Landkreis organisiert Versorgung mit Schutzausstattung

Erste Materiallieferungen an Krankenhäuser und Pflegeheime

Göttingen. Schutzausstattung und Desinfektionsmittel sind derzeit im gleichen Maße notwendig, wie schwer zu beschaffen. Für den Landkreis haben die Versorgung von Einrichtungen des Gesundheitswesens - hier insbesondere Krankenhäuer, Alten- und Pflegeheime und ambulante Pflegedienste - sowie Einsatzkräften der Rettungsdienste oberste Priorität. Erste Lieferungen von Schutzmasken, Schutzanzügen und -kitteln, Einmalhandschuhen und Schutzbrillen konnten in den vergangenen Tagen an Krankenhäuser und Pflegeheime organisiert werden.

"Wichtiger Teilerfolg"

„Das ist ein wichtiger Teilerfolg bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie im Landkreis Göttingen“, erklärt Kreisrätin Marlies Dornieden. Allerdings seien nur vergleichsweise geringe Stückzahlen geliefert worden, die den dringenden Bedarf allenfalls kurzzeitig werden decken können. Auch der zeitliche Verzug seit der Bedarfsabfrage vor einigen Tagen sei nicht im Sinne des Landkreises. „Der Aufbau der zentralen Beschaffung dringend benötigter Materialien und der Beginn der Auslieferung sind aber Meilensteine im Krisenmanagement“, macht Kreisrätin Dornieden deutlich. Daher sei sie dem Land Niedersachsen grundsätzlich sehr dankbar für die Materialien, gleichwohl bleibe der Bedarf hoch. Die Materialbeschaffung ist eine zentrale Herausforderung für den Stab SAE Covid-19 des Landkreises. Er nutzt unterschiedliche Mittel, darunter Amtshilfeersuchen an das Land, die zum Teil erfolgreich waren: So den Bezug bei regionalen Herstellern, die freiwillige Unterstützung von Gemeinden, Einrichtungen und Gewerbetreibenden, Aufrufe an Beschäftigte und Bevölkerung über das Intranet der Kreisverwaltung und die Landkreis-Webseite, Ideen und Hinweise beizusteuern, den Aufbau eigener Lieferketten, beispielsweise bei der Herstellung von Desinfektionsmittel aus verfügbaren Chemikalien aus den Schulen. Auf diese Weise können zumindest begrenzte Bestände aufgebaut und zentral verteilt werden.

Verteilung erfolgt nach Priorität

Die Ausgabe der Materialeien erfolgt nach einer strikten Prioritätenliste. Zuerst werden Krankenhäuser und – mit Unterstützung der Stadt Göttingen – der Rettungsdienst ausgestattet, dann Alten- und Pflegeheime, anschließend der erweiterte Rettungsdienst und weitere Akteure. Diese Priorisierung ist für eine effektive und effiziente Nutzung der begrenzten Ressourcen erforderlich. Für die zentrale Versorgung mit Schutzausstattung und Desinfektionsmittel hat der Stab SAE Covid-19 ein Verfahren etabliert. Anhand erstellter Listen bezugsberechtigter Einrichtungen und Institutionen wird der Bedarf strukturiert abgefragt. Die Rückmeldung an den Stab, dass der eigene Material- bestand für den Umgang mit Covid-19-Patienten oder Verdachtsfällen nur noch weniger als sieben Tage ausreicht, ist Voraussetzung für eine Lieferung. Nur wer einen Notbedarf nachweist, kann bedient werden. Eine Auslieferung erfolgt gemäß der Priorisierung, unter Berücksichtigung des knappen Materialbestandes und der aktuellen Lageeinschätzung.

Rubriklistenbild: © Simon

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