Die Kröten in der Region wandern wieder

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Kröten überqueren wieder Straßen in der Region. Verkehrsteilnehmer werden um Rücksicht gebeten.

Straßenabschnitt nachts gesperrt – Autofahrer werden um Rücksicht gebeten

Hann. Münden/Staufenberg. Autos gegen Amphibien: Sobald die Temperaturen über 5 Grad Celsius steigen, setzt bei ausreichend feuchtem Wetter die Wanderung von Erdkröten, Grasfröschen, Molchen und anderen Amphibien ein. Verkehrsteilnehmer in der Region werden um Rücksicht gebeten. Die Hauptwanderzeit erstreckt sich von 19 bis 24 Uhr. Die Überquerung von Straßen endet für die Tiere dabei häufig tödlich, da Amphibien etwa fünf Minuten zur Querung benötigen. Werden sie von Scheinwerferlicht angestrahlt, nehmen sie zudem eine Schreckstellung ein. Hunderte von Tieren werden so überfahren.

Besonders stark genutzte Straßenabschnitte werden auf Initiative des Landkreises in den Hauptwandernächten deshalb jeweils im Zeitraum 19 bis 6 Uhr voll gesperrt. In der näheren Umgebung betrifft das die Strecke der Landstraße 563 zwischen Dahlheim und Nieste, dort gibt es fest installierte Schranken. „Umleitungen sind ausgeschildert. Es entsteht jeweils ein Umweg von wenigen Minuten. Der Landkreis Göttingen bittet für diese Beeinträchtigung um Verständnis“, teilt Ulrich Lottmann, Pressesprecher des Landkreises, mit. An genannten Straßenabschnitten wird das Warnschild „Vorsicht Krötenwanderung“ aufgestellt. An besonders gefährdeten Straßenabschnitten wird außerdem Tempo 50 angeordnet, es gilt jeweils nachts zwischen 19 und 6 Uhr. Ehrenamtliche Naturschützer stellen an vielen dieser Straßenabschnitte Fangzäune auf. Autofahrer werden gebeten, hier während des Zaunaufbaues und in den Nächten der Amphibienwanderungen besonders vorsichtig zu fahren, um die Helfer und die Tiere nicht zu gefährden.

Freiwillige Helfer gesucht

Für Aufbau und Betreuung der Krötenzäune werden von Naturschutzgruppen vielfach noch freiwillige Helfer gesucht. Informationen für Naturfreunde, die die diesjährigen Maßnahmen zum Amphibienschutz unterstützen wollen, gibt es bei der unteren Naturschutzbehörde, erreichbar per 0551-525449 oder per E-Mail naturschutz@landkreisgoettingen.de. „Bei den Zäunen handelt sich meist um 50 Zentimeter hohe undurchsichtige Kunststofffolien, die parallel zur Straße aufgebaut werden. Auf der Anwanderungsseite sind in regelmäßigen Abständen Fangeimer ebenerdig eingegraben. Der Krötenzaun wird von den wandernden Amphibien als Wanderhindernis wahrgenommen. Beim Versuch das vermeintliche Hindernis zu umgehen, fallen die Amphibien in die Fangeimer. Die gefangenen Amphibien werden gezählt und auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder ausgesetzt“, erklärt Lottmann. Zur Betreuung eines Krötenzauns sei mindestens einmal täglich eine Kontrolle mit Leerung der Fangeimer notwendig. In Zeiten starker Wanderaktivität könnten sogar mehrmalige Leerungen notwendig sein. In den feucht-warmen Nächten sei bis Mitte April mit Amphibienwanderungen zu rechnen.

Hier wandern Kröten

In folgenden Abschnitten sollten Verkehrsteilnehmer besonders achtsam sein und Rücksicht auf die Amphibien nehmen. Mit Einschränkungen ist zu rechnen: - Benterode am Bruchhof bei Autobahnunterführung (L533/K222), Tempo 50 zwischen 19 und 6 Uhr - Bursfelde in Richtung Hemeln (L561) - Dahlheim in Richtung Nieste (L 563), Vollsperrung mit Schranken von 19 bis 6 Uhr - Gimte, Ballertasche (L561), Tempo 50 zwischen 19 und 6 Uhr - Hann. Münden in Richtung Wiershausen (K217) - Landwehrhagen Ortslage (L533) - Uschlag in Richtung Heiligenrode (L563), Tempo 50 zwischen 19 und 6 Uhr.

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