Ein kluges Köpfchen

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Der 15-jährige Said ist Gewinner des Stipendiums der Start-Stiftung

Hann. Münden. Seine Kastanienbraunen Augen funkeln, als Said Naser von seinem absoluten Zukunftswunsch berichtet. Er möchte einmal Arzt werden und später sogar Chirurg. Das wäre sein absoluter Traum. Sein Lieblingsfach ist, ganz klar, Biologie. In der Drei-Flüsse-Realschule hat er bereits Erfahrung als Schulsanitäter gesammelt. Es ist nur eine von mehreren freiwillige Tätigkeiten. Der Zehntklässler ist Klassen- und Schulsprecher, seit vier Jahren in der Schülervertretung tätig. Im internen Projekt "Schüler helfen Schüler" gibt er Nachhilfe in Englisch. In seiner Freizeit ist der Teenager im Kickboxen aktiv, nimmt Übungsstunden im Tennis, liebt es mit Freunden rauszugehen, zu lesen und auch mal am PC zu daddeln.

In Hannover hatte Said am Montag seinen großen Tag, dort bekam er während einer Zeremonie  von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt im Namen der Start-Stiftung (siehe Extra-Info) sein Stipendium überreicht. Es ist eins von nur zehn in ganz Niedersachsen, das an Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergund vergeben wird und Said monatlich finanzielle Hilfe bei der Beschaffung von Bildungsmitteln in Höhe von 100 Euro beschert. Drei Bewerbungsphasen durchlief der 15-Jährige, er ist einer von 100 Bewerbern landesweit. Seine Klassenlehrerin Eike Nispagel kam auf die Idee ihn bei der Start-Stiftung anzumelden: "Als ich den Flyer in den Händen hielt dachte ich sofort an Said. Er war wie auf ihn zugeschnitten", so die Pädagogin.

Vor etwa einem halben Jahr habe er sich beworben. Als es dann ernst wurde und die Bewerbungsphase begann, sei Said schon aufgeregt gewesen. Doch es hat am Ende geklappt. "Ich freue mich sehr darüber und danke vor allem meinen Eltern, die mich immer unterstützt haben und hinter mir standen. Das Stipendium bedeutet natürlich auch eine finanzielle Entlastung für uns" erklärt Said, der mit drei Geschwistern und seinen Eltern in Hann. Münden lebt. Mit zehn Monaten kam er mit seiner Familie aus Jordanien nach Deutschland. "Hier ist die Bildung 1.000 Mal besser als in meinem Heimatland.Das war auch der Hauptgrund, warum wir hierhergekommen sind. Said spricht fließend Deutsch und Arabisch. Zuhause kommen beide Sprachen zur Anwendung, wie er verrät.

Schulisch soll es mit dem Erlangen der Hochschulreife weitergehen: "Ich will mich an der Herderschule in Kassel bewerben und dort mein Abitur machen", so die Vorstellung des 15-Jährigen.

Rolf Wiegräfe, Leiter der Drei-Flüsse-Realschule ist stolz auf Said: "Es ist das erste Mal, dass wir einen Stipendiat in unseren Reihen haben und freuen uns mit ihm. Ich kann nur sagen, dass es den Richtigen getroffen hat. Said ist in und außerhalb des Unterrichts sehr engagiert. Ich denke, wir haben in den zwei Jahren, in denen wir ihn begleiten durften, auch unseren Teil zum seinem Erfolg beigetragen."

Gibt es denn einen Plan B falls es mit dem Medizinstudium nicht klappen sollte? "Ich bin für alles offen und kann mir durchaus vorstellen auch in andere Richtungen zu gehen. Das Stipendium ist ein Schritt dahin, dass mich weiterbringt und auch mein Selbstbewusstsein stärkt.

Ich darf Seminare besuchen und kann mich mit anderen Stipendiaten vernetzen. Das wäre ohne diese Förderung gar nicht möglich." Said sehe sie als Auszeichnung und möchte selbst ein gutes Vorbild sein für andere Migranten.Egal wohin es den 15-Jährigen später beruflich verschlägt. Seine Klassenlehrerin Eike Nispagel ist sich sicher: "Er wird seinen Weg machen."

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