Klinik und Rehabilitationszentrum Lippoldsberg gerettet

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Insolvenzverwalter Dr. Franz-Ludwig Danko von der Kanzlei KUEBLER. Foto: Privat

Wahlsburg. Die insolvente "Klinik und Rehabilitationszentrum Lippoldsberg gGmbH" ist gerettet. Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko von der

Wahlsburg.Die insolvente "Klinik und Rehabilitationszentrum Lippoldsberg gGmbH" ist gerettet. Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko von der bundesweit tätigen Kanzlei KÜBLER hat die Einrichtung an eine Dresdner Investorengruppe verkauft. Der Investor übernimmt den gesamten Klinik- und Rehabetrieb mit allen Einrichtungen und Mitarbeitern und will den Standort langfristig ausbauen.

"Mit der Übernahme erhält das Klinik und Rehabilitationszentrum Lippoldsberg wieder eine stabile und langfristige Perspektive", sagte Danko. "Besonders freut mich, dass damit alle rund 300 Arbeitsplätze erhalten werden konnten." Danko hat am gestrigen Abend den notariellen Kaufvertrag unterzeichnet und die Mitarbeiter informiert. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. "Auch für die Gläubiger ist der Verkauf ein sehr gutes Ergebnis", fügte Danko hinzu.

Erwerber ist die neu gegründete "Klinikum Lippoldsberg GmbH". Dahinter steht eine Dresdner Investorengruppe, die schwerpunktmäßig im Krankenhauswesen aktiv und bereits an mehreren Kliniken beteiligt ist. "Der Investor kennt die Branche gut und hat für den Standort ein sehr überzeugendes Konzept vorgelegt", so Danko. Der Erwerber will sowohl die Akutklinik mit Orthopädie, Neurologie und Innerer Medizin, als auch die Rehaklinik sowie die Ergotherapieschule fortführen und langfristig ausbauen.

Dem Verkauf war eine intensive Investorensuche vorangegangen. Parallel dazu hatte Danko in den letzten Monaten gemeinsam mit seinem auf Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen spezialisierten Team, zu dem auch der erfahrene Krankenhausmanager Ralf Pinnau gehört, umfangreiche Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. Dazu gehörten u.a. die Verlagerung und Konzentration von Abteilungen und Prozessen auf dem weitläufigen Gelände, sowie die Stilllegung nicht benötigter Gebäude. Dadurch konnten die Arbeitsabläufe optimiert, Gebäudekosten eingespart und der Personaleinsatz wesentlich ökonomischer organisiert werden. Auch das chronisch defizitäre Berufsförderungswerk wurde geschlossen.

Gleichzeitig konnte durch Kooperationen mit anderen Kliniken und Praxen die Belegungsquote in den Kern-Einrichtungen deutlich verbessert werden. Zuwächse gab es vor allem bei den sog. Phase B Patienten in der Neurologie sowie in der Inneren Medizin. "Die Sanierungsmaßnahmen haben sich sehr schnell im Ergebnis niedergeschlagen", so der Insolvenzverwalter. "Das hat natürlich den Investorenprozess deutlich beschleunigt."

Der Insolvenzverwalter dankte ausdrücklich den Mitarbeitern für ihren Einsatz. "Dass wir hier innerhalb kurzer Zeit sehr viel erreichen konnten, ist ganz maßgeblich dem Engagement der Mitarbeiter zu verdanken. Sie haben mit großer Motivation die Sanierungsmaßnahmen umgesetzt und unterstützt."

Das Klinik und Rehabilitationszentrum Lippoldsberg bietet als eine der wenigen Einrichtungen in Deutschland Akutmedizin und umfassende Rehabilitationsangebote zur Integration in Familie, Arbeit und Gesellschaft unter einem Dach an. Die Einrichtung verfügt über 223 Betten, davon 87 in der Akutklinik und 136 im Rehabilitationszentrum, und erwirtschaftete im Jahr 2011 einen Umsatz von 17 Mio. Euro. Das Haus hatte am 16. März 2012 Insolvenz angemeldet und wurde seitdem vollumfänglich von Insolvenzverwalter Danko fortgeführt.

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