Auf lange Sicht fehlen Kräfte

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Göttingen. ASB-Kreisverband Göttingen-Land beklagt niedersächsischen Pflegenotstand.

Hann. Münden/Göttingen. In einer offiziellen Stellungnahme zur aktuellen Pflege-Debatte beklagte der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Landesverband Niedersachsen, kürzlich die ernste Situation der Pflege in Niedersachsen: Auf lange Sicht fehlten Fachkräfte im Pflegebereich, schon jetzt mangele es an qualifizierten Personal, hieß es in einer Pressemitteilung. Bis zum Jahr 2020 würden rund 25.000 neue Fachkräfte in Niedersachsen benötigt, damit die ansteigende Zahl der Pflegebedürftigen adäquat versorgt werden kann. Als Anbieter sozialer Dienstleistungen (Ambulante Pflege, Tagespflege, Hausnotruf, Hauswirtschaft, u.a) ist der der ASB Kreisverband Göttingen-Land direkt mit den Problemen und Herausforderungen des Pflegesektors konfrontiert:

- Die Bezahlung im Pflegesektor liegt in Niedersachsen unter dem Bundes-Durchschnitt. Gründe hierfür sind u.a. die geringen Pflegesätze (die in Niedersachsen z.B. 30 Prozent niedriger sind als in Nordrhein-Westfalen). Daher ist die Ausübung des Berufes für viele Fachkräfte am Standort Niedersachen nicht lukrativ.

- Pflege- und Heilberufe werden nach wie vor nicht genug anerkannt. Dabei leisten Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen einen bedeutenden gesellschaftlichen Beitrag. Den gilt es angemessen zu würdigen.

- Die Arbeitszeiten (Wochenenddienst, Bereitschaftsdienste und Nachtschichten) machen den Beruf unattraktiv.

- Besonders kontraproduktiv ist auch, dass die Ausbildungsförderung durch das Land Niedersachsen vor einigen Monaten gestoppt wurde (Gründe hierfür seien nicht genügend Haushaltsmittel)

- Qualifikationen in verwandten Berufen (z.B. Heilerziehungspflege) müssten leichter anerkannt werden können. Generell könnten viele Aufgaben von Pflegehilfskräften übernommen werden, würde die Fachkraftquote von derzeit 50 Prozent gesenkt.

Nils Borcherding, Geschäftsführer des ASB Kreisverbandes bringt die Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf den Punkt: "Wir brauchen mehr Azubis, eine bessere Finanzierung der Pflege insgesamact und mehr Anerkennung für unsere Arbeit". Der ASB KV Göttingen-Land geht hier mit gutem Beispiel voran. Als Arbeitgeber sucht der Kreisverband regelmäßig neue Mitarbeiter, die gemäß den gesetzlichen Qualitätsansprüchen fortgebildet und qualifiziert werden. Außerdem bietet der ASB jungen Menschen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes berufliche Orientierung. Auf diese Weise begegnet der ASB dem drohenden Fachkräftemangel und bietet den Menschen in der Region sichere Beschäftigungsverhältnisse.

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