Konfuzius-Inschrift an Fachwerkhaus in Hann. Münden

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Ungewöhnliche Idee: Fritz Fehrensen ließ sich einen chinesischen Konfuzius-Spruch in den Türsturz seines Hauses fräsen.

Das dürfte in der deutschen Fachwerklandschaft wohl einmalig sein: Fritz Fehrensen ließ einen chinesischen Schriftzug in den Türsturz seines Mündener Fachwerkhauses fräsen, die Burgstraße 4.

Hann. Münden.  

Der Mündener Unternehmer hatte selbst während seines Studiums zum Groß- und Außenhandelskaufmann mehrere Auslandssemester in Peking absolviert. Von 1988 bis 1991 studierte er hier Sinologie, die Wissenschaft von der chinesischen Sprache und Kultur. Fehrensen beherrscht also im wahrsten Sinn des Wortes auch das „Fach-Chinesisch“, was ihm in seinem Beruf täglich zugutekommt.

„Ich wollte mit dem Schriftzug meine Weltoffenheit zum Ausdruck bringen, denn wir habe hier in Hann. Münden auch Touristen, die aus China anreisen. Die dürfte es überraschen, wenn sie plötzlich auf eine Inschrift in ihrer Landessprache stoßen“, so Fehrensen. Der Spruch, der über dem Eingang des Hauses zu lesen ist, stammt vom chinesischen Philosophen Konfuzius, der etwa 500 vor Christus gelebt haben soll. Eins zu Eins ließe er sich allerdings nicht übersetzen, erklärt der Mündener: „Er bedeutet sinngemäß, dass es eine große Freude ist, wenn Freunde von weit her zu Besuch kommen“, so Fehrensen, der zugibt damit etwas sehr außergewöhnliches gemacht zu haben. Denn normalerweise sind auf Fachwerkfassaden Bibelverse zu lesen.

Haus wird hergerichtet

Die Burgstraße 4 wurde laut Überlieferung im Jahre 1564 erbaut. Erworben hatte sie Fehrensen 2010 als es versteigert wurde. Im Obergeschoss hatte ein Brand gewütet, Spuren davon findet man immer noch an den oberflächlich verkohlten Deckenbalken. Nach und nach wird die Immobilie kernsaniert, die Fassade wurde bereits erneuert. 80 laufende Meter Holz sollen hier neu verbaut worden sein. Momentan sind im Innern die Ausbauarbeiten in vollem Gang. Verantwortlich dafür ist die Firma Grünewald. Baustellenleiter Gerson Schmudde fräste auch den Konfuzius-Spruch auf Chinesisch in den Balken, den die Malerfirma Klingler farblich veredelte und schließlich als Türsturz eingesetzt wurde. „Das Gebäude soll in ein bis zwei Jahren gastronomisch genutzt werden. Eine Weinbar auf zwei Etagen mit einem Veranstaltungsraum im 2. Obergeschoss könnte ich mir gut vorstellen (wir berichteten), aber auch andere Konzepte sind möglich. Wir werden sehen, haben keinerlei Zeitdruck. Somit können wir unsere Wünsche und Vorstellungen in Ruhe besprechen und in Rücksprache mit den Fachleuten klären, was alles machbar ist. Es ist spannend zu sehen wie sich alles langsam entwickelt“, so Fehrensen, der mit seiner Familie um die Ecke in der Marktstraße wohnt.

Geplant worden seien die Ideen mit Architektin Christa Lotze: „Wir wollen möglichst mit Unternehmen in der Region zusammenarbeiten“, teilt Fehrensen mit.

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