Stau-Gedicht, Gurken-Dieb und Winnetou-Töne beschäftigten die Polizei

Der kuriose Rückblick: Beamte machten in der Region auch 2018 wieder einiges mit

Göttingen/Hann. Münden. Das Jahr 2018 ist vestrichen und die Polizei blickt auf zwölf ereignisreiche Monate zurück. Wieder kam es zu einigen kuriosen Erlebnissen. Die meisten davon drehten sich um Tiere. Aber auch Dichter und Vibratorendiebe traten in Erscheinung. Von diesen besonderen Treffen berichtet die MÜNDENER RUNDSCHAU. Eine Geschichte hat seinen Ursprung in der Liebe des Menschen zu Haustieren und gehört deshalb auch irgendwie in die Rubrik „tierische“ Begebenheiten. In diesem Fall ging es um eine überfahrene Katze. Es war Mitte April, als sich zwei Frauen aus Göttingen dem toten Tier annahmen und sich auf den ehrenwerten Weg machten, es in einem Wald bei Göttingen würdevoll zu beerdigen. Beim Ausheben der geplanten Ruhestätte stießen die beiden Göttingerinnen in einer Tiefe von ca. 30 bis 40 Zentimetern aber auf einen nicht alltäglichen Fund – ein Drogendepot. Die Finderinnen brachten die Tüte mit vermutlich mehreren hundert Gramm Marihuana zur Polizei. Doch auch die Göttinger Autobahnpolizei blieb nicht verschont: Nach einem Reh, das sich im Februar nicht von selbst aus einem umzäunten Gehege im Bereich eines Rückhaltebeckens an der A 7 bei Drammetal befreien konnte, und einem freilaufenden Hund auf der A 38 im Juni kam’s im September ganz dicke. Eine außer Kontrolle geratene Schafherde sorgte Anfang des Monats auf der A 7 bei Northeim für ein Verkehrschaos. Die Folge war ein vier Kilometer langer Stau.

Ein an Staupe erkrankter Waschbär löste im August im Süden der PI Göttingen, genauer gesagt in der Gemeinde Staufenberg, also im unmittelbaren Grenzgebiet zur „Waschbärenhauptstadt“ Kassel, einen ebenfalls ungewöhnlichen Polizeieinsatz aus. Die nachfolgende Geschichte trug sich in der Nähe der schönen Ortschaft Spiekershausen zu. Der Kurztext aus dem Vorgang des Polizeikommissariats Hann. Münden lautete: „Die meldende Anwohnerin teilt mit, dass ein kranker Waschbär in der Ortschaft aufgefunden wurde. Auf unserer Anfahrt meldet sie, dass er verstorben sei. Einsatz wird zunächst beendet, bis der kleine Bär bei der Beerdigung wieder aufersteht. Hierauf wird er endgültig durch den Jagdberechtigten über die Regenbogenbrücke geschickt. Gute Reise, kleine Fellnase!“

Belästigung durch Winnetou-Musik

Neben den tierischen Erlebnissen gab es aber auch andere Fälle. So gibt es noch anderes aus dem kriminalistischen Alltag zu berichten. Obwohl davon nicht immer alles gleich strafbar ist: Das Abspielen von überlauter Winnetou-Musik gehört zum Beispiel nicht automatisch dazu – um 23.05 Uhr im dichtbebauten Wohngebiet allerdings schon. So passiert in Hann. Münden im Juli. Anwohnern wurde die doch sehr individuellen Klänge jedenfalls irgendwann zu viel. Sie alarmierten die „Bleichgesichter“ vom Polizeikommissariat Hann. Münden.

Gurken und Vibratoren stiebitzt

Ziemlich interessant ist auch, was manche Menschen mit nach Hause nehmen, obwohl es ihnen gar nicht gehört: Gestohlen werden in und um Göttingen ja so verschiedene Sachen, zwei Tatkomplexe haben sich da im Jahr 2018 aber doch von allen anderen Fällen abgehoben: Da ist zum einen der weiterhin nicht von uns überführte, mysteriöse Gurkendieb, der im Juli im Ginsterweg sein Unwesen trieb und sich insgesamt dreimal am Balkon einer Anwohnerin verging. Motiv unbekannt. Und auch im Fall eines unbekannten „Vibrator-Diebes“ sind die Beamten bei den Ermittlungen nicht vorangekommen. Jedenfalls hat der unbekannte Mann im Februar innerhalb weniger Tage in einem Göttinger Fachgeschäft insgesamt drei dieser Sexspielzeuge an sich genommen, ohne zu bezahlen.

In einem Fall wurde er dabei erwischt. Er gab die Ware daraufhin zurück und flüchtete aus dem Shop. Eine Fahndung nach ihm verlief ergebnislos.

Etwas Kultur durch das „Staugedicht“

Sehr gefreut haben sich die Kollegen von der Autobahnpolizei über den Besuch eines kleinen Jungen aus dem südlichen Landkreis Göttingen im Oktober. Gemeinsam mit seinem Papa war der Knirps auf der A 7 in Richtung Süden unterwegs und hatte dabei einen Stau und den damit verbundenen Einsatz der Polizei auf der Gegenfahrbahn beobachtet.

Hiervon offenbar fasziniert, verfasste er kurzerhand „Das Gedicht vom Stau“. Vater und Sohn fuhren dann sogleich damit zum Autobahnpolizei-Stützpunkt nach Mengershausen. Hier trug der Junge auf der Wache sein kleines Gedicht vor. Die schöne Überraschung fanden die Polizisten wirklich toll. Als kleines Dankeschön konnte der Dichter natürlich die ganze Wache anschauen und auch den speziellen „Stau-Bulli“ der Göttinger Autobahnpolizei inspizieren.

Rubriklistenbild: © Goss Vitalij - Fotolia

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