Kathi lebt weiter

Hessisch Lichtenau/Gttingen. Die einen reden darber, die anderen verschlieen sich, sagt Harald Germandi, Kassenwart d

Hessisch Lichtenau/Gttingen. Die einen reden darber, die anderen verschlieen sich, sagt Harald Germandi, Kassenwart des Elternhauses an der Universittsklinik Gttingen. Der Lichtenauer hat Schweres durchgemacht. Der Krebstod seiner Tochter Kathi vor 17 Jahren hat einen tiefen Einschnitt in seinem Leben hinterlassen...Als Kathi 16 Jahre alt war, erkrankte sie an einem Weichteiltumor, der sich rasch im ganzen Krper ausbreitete. Innerhalb von zwei Jahren durchlitt sie Operationen und Chemotherapie, schwankte zwischen ngsten und Hoffnung. Und sie war stark: Obwohl ihr smtliche Haare ausgefallen waren, zeigte sie sich ohne Percke und Mtze. Sie wollte vor allem anderen kranken Kindern Mut machen, erzhlt ihre Mutter Anke Germandi. Als sie auf der Kinderkrebs-Station in der Uni-Klinik Gttingen lag, hat sie sich aufopferungsvoll um die Kleineren gekmmert.Als Kathi sprte, dass sie sterben wrde, lud sie Freunde und Freundinnen ein und verteilte ihre Sachen. Ihre Eltern bat sie, sich weiterhin fr krebskranke Kinder einzusetzen. Sie wollte keine Krnze und Blumen, sie wollte das dafr vorgesehene Geld dem Verein Elternhilfe fr das krebskranke Kind spenden.Das Elternhaus, in direkter Nhe der Klinik gelegen, war vom Verein Elternhilfe fr das krebskranke Kind ein Jahr zuvor, 1988, fertiggestellt worden. Harald und Anke Germandi konnten so, wie einige andere Eltern auch, ganz in der Nhe ihres Kindes sein. Auch Kathis Bruder, der zehnjhrige Oliver, lebte dort und spielte mit den anderen Kindern. Das war fr mich ein bisschen wie ein Ferienaufenthalt, erinnert sich der heute 27-Jhrige. Seine Schwester freute sich jedes Mal, ihn zu sehen und als sie gestorben war, baute Oliver fr sie eine groe Sandburg im Sandkasten des Elternhauses... Doch Architekt ist er nicht geworden, sondern, wen wunderts, Mediziner. Gegenwrtig ist er in der immunologischen Forschung ttig, um maskierte Krebszellen mglichst frhzeitig enttarnen zu knnen. Lebenswege geprgtAls das Elternhaus, das fast ausschlielich von Spenden finanziert wird, 1991 einen Kassenwart brauchte, wusste Harald Germandi, was zu tun war. Der Finanzexperte kmmerte sich seither neben dem Beruf ehrenamtlich um den Erhalt des Elternhauses. Vor vier Jahren reichte der heute 62-jhrige Altersteilzeit ein und kann sich nun neben der Jagd auf Spenden zustzlich der ffentlichkeitsarbeit widmen, sodass die Einrichtung auch berregional groe Beachtung findet. Kathis Tod hat auch die Mutter, Anke Germandi, stark geprgt. Nach langer Trauer fanden ihre Emotionen in der Malerei Ausdruck. Hunderte von Bildern hat sie seitdem geschaffen. Gefhlszustnde finden sich in verschiedenen Stilrichtungen und Maltechniken wieder. Als meine Kathi tot war, konnte ich pltzlich die Farbe Rot nicht mehr ertragen, erinnert sich die Knstlerin. Ich musste mich umorientieren, experimentieren. Das hat mir neue Kraftgegeben. Inzwischen kann man viele ihrer Werke in Ausstellungen und im Elternhaus sehen. Das Geld, das die verkauften Gemlde einbringen, wird sogleich gespendet. Kathi hat Lebenswege geprgt, so sehen es die Germandis rckblickend. In jedem von uns lebt sie immer weiter.

Wichtige Finanzspritze

Das ist ja ein Wahnsinns-Betrag!, staunte Harald Germandi, Kassenfhrer des Elternhauses fr krebskranke Kinder Gttingen, als er krzlich im Gasthaus Grner Baum eine Spende von 6.110,44 Euro entgegennehmen konnte. Der Freundeskreis Grner Baum in Rommerode stellte bereits zum siebten Mal den Erls des alljhrlich stattfindenen Weihnachtsbasars fr einen guten Zweck zur Verfgung. Jedes Jahr wurde die Summe hher. Die Organisatoren und Aktiven des Weihnachtsbasars wissen, wie wichtig jeder Cent fr das Elternhaus ist. Die jhrlichen Unterhaltskosten von rund 450.000 Euro mssen grtenteils durch Spenden abgedeckt werden. Am Tag der bergabe berreichte die Feuerwehr Rommerode zustzlich noch einen Scheck von 150 Euro. Gerhrt dankte Germandi allen, die dies ermglicht haben: Dem Freundeskreis Grner Baum, dem THW, der Feuerwehr, dem Motorradclub Groalmerode, dem FC Bayern Fan-Club, den Gewerbetreibenden, den Rentnern und Brgern, die beim Aufbau helfen und den vielen Rommerdern, die durch Kuchen und Bastelarbeiten fr das Gelingen des Basars sorgen.

Das Elternhaus...... krebskranker Kinder Gttingen ist eine Einrichtung, die auf Initiative betroffener Eltern entstand. Um in der Nhe ihres kranken Kindes zu sein, errichtete der Verein 1988 mit groem finanziellen Aufwand ein grozgiges, komfortables Haus in direkter Nhe zur Universittsklinik, das mit viel Platz fr mehrere Familien, Spiel- und Gemeinschaftsrumen sowie einem groen Garten ausgestattet ist. Da sich das Projekt neben Krankenkassenbeitrgen zu ber 75 Prozent aus Spenden finanziert, knnen die Eltern dort kostenlos bernachten. Auch den kranken Kindern ist, wenn mglich, der Aufenthalt in der pieksfreien Zone (hier werden keine Behandlungen durchgefhrt) gestattet. Die Familienzusammenfhrung bessert den Gesundheitszustand der Kinder; die Familien knnen sich untereinander austauschen und werden bei Bedarf psychosozial betreut. Elternhaus GttingenAm Papenberg 9 37075 GttingenTel. 05 51 - 37 44 94 www.elternhaus-goettingen.deSpenden bitte auf das Konto Nr. 83006 bei der Sparkasse Gttingen (BLZ 26050001).

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