Kippe aus!

Ab Morgen bei den Nachbarn: Rauchverbot in Kneipen saftige Strafen drohenVon LARS WINTER und ANTJE SCHUMACHERHann. Mnden. Morgen ist es

Ab Morgen bei den Nachbarn: Rauchverbot in Kneipen saftige Strafen drohen

Von LARS WINTER und ANTJE SCHUMACHERHann. Mnden. Morgen ist es soweit, es wird ernst. Denn ab 1. August gilt in Niedersachsen Rauchverbot. Dann ist Schluss mit Qualm in Kneipen. Und auch in ffentlichen Einrichtungen, wie Krankenhusern und Schulen ist der Glimmstengel verboten. Doch besonders die Verbannung des blauen Dunstes aus Gaststtten sorgt fr erhitzte Gemter. Denn viele Gaststtten-Betreiber frchten einen massiven Umsatzverlust.

Vor allem sogenannte Einraum-Kneipen haben keine Mglichkeit mehr, ihren Gsten das Rauchen zu ermglichen auer vor der Tr. Gequalmt werden darf ab Mittwoch nur noch in den Kneipen, die ber einen vollstndig umschlossenen Nebenraum verfgen, der als Raucherraum gekennzeichnet ist.

In Hann. Mnden sind etwas 140 bis 150 Betriebe im Gaststttenbereich betroffen, sagt Julia Bytom, Pressesprecherin der Stadt. Zu denen gehrt auch Guido Einecke, Inhaber des Ratsbrauhauses: Den Nichtrauchern wird es sicherlich gefallen. Wir wollen nur hoffen, dass auch die Raucher nach wie vor den Weg in unsere Betriebe finden werden.Kritisch betrachtet Niko Kagioulis, Inhaber des Ksterhauses das Gesetz: Ich findes es schade, dass das Gesetz so gekommen ist. Besser wre es, jeder Gastronom htte selbst entscheiden knnen, ob er ein Raucher- oder Nichtraucherlokal hat. Das Gesetz sei einfach nicht flexibel genug fr Gastronomen, die nicht die Mglichkeit haben, ihren Gsten einen separaten Rauchraum anbieten zu knnen. Negative Auswirkungen fr die Gastronomie befrchtet Frank Hesse, der zusammen mit Uwe Schler Inhaber des Bistros Zeitlos in Mnden ist: Es wird immer gesagt, das Verbot hat zum Beispiel in Irland oder Italien keine Probleme bereitet. Aber im Endeffekt knnen wir nur abwarten.Vorerst abwarten wird auch noch Jrg Golde. Der Stadtamtmann ist fr die konsquente Einhaltung des beschlossenen Gesetzes im Rahmen der ganz normalen Gaststttenkontrolle zustndig. Denn das Nichtrauchergesetz sieht eine bergangszeit von drei Monaten vor. Bis November werden Verste nicht geahndet. Ab November wirds aber scharf. Wer sich dann eine Kippe in der Kneipe ansteckt, ohne sich im abgetrennten Raucherzimmer zu befinden, darf zahlen. Das gilt fr den rauchenden Gast und Gaststttenbetreiber gleichermaen. Und zwar bis zu 1.000 Euro. In Sachsen brigens bis zu 5.000 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern sogar bis zu 10.000 Euro.Bis dahin sind die Gastwirte aufgefordert, rauchende Gste auf das Verbot hinzuweisen und die rauchende Kundschaft aufzufordern, ihre Glimmstengel auszumachen. Die Einhaltung des Gesetzes obliegt dem Inhaber bzw. dem Betreiber, so Julia Bytom.

Letztendlich muss abgewartet werden, wie das neue Gesetz angenommen wird. Auf Raucher kommen jedenfalls schwere Zeiten zu. Aber auch die Gaststtten-Betreiber stehen vor einer ungewissen Zukunft. Freude ber das neue Gesetz kommt bisher nur bei den Nichtrauchern auf. Weitere Infos: Im Internet: www. dehoga-niedersachsen.de, Stadt Hann. Mnden, Jrg Golde, Telefon 05541/ 75216.

Stochern im Qualm

Nichtraucherschutz in der Gastronomie in Hessen herrschen noch viele Unklarheiten

Von VICTOR DEUTSCHWerra-Meiner-Kreis. Den Rauchern in Deutschland blst der Qualm ins Gesicht. Whrend das Rauchen in Bundesbehrden, Bussen und Bahnen zum 1. September von der Bundesregierung untersagt wurde, ist der Nichtraucherschutz auf Lnderebene ein zhes Schauspiel.

Ungewissheit herrscht so noch bei den Gastronomen in Hessen, whrend im benachbarten Niedersachen bereits ab 1. August gilt: Wer Rauchen will, muss raus oder in einen abgetrennten Nebenraum, so will es das Gesetz.hnliches wird auch den Gastronomen in Hessen blhen, wenn das Gesetz, das Anfang Juli in erster Lesung im Landtag behandelt wurde, nach Willen des Kabinetts im Herbst in Kraft tritt.

Raucher, die dem Verbot zuwiderhandeln knnen mit einer Geldbue von bis zu 200 Euro belegt werden. Gastwirten oder Leitern einer Einrichtung, die sich ber das Verbot hinwegsetzen droht eine Geldbue bis zu 2.500 Euro. Zustndig fr die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten sind die Ordnungsmter.Wir gehen aber davon aus, dass die Verhngung von Geldbuen die absolute Ausnahme bleibt, erklrte Lautenschlger. In Gesprchen mit dem Hotel- und Gaststttenverband Hessen (Dehoga) habe die Landesregierung deutlich gemacht, dass man eine unbrokratische Regelung insbesondere fr Umbaumanahmen in Gaststtten und Kneipen zur Abtrennung eines Nebenraumes vorsehe, so Lautenschlger. Deshalb werde man hierbei den Wirten in einem Zeitraum von zwei Jahren die Mglichkeit einrumen, ohne neue Baugenehmigungen bzw. Nutzungsnderungen zum Beispiel Zwischenwnde einzuziehen.

Eine neuerliche Konzessionserteilung sei damit unntig. Lautenschlger: Mit diesen Regelungen gehen wir davon aus, dass der Schutz vor Passivrauchen auf eine breite Akzeptanz stt.Anna Homm, Geschftsfhrerin des Dehoga Nord- und Osthessen dazu: Nach wie vor haben wir groe Bedenken bei den 1-Raum-Betrieben. Fr diese Betriebsart sehen wir erhebliche Wettbewerbsverzerrungen. Wir vertreten die Auffassung, dass die Betriebe selbst entscheiden sollten, ob geraucht werden darf oder nicht, dies knnte durch eine entsprechende Kennzeichnung erfolgen.

Fr den Kasseler Gastronomen Hernan Cortes, der das beliebte El Erni in der Parkstrae betreibt, liegt die Lsung schon auf der Hand: Unsere Terrasse ist das ganze Jahr ber konzessioniert. Dann werden wir den Rauchern mit Heizstrahlern und Schirmen den Aufenthalt im Freien so angenehm wie mglich gestalten.

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