Kinder- und Jugendpornos: 39-Jähriger hatte 30.000 Dateien auf seinem PC

Mann sammelte illegales Material in Massen und erhält eine Bewährungsstrafe mit Auflagen

Hann. Münden. Seit Jahren hatte ein 39-Jähriger aus dem Altkreis Münden Kinder- und Jugendpornos im großen Stil in einschlägigen Online-Tauschbörsen gesammelt, auf seinem Laptop gespeichert und hatte einiges auch an andere User weitergegeben. Insgesamt 30.000 illegale Dateien, Videos und Bilder, fanden die Ermittler bei einer Wohnungsdurchsuchung im Februar vergangenen Jahres. Heute musste sich der Mann vor dem Mündener Amtsgericht wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografischen Schriften verantworten.

Der Angeklagte räumte die Taten ein. Es tue ihm leid. Er wisse, dass es für seine Taten keine Entschuldigung gebe, so der 39-Jährige. Und weiter: „Für mich waren die letzten Monate die Hölle. Jeden Tag waren die Vorwürfe präsent. Ich möchte das Thema beenden und endlich in ein normales Leben zurückkehren.“ Von seiner Frau habe sich der Familienvater getrennt. Das Jugendamt habe sich nach dem Einleiten des Strafverfahrens eingeschaltet und ihm das Leben schwer gemacht. Seinen Sohn dürfe er ohne Aufsicht nicht mehr sehen. Positiv bewertete das Gericht das Verhalten des Mannes nach der Wohnungsdurchsuchung. Bereitwillig hatte der 39-Jährige den Ermittlern die Passwörter seiner Accounts zur Verfügung gestellt, so dass auf den Plattformen nach anderen Tätern gefahndet werden konnte.

,Masse nicht mit bloßer Neugierde zu erklären’

Richterin Dr. Christine Kunst stellte klar, dass die angesammelte Masse an Kinderpornos schon eine Hausnummer sei und nicht mehr mit bloßer Neugierde zu erklären wäre: „Das spricht für ein echtes Problem.“ Aus diesem Grund forderte sie von dem Angeklagten, sich in therapeutische Behandlung zu begeben, um das Schlimmste, ein Ausleben sexueller Fantasien mit Kindern im wahren Leben zu verhindern. Dem stimmte der Mann etwas zögerlich zu: „Gut, wenn es erforderlich ist, um zu einem normalen Leben zurückzukehren, bin ich einverstanden.“ Die Staatsanwaltschaft sah für den Angeklagten eine günstige Sozialprognose: Er gehe einer geregelten Arbeit nach, sei nicht vorbestraft, habe die Taten eingeräumt und sei dazu bereit eine Therapie anzutreten. Dennoch forderte sie eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe von 15 Monaten sowie eine Zahlungsauflage in Höhe von 1.200 Euro.

Den Forderungen kam Richterin Kunst nach. Das Geld kommt der Aktion "Kinderschutz.de" zugute. Die Bewährungszeit der Freiheitsstrafe beträgt drei Jahre. Jeden Wohnortwechsel muss der 39-Jährige, dem ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt wird, anzeigen. Außerdem wird er eine Therapie in einer Göttinger Einrichtung antreten müssen und darf die Behandlung nicht eigenmächtig abbrechen. Im Fall eines Verstoßes kann sonst die Bewährung widerrufen werden. Der Laptop des Mannes wurde von den Behörden einbehalten und obendrein trägt er die Kosten des Verfahrens.

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