Letzte Ruhe unter Buchen und Eichen in Hann. Münden

Andachtsplatz im Bestattungswald Hann. Münden
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Der Andachtsplatz mit Rednerpult und Bänken. Für einen Pavillon werden in den kommenden drei Wochen Spenden gesammelt.

Oberhalb der Weserliedanlage hat sich der Geruch von frischen Holzhackschnitzeln breit gemacht. Dort hat sich in den vergangenen Wochen einiges getan. Der geschredderte Naturbaustoff ebnet die Pfade des neuen Bestattungswaldes, der vom Forstbetrieb Stadtwald angelegt wurde. Dessen Leiterin Susanne Gohde schätzt, dass ihr neunköpfiges Team rund 120 Arbeitsstunden in das Projekt investiert hat.

Hann. Münden. Die Anfahrt zum Bestattungswald erfolgt für Besucher von der Göttinger Straße aus. Zwei Parkplätze für mehr als ein Dutzend Pkw befinden sich einen Steinwurf entfernt. Neben dem Anlegen von Wegen wurden Wegweiser, Bänke eine behindertgerechte Toilette aufgestellt sowie ein Gedenkplatz eingerichtet. Dieser bildet das Herzstück der Anlage: „Damit dort die Trauerfeiern stattfinden können, haben wir Sitzgelegenheiten und ein Rednerpult aufgebaut. Von hier aus sind es wenige Meter zu den ersten Bäumen, an denen Urnen beigesetzt werden können. Man hat die Wahl zwischen einem Gemeinschaftsbaum, an dem mehrere beliebige Urnen, maximal jedoch zwölf, beigesetzt werden können und einem Familienbaum, der ausschließlich für Mitglieder der jeweiligen Familie bestimmt ist. Gekennzeichnet sind die Bäume mit nummerierten Plaketten. Es ist sei laut Gohde aber auf Wunsch auch möglich, Namen, Spitznamen, Sterbedatum oder Gedenksprüche auf Plaketten anzubringen.

„Auf 3,5 Hektar Fläche halten wir 1.547 solcher Bestattungsplätze vor“, informiert Gohde. Ein halbes Dutzend Bestattungen hätten seit der Eröffnung des Bestattungswaldes Anfang August bereits stattgefunden. Gohde verwies bei der Frage nach den Kosten auf die Gebührensatzung der Stadt Hann. Münden, die über die Homepage www.hann.muenden.de einzusehen ist.
Bei der Namensgebung der breiteren Schotterwege wurden die drei Flüsse Fulda, Werra und Weser berücksichtigt. Die kleineren Pfade wurden nach den Bäumen benannt, die auf dem Areal stehen. Sie lauten u.a. Buchen-, Birken- oder Robinienpfad. Das Baumaterial für Bänke und Schilder stammt ausschließlich aus dem Stadtwald.

Spendenaufruf für den Bau eines Pavillons

Bürgermeister Harald Wegener freut sich darüber, dass das Vorhaben seit fünf Jahren Vorlaufzeit nun zum Abschluss gebracht werden konnte. Gemeinsam mit der Göttinger HAWK-Universität hatte man im Zuge einer Bachelorarbeit einen angemessenen Ort zum Trauern gesucht und ihn hoch über der Dreiflüssestadt gefunden: „Dank und Lob geht neben dem Stadtwald-Team natürlich auch an Politik und Verwaltung. Es ist ein echter historischer Moment, dass wir eine weitere Bestattungsform für die Mündener Bürgerschaft gefunden haben.“

Als ärgerlich bezeichnete der Verwaltungschef, dass wegen der angespannten Haushaltslage keine finanziellen Mittel für den Bau eine Pavillons zur Verfügung stehen würden. „Für einen Ort der Trauer und der Andacht empfiehlt sich ein Dach über den Kopf, gerade bei schlechter Witterung. Deshalb bitte ich um Spenden, damit das etwa 25.000 Euro teure Bauwerk so schnell wie möglich entstehen kann. Ich selbst gebe aus eigener Tasche 1.000 Euro dazu.“ Wegener bittet um eine Mindestspende von 100 Euro, damit die Stadtverwaltung so wenig Aufwand wie möglich betreiben müsse. Die Überweisungen sollten gerichtet werden an die Stadt Hann. Münden, IBAN DE66 2605 0001 0000 000638, BIC NOLADE21 GOE (Sparkasse Göttingen), Verwendungszweck: Bestattungswald. Die Laufzeit des Spendenaufrufs beträgt drei Wochen. Sollte die benötigte Summe überschritten werden, würde der überschüssige Betrag für Unterhaltungs- und Verkehrssicherungsmaßnahmen im Bestattungswald verwendet, verspricht der Bürgermeister.

Ansprechpartnerin des Bestattungswaldes ist Vanessa Meyer, die die Trauerfeiern und Beisetzungen begleitet und unter Tel. 05541-75286 und E-Mail v.meyer@hann.muenden.de zu erreichen ist. Meyer stellt den Bestattungswald nach Absprache vor Ort vor. Bei den Führungen durch die Anlage können auch Bäume als Ruhestätte ausgesucht und reserviert werden.

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