deshalb werbe man bei jeder Gelegenheit darum. Neben finanzieller Unterstützung (IBAN 4126 0624 3300 0231 1038) freue man sich auch über Sachspenden, wie Wolldecken oder Kaffee. Da aber die Kaffeemühle keinerlei Lagermöglichkeiten vorweisen kann, nimmt Knut Katzwinkel von der Auslandshilfe Hann. Münden (Telefon 0163-9066898) Sachspenden entgegen und leitet sie an den Verein weiter. Dessen Führung bedankt sich ganz herzlich beim DRK-Shop für die Erstausstattung von Obdachlosen und dem Sozialamt der Stadt Hann. Münden für die stets spontane Hilfe.

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