380 kV-Erdkabel bei Rosdorf: Landwirte fordern Gleichbehandlung

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Die Verhandlungen zwischen Netzbetreiber Tennet und dem Kreisbauernverband Göttingen liegen auf Eis.

Göttingen/ Rosdorf.Die 380 kV-Hochspannungsleitung des Netzbetreibers Tennet  beschäftigt derzeit Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolk Göttingen Kreisbauernverband e.V. (KBV). Die rund 230 Kilometer lange Leitung zwischen Wahle (Niedersachsen) und Mecklar (Hessen) soll die Übertragungskapazität für Windenergie im Nord-Süd-Verlauf erhöhen und für die Versorgungssicherheit in Niedersachsen und Nordhessen sorgen.

Da die Trasse auch auf den Arealen der Landwirte verlaufen wird, verhandelt Tennet derzeit noch mit einigen Bauernverbänden, darunter dem aus Göttingen. "Wir versuchen seit Sommer 2014 mit Tennet einen Rahmenvertrag zu schließen. Für den Bereich der Freileitung stehen die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss", erklärt Hübner. Doch bei den Rahmenvertragsverhandlungen um die etwa 5,5 Kilometer lange Erdverkabelung zwischen Ohlenhusen (Rosdorf) und Hetjershausen (Stadtbezirk Göttingen) gibt es ein Problem: "Für den Bereich der Erdverkabelung haben bisher noch keine Vertragsverhandlungen stattgefunden, da dies erst nach der Fertigstellung des  Freileitungsvertrages  geschehen sollte. Das macht durchaus Sinn, da es viele Parallelen gibt. Doch  Tennet hat nun ihr seit etwa einem Jahr vorliegendes Angebot, das ohnehin nicht sehr gut war, überraschend und ohne erkennbaren Grund zurückgezogen. Somit haben wir die im November 2015 geplanten Verhandlungen gar nicht erst beginnen können",  bedauert Hübner.

Erhebliche Auswirkungen durch Verlegung befürchtet

Für die betroffenen Mitglieder sei eine Einigung jedoch sehr wichtig: "Die Auswirkungen der Arbeiten für die Erdverkabelung wird für die Grundeigentümer und Bewirtschafter voraussichtlich erheblich sein. Neben den direkten Auswirkungen der Erdverkabelungsbaustelle selbst, erwarten wir langfristige Einschränkungen der Bewirtschaftung", so der Geschäftsführer des Göttinger KBV. Der fordert eine Gleichbehandlung "seiner" Grundeigentümer und Landwirte mit denen der Trasse der Amprion in Borken ein. Dort ist sich die Tennet bereits mit den Landwirten einig gewoden.

"Es geht es in erster Linie um die vorherige Regelung der Bauausführung samt Bodenschutz, der Entschädigung für Dienstbarkeiten, Schadensersatzregelungen sowie die Rekultivierung. Da es eine so groß dimensionierte Erdverkabelung bisher nicht gibt, regelt das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) explizit Pilottrassen, um die Umsetzbarkeit und die Auswirkungen einer Erdverkabelung zu prüfen. Aus unserer Sicht sind diese Pilottrassen, darunter die Leitung Wahle-Mecklar, im  Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen gleich zu behandeln", fordert Hübner.

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