Kranker beklaut Kranke

Von HELGA PIEKATZHann. Mnden /Werra-Meiner-Kreis. Ein Mann 57 Straftaten. Begangen hauptschlich in Krankenhusern. Auc

Von HELGA PIEKATZ

Hann. Mnden /Werra-Meiner-Kreis. Ein Mann 57 Straftaten. Begangen hauptschlich in Krankenhusern. Auch in Eschwege und Witzenhausen. Seine Opfer waren kranke Menschen, die als Patienten in den Kliniken lagen.

Das Tatmuster von Michael B. war immer das selbe: Unter falschem Namen, Geburtsdatum und Adresse meldete er sich als Privatpatient in den Krankenhusern an. Arzt oder Diplom-Psychologe habe ich als Beruf angegeben, sagt der 27-Jhrige. Geklagt habe er immer ber Kopfschmerzen. Das reichte, um in den Kliniken aufgenommen zu werden. Einen Ausweis brauchte er, laut Richter Kraft, nicht vorzeigen: Sich als Privatpatient auszugeben, hat fr die Aufnahme gereicht.

Nach ein oder zwei Tagen bin ich dann wieder geflchtet, sagt er. Mit dem Geld unzhliger Patienten.

Mit dieser Masche zog Michael B. quer durch die Republik. Und machte auf seiner Diebestour auch Station in Eschwege und Witzenhausen. Schadenssumme insgesamt: 25.000 Euro.

Am Mittwoch stand er vor Gericht in Hann. Mnden. Michael B. legte ein umfassendes Gestndnis ab und erzhlte aus seinem Leben ein Leben am Rande der Gesellschaft (siehe EXTRA INFO). Ein Gutachter attestiert ihm eine Persnlichkeitsstrung.

Vor einer Gefngnisstrafe bewahrte Michael B. das alles nicht. Zwei Jahre und sechs Monate muss der reisende Dieb hinter Gitter. Richter Dr. Wilfried Kraft sagte: Der Angeklagte hat Patienten, die wirklich krank waren, bestohlen das ist richtig gemein. Und: Die psychische Krankheit von Michael B. habe keine Auswirkung auf seine Entscheidungsfhigkeit und Einsicht in die Konsequenzen seines Handelns.

Mit seinem Urteil folgte Richter Kraft der Forderung der Staatsanwaltschaft. Pflichtverteidiger Otto Baumann hielt eine Bewhrungsstrafe fr angemessen. Dem entgegnete der Vorsitzende: Bei einer Bewhrungsstrafe wrde der Angeklagte jetzt auf der Strae stehen und das Gleiche geht von vorne los. Auerdem msse man auch die Interessen der Opfer bercksichtigen.

Und von denen gab es schlielich mehr als genug!

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