Vorfreude auf den Hedemündener Festumzug

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Zum Festumzug am Sonntag werden wieder kreative Motivwagen erwartet.

Die Kirmes in Hedemünden steht am Wochenende auch im Zeichen der 1.000-Jahrfeier

Hann. Münden. Große Sause in Hedemünden: 1.000 Jahre existiert Mündens Stadtteil an der Werra mindestens. Das belegen Schriftstücke aus dem Jahr 1.017 (siehe Info-Kasten). Um das einmalige Ereignis zu feiern bindet der Ort auch die Kirmes in das Jubiläumsjahr ein. Vom 4. bis 7. August geht es deshalb auf dem Festplatz hoch her. Der Kirmesverein hat keine Kosten und Mühen gescheut, um den Gästen wieder ausgelassene Tage zu bescheren. Los geht’s am Freitag mit der Kirmesparty im Festzelt. Bevor die Erwachsenen ran dürfen, tanzt der Nachwuchs ab 19 Uhr. Um 21 Uhr messen sich Geschickte und Trinkfeste dann beim 1. Jackenbürger „Beer-Pong-Turnier“ ehe ab 22.30 Uhr die Kirmesparty mit DJ Steven bis spät in die Nacht steigt. Der Samstag startet ab 14 Uhr mit dem Familiennachmittag etwas ruhiger. Zu einem bunten Programm, Kaffee und Kuchen sind vor allem die Senioren eingeladen. Spiele, Kletterwand, Oldtimer-Traktoren, bunte Überraschungen begeistern alle kleinen Jackenbürger. Um 17.45 Uhr erfolgt der Abmarsch zum „Ausgraben der Kirmesflasche“. Dafür wird der Ortsrat am Rathaus abgeholt und die Kirmesfahne samt -flasche zutage gefördert. Der Musikverein Ermschwerd empfängt die Gruppe am Kirmeszelt.

Proklamation der Schützen am Samstagabend

Vor den „Kirmessen“ wurden in Hedemünden Schützenfeste gefeiert und Umzüge durch den Ort organisiert. Das historische Foto zeigt einen Umzug aus dem Jahr 1897 auf der Langen Straße – heute Rathausstraße).

Da die Schützen ein wichtiger Bestandteil des Hedemündener Lebens sind, findet gegen 20 Uhr die Proklamation des Volkskönigsschießens 2017 statt. Ganz klar, dass dabei das Freibier nicht fehlen darf Dem Fassbieranstich folgt Tanz und Stimmung mit der „Estanas Partyband“ sowie eine Showeinlage des Kirmesvereins. Frühaufsteher oder diejenigen, die gar nicht erst zu Bett gegangen sind, können den Sonntag ab 8 Uhr mit dem Weckruf des Spielmannszuges aus Ebergötzen und den Devils aus Witzenhausen begrüßen. Die Festandacht folgt um 10.30 Uhr, der sich ein Platzkonzert bei der Osteria Toscana mit der Blaskapelle Breitenholz anschließt. Ein buntes Treiben zieht dann ab 14 Uhr beim traditionellen Festumzug durch die Straßen. Im Rahmen der 1.000-Jahrfeier werden besonders kreative Beiträge erwartet. Alle teilnehmenden Musikzüge spielen anschließend im Festzelt auf. DJ Steven bildet den musikalischen Abschluss des vorletzten Kirmes-Tages.

Deftige Mahlzeit beim Frühschoppen

Die Grundlage für den Endspurt kann man am Montagmorgen beim traditionellen Frühschoppen schaffen. Serviert werden Geschnetzeltes mit Kartoffeln und Bohnensalat. Mit etwas Glück lässt sich bei der Tombola der eine oder andere attraktive Preis gewinnen. Danach werden Kirmesfahne und -flasche für die nächsten zwölf Monate präpariert. Für den musikalischen Rahmen zum Ausklang sorgt die Werrataler Blasmusik.

1.000 Jahre Hedemünden

Im Jahr 1.017 wurde „Hademinni“, so der damalige Ortsname, das erste Mal urkundlich erwähnt und entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte von einer kleinen Ackerbürgerstadt zu einem Standort für Arbeit und Wohnen – Dank der guten Verkehrsanbindung durch die Autobahn A7 ist Hedemünden heute ein attraktiver Wohnort zwischen den schnell zu erreichenden Oberzentren Göttingen und Kassel. Die Kirmes ist nur ein Programmpunkt im Hedemündener Jubiläumsjahr. Bevor stehen die Grenzwanderung am 9. September, die Werrabeleuchtung am 16. September sowie der Festgottesdienst und das Kirchfest zur Reformation (500 Jahre Luther) am 29. Oktober. Vormerken sollte man sich den „etwas anderen“ Weihnachtsmarkt im historischen Ortskern mit Konzert „Fun in Music“, der für den 2. Dezember geplant ist.

Im Gespräch mit Ortsbürgermeister Udo Bethke

Mündener Rundschau (MR): Die alljährliche Kirmes in Hedemünden steht bevor und wird in diesem Jahr in die 1.000-Jahrfeier des Ortes eingebettet. Auf was freuen Sie sich während der Festtage besonders? 

Udo Bethke, Ortsbürgermeister von Hedemünden.

Udo Bethke: Der Kirmesverein richtet seit der Gründung im Jahr 1962 die Kirmessen in Hedemünden aus. In den ersten Jahren waren es die männlichen Ledigen denen Ehrendamen zur Seite standen, die die Organisation, den Aufbau des Zeltes und den Umzug mit gestalteten. Heute kümmert sich der Verein nicht nur um die Kirmessen und den Grillplatz sondern auch um viele andere Projekte. Schon bei der Vorbereitung der „Kirmes“ gibt es Treffen der Akteure, die den Umzug oder andere Projekte planen und umsetzen. Besondere Höhepunkte werden die Proklamation des Volkskönigspaares, die Showeinlagen und der Umzug am Sonntag sein. Hier haben sich viele Gruppierungen zusammengefunden, um sich extra für den Umzug etwas Besonderes einfallen zu lassen.

MR: Sie sind langjähriger Ortsbürgermeister. Wie hat sich der Ort im Laufe der Zeit verändert? 

Bethke: Schon die Römer haben die hervorragende Lage des Ortes erkannt und haben hier ein Lager errichtet. Die Hauptverbindungswege mit Auto und Bahn führen durch Hedemünden. Der Ort hat sich von einer „Ackerbürgerstadt“ zu einem wichtigen Standort für Industrie und Gewerbe entwickelt. Ein weiteres Angebot für die Ausweisung von Wohnbebauungsflächen gestaltet sich allerdings schwierig.

MR: Worauf sind Sie in Hedemünden besonders stolz? 

Bethke: Bei Veranstaltungen insbesondere auch in diesem Jubiläumsjahr steht die „Örtliche Gemeinschaft“. Vereine, Verbände, Schule, Kindergarten und viele andere Ehrenamtliche sind bereit sich für den Ort auf vielfältige Weise zur Verfügung zu stellen. Ohne diese Bereitschaft könnten größere Veranstaltungen und andere Projekte nicht durchgeführt werden.

MR: Die Kirmes ist nur ein Programmpunkt im Jubiläumsjahr. Auf was kann man sich in den verbleibenden Monaten freuen? 

Bethke: Neben weiteren Veranstaltungen wird die Chronik erwartet. Im Herbst soll sie, gespickt mit Geschichten aus Hedemünden nach Aufgabe der Stadtrechte im Jahr 1930, zur Verfügung stehen und kann dann käuflich erworben werden. Die Jubiläumsveranstaltungen werden von einem Filmteam begleitet und die DVD wird zum Jahreswechsel vorgestellt.

MR: Wenn Sie sich für den Ort und seine Einwohner etwas wünschen könnten, was wäre das? 

Bethke: Wir haben vor Ort einige „Baustellen“, die erledigt werden müssen. Ich möchte nur drei wichtige Vorhaben nennen: Seit Jahrzehnten warten wir auf den Umbau des Haltepunktes am Bahnhof Hedemünden mit der Gestaltung des gesamten Bahnhofumfeldes. Für den Kindergarten ist eine vorhandene Raumunterbringung (Raummodul) in einem schlechten baulichen Zustand und muss dringend ersetzt werden. Außerdem ist der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in der Planung und muss umgesetzt werden.

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