Kleine Schritte

Stdtepartnerschaft mir Kayunga nimmt Formen an Ugandas Schicksal jetzt im Kino zu sehen Von MATHIAS SIMON Witzenhausen. Das Uganda

Stdtepartnerschaft mir Kayunga nimmt Formen an Ugandas Schicksal jetzt im Kino zu sehen

Von MATHIAS SIMON

Witzenhausen. Das Uganda-Team ist seit 1993 ttig. Der Verein startete in Afrika mit dem Bau eines Jugendzentrums. Verschiedene Spendentransporte, Kunstausstellungen ugandischer Knstler im Rathaus oder ein monatlicher Stammtisch sind nur einige der zhlbaren Ergebnisse. Stetig gewachsen sind die Beziehungen mit Kayunga und anderen Hilfsorganisationen, wie bespielsweise KCDA, der Kayunga Community Development Association. Hand in Hand hat das Uganda-Team an dem Aufbau eines Augenzentrums in Kayunga mitgewirkt. Die Mitglieder des Arbeitskreises Eine Welt e.V. hingegen setzen sich fr ein Berufsschul-Projekt ein, um gerade jungen Menschen Hoffnung auf ein erfolgreiches Berufsleben zu geben. In zwei Monaten sollte eigentlich ein Besucherprogramm in Witzenhausens Partnerstadt Kayunga durchgefhrt werden: Zehn Witzenhuser wollten whrend eines dreiwchige Reise Kayunga kennnen lernen, nah an den Leuten sein. Doch der Abstecher fllt ins Wasser, weil viele Teilnehmer aus persnlichen Grnden absagen mussten. Wie Dirk Junker, einer der Freiwilligen Helfer, erklrt, sei die Pflege der Beziehungen auf persnlichem Wege sehr wichtig. Viele langjhrige Freundschaften haben sich seit unserer Ttigkeit in Afrika entwickelt. Um helfen zu knnen, muss man erleben wie sich diese fr Europer fremde Kultur anfhlt. Schade, dass es in diesem Jahr nicht klappt, bedauert er.Junker hat sich, wie viele andere freiwillige Helfer auch, bei einer Reise nach Uganda den selbstdefinierten Bazillos Afrikanos eingefangen. Eine Art Virus, der ihn seither fr dieses Land begeistern lsst.Einheimische mssen ranWhrend der Aktivitten in Kayunga achten die Helfer penibel darauf, das eine Art Arbeitsteilung eingehalten wird: Die Brger Kayungas sollen miteingebunden werden. Sie mssen erkennen, dass wir nicht die groen Heilsbringer mit den dicken Brieftaschen sind. Sie mssen selbst etwas leisten. Wir geben dabei lediglich Hilfestellung, beschreibt Junker den pdagogisch anmutenden Ansatz.

Neben den Uganda-Team bemht sich der Arbeitskreis Eine-Welt e.V. Witzenhausen in der Oberburgstrae 11 um tatkrftige Untersttzung. Die Lehrkrfte der Mirembe-Berufsschule in Kayunga werden von Spendengeldern des Vereins bezahlt. Zur Zeit erhalten zwlf Angestellte monatlich 455 Euro Gehalt. Hilfe zur Selbsthilfe wird auch hier grogeschrieben. Die Lehrerpatenschaften ermglichen die Ausbildung der Brger. Zielpersonen sind Jugendliche mit Grundschulabschluss sowie benachteiligte Jugendliche und Erwachsene, die in einer Art Volkhochschule haus- und landwirtschaftliche Kurse besuchen knnen, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Wir wollen Ziele vermitteln, die den Menschen Hoffnung geben. In Zukunft soll eine Fahrradwerkstatt der Berufsschule angeschlossen werden. Leider fehlt uns bisher das Geld fr eine angepasste Ausstattung, bemerkt Ruth Peters vom Eine-Welt-Laden.Kleine Erfolge sind wichtigDie Aktivitten beider Einrichtungen lobte Brgermeisterin Angela Fischer. Wichtig sei es jetzt, konkrete Strukturen zu schaffen, um die Krfte gezielt an den wichtigsten Problempunkten in Kayunga anzusetzen. Seit 2001 besteht nun die Stdtepartnerschaft mit Kayunga. Es war bislang ein langsamer, aber auch erfolgreicher Weg, den wir unbedingt weiter beschreiten sollten. Natrlich sind wir uns der Grenzen durchaus bewusst. Aber das Uganda-Team und der Arbeitskreis Eine Welt zeigen, wie es mit ehrenamtlicher Arbeit geht, so das Stadtoberhaupt. Um diese ehrenamatliche Arbeit auch weiterhin ausfhren zu knnen, bitten beide Einrichtungen um finanzielle Untersttzung aus der Bevlkerung (siehe letzter Absatz).Ugandas Schicksal jetzt im Kino zu sehenAm 15. Mrz luft Bundesweit der Kinofilm Der letzte Knig von Schottland In den Fngen der Macht (FSK: 16) an. Oscarpreistrger Forest Whitaker spielt darin den Staatsprsidenten Ugandas, Idi Amin, der mit harter Hand ber sein Volk herrscht (von 1971 bis 1979, Anmerk. d. Red.). Protagonist ist der schottische Arzt Nicholas Garrigan, in Szene gesetzt von James McAvoy, der in der fr ihn fremden Kultur Ugandas ein Gesundheitssystem aufbauen will. Als das Schicksal ihm zu Amins Leibarzt werden lsst, erkennt er auf den ersten Blick nicht, welch grausame Grueltaten der Diktator unter der Bevlkerung vollbringt. Mit der Zeit erkennt Garrigan den wahren Charakter des Staatsoberhauptes, doch da ist es beinahe schon zu spt... Trotz der recht spekulativen Zeichnung Idi Amins Figur, drfte der Film ein guter Einstieg dafr sein, mehr ber Uganda und seine Geschichte zu erfahren. Im Capitol-Kino Witzenhausen wird der Film nicht zum Bundesstart, sondern ab dem 19. April zu sehen sein. www.der-letzte-koenig-von-schottland.de .

Uganda braucht Hilfe

Aufgrund der langen Zeit der Schreckenherrschaft von Diktaturen und Brgerkrieg von 1966 bis 1986 ist es um die Entwicklung Ugandas nicht besonders gut bestellt. Der stetige Verfall des Weltmarktpreises fr Kaffee, verstrkt durch die seit ber drei Jahren sich ausbreitenden Kaffeewelke, fhrte dazu, dass die lndliche Bevlkerung Ugandas sich im Prozess stndiger Verarmung befindet. Die Immunschwchekrankheit AIDS hat ihr briges dazu beigetragen.

Der Sden des Landes, so auch die Witzenhuser Partnerschaftsstadt Kayunga, wird inzwischen wieder von Touristen besucht. Nach eigenen Angaben leben mehr als 26 Millionen Menschen in Uganda. Die Lebenserwartung der Menschen liegt bei knapp 45 Jahren. Wer helfen will, findet unter Telefon 05542-501090 (Uganda-Team) und 05542-2492 (Eine-Welt-Laden) die richtigen Ansprechpartner. Informationen erhalten Interessenten auch im Internet unter www.uganda-Team.de .

Spendenkonten:Arbeistkreis Eine Welt e.V.:Konto 50006428, BLZ 52250030, Sparkasse Werra-Meiner.Uganda Team:Konto 50027408, BLZ 52250030, Sparkasse Werra-Meiner.

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